Christliche Realität im Vergleich zum Rest
Anhand von vier Begriffen lässt sich aufzeigen, wie ein wiedergeborener Christ denkt. Das hilft, Missverständnisse vorzubeugen:
- Identität
- Freier Wille
- Was ist gut und richtig?
- Was ist Sünde?
Für Nichtchristen
Identität:
Identität ist das was ich subjektiv empfinde. Beispiel: Ich bin ein heterosexueller Mann und spiele gerne Fussball. Das fühle ich, so fühle ich mich wohl, etwas anderes käme mir nicht in den Sinn.
Freier Wille:
Der freie Wille ist dazu da, das zu tun, wozu ich Lust habe. Er dient letztlich der Selbstverwirklichung, wenn diese möglich ist.
Was ist gut und richtig?:
Gut ist was subjektiv niemandem schadet.
Was ist Sünde?:
Sünde ist ein zum Teil diskriminierender Verbotskatalog aus der Bibel
Nun die Realität für wiedergeborene Christen
Identität:
Ich bin ein Geschöpf, und es gibt einen Schöpfergott. Ich bin kein Zufallsprodukt, sondern gewollt. Mein Aussehen, meine Talente, meine Fähigkeiten und meine Persönlichkeit stammen von Gott. Ursprünglich war ich vollkommen und gut konzipiert, doch mit dem Eintritt in die physische Welt wurden meine gottgegebenen Anlagen verzerrt. In mir liegt eine tief verankerte Tendenz zur Sünde. Dies ist nicht meine Schuld, denn ich lebe im gefallenen Zustand, der durch den Sündenfall von Adam und Eva im Garten Eden in die Welt gekommen ist.
Freier Wille:
Liebe kann nicht erzwungen werden. Gott wünscht sich eine Beziehung zu uns, doch er zwingt niemanden dazu. Natürlich wollte Gott, dass wir eigenständige Wesen sind, die im Alltag freie Entscheidungen treffen können. Er will, dass wir glücklich sind, doch der freie Wille dient in erster Linie dazu, eine bewusste Entscheidung für oder gegen den christlichen Gott der Bibel zu treffen.
Was ist gut und richtig?:
Gut ist das was Gott in der Bibel als gut und richtig beschreibt.
Was ist Sünde?:
Sünde ist nicht einfach ein Verbotskatalog der Bibel. Sie zeigt vielmehr auf, was mit dem Menschen geschehen ist. Sie verdeutlicht, was passiert, wenn der Mensch versucht, selbst über Gut und Böse zu entscheiden. Sünde diskriminiert nicht. Der Begriff „Diskriminierung“ ist ein modern geprägter Ausdruck, der nicht direkt auf die Bibel angewendet werden kann, da er impliziert, dass hinter Regeln und Verhaltensweisen böse Absichten stehen. Um das geht es nicht. Die Bibel sagt:
1. Römer 3,20
„Denn aus Werken des Gesetzes wird kein Fleisch vor ihm gerecht; durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“
Bedeutung: Das Gesetz offenbart, was nicht im Einklang mit Gottes Willen ist – es zeigt, wo wir von der ursprünglichen guten Ordnung abweichen.
2. Römer 7,7
„Was sollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Sondern ich hätte die Sünde nicht erkannt außer durch das Gesetz.“
Bedeutung: Ohne das Gesetz wüssten wir nicht, welche Anlagen verzerrt wurden oder wo unser Handeln sündhaft ist.
3. 1. Johannes 3,4
„Jeder, der Sünde tut, tut auch Gesetzlosigkeit; und die Sünde ist Gesetzlosigkeit.“
Bedeutung: Sünde wird definiert über das Gesetz – das Gesetz zeigt, wo das Leben von Gottes Plan abweicht.
Gott macht keine böse Menschen
„Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl!“ – Psalm 139,14 (Schlachter 2000)
Bereits im Mutterleib formt Gott den Menschen gut und perfekt. Jeder Mensch wird mit einzigartigen Anlagen ausgestattet: Liebe, Kreativität, Gemeinschaftsfähigkeit, Empathie und Schutzinstinkt – Gaben, die in Harmonie mit Gottes Plan wirken sollen. Doch bei der Geburt tritt der Mensch in eine gefallene Welt ein, die von Anfang an die ursprünglich guten Anlagen verzerrt. Die Sünde wirkt wie ein Filter, der die natürlichen Fähigkeiten Gottes in falsche Richtungen lenkt.
Römer 5,12 sagt:
„Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil alle gesündigt haben.“
So wird deutlich: Gott schafft jeden Menschen gut, doch die Sünde der Welt beeinflusst das Herz von Geburt an. Sünde und Tod existieren als geistliche Realitäten, die die Welt durchdringen und die natürlichen Anlagen des Menschen verfälschen:
Psalm 51,5: „Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.“
Das Herz – der Ankerpunkt für die Sünde
Das Herz ist die innere Steuerzentrale, an der sich entscheidet, wie die von Gott gegebenen Anlagen gelebt werden. Die Bibel beschreibt das Herz als Ursprung von Gedanken, Wünschen und Handlungen:
Herz als Quelle des Guten:
• Sprüche 4,23: „Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz; denn daraus quillt das Leben.“
• Psalm 37,31: „Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen; seine Schritte wanken nicht.“
• Epheser 3,17: „Damit Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, sodass ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid.“
• Sprüche 16,3: „Befiehl dem HERRN deine Werke, so werden deine Pläne gelingen.“
Herz als Quelle des Bösen:
• Jeremia 17,9: „Arglistig ist das Herz mehr als alles, und unheilbar ist es; wer kann es erkennen?“
• Matthäus 15,19: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung.“
• Markus 7,21–22: „Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken…“
• Psalm 51,10: „Schaffe mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“
Die ursprüngliche Güte Gottes bleibt unverändert im Menschen bestehen, doch die gefallene Welt wirkt wie ein Einfärben, das die guten Anlagen im Herzen verzerrt.
Ein Beispiel: Manche Menschen verfügen von Natur aus über außergewöhnliche Empathie und Sensibilität. Diese Anlagen sind ursprünglich für tiefe Freundschaft und echte Gemeinschaft gedacht. Im gefallenen Zustand kann jedoch die Neigung, sich auf Menschen desselben Geschlechts zu konzentrieren, eine Richtung annehmen, die nicht mit Gottes ursprünglichem Plan für Ehe und Sexualität übereinstimmt – auch wenn das Empfinden selbst stark und subjektiv echt ist. Dabei verneint die Bibel nicht die Gefühle und Wünsche eines Menschen, sondern zeigt lediglich auf, was aus Gottes ursprünglichem Plan in Schieflage geraten ist.
Viele Formen von sündigem Verhalten lassen sich als Verzerrungen ursprünglich guter Anlagen verstehen:
• Liebe, die Gott für Gemeinschaft und Selbsthingabe schenkte, kann in Egoismus oder Besitzdenken umschlagen.
• Beschützerinstinkt, ursprünglich fürs Recht und die Schwachen gedacht, wird durch Sünde zu Zorn oder Aggression.
• Beziehungsfähigkeit, ein von Gott gegebenes Vermögen für tiefe Gemeinschaft, kann durch die gefallene Welt in falsche Bahnen geraten.
Wer den christlichen Gott anerkennt wird durch seinen heiligen Geist zutiefst erneuert und verändert
Paulus beschreibt im Brief an die Galater den Heiligen Geist, der die ursprünglichen guten Eigenschaften Gottes in uns erneuert:
„Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ – Galater 5,22–23 (Schlachter 2000)
Weitere Verse verdeutlichen die universale Wirkung der Sünde:
• Römer 3,23: „Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten.“
• 1. Korinther 15,21–22: „Denn weil der Tod durch einen Menschen kam, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen. Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.“
Fazit
Gott schafft jeden Menschen gut und vollkommen, doch die gefallene Welt verfärbt seine Anlagen im Herzen und lenkt sie in verschiedene falsche Richtungen. Das Herz ist der Ankerpunkt, an dem die Verfehlung des Ziels sichtbar wird.
In Christus jedoch finden wir Erlösung – nicht nur von der Schuld der Sünde, sondern auch von ihren verzerrenden Auswirkungen – und werden wieder auf das Ziel ausgerichtet, für das Gott uns geschaffen hat.
Wichtig!
Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Mensch nicht nur gefallen ist, sondern auch zutiefst von der dämonischen Gegenseite beeinflusst wird. Diese Gegenseite bestärkt den gefallenen Menschen in seinen Wünschen, die nicht in Gottes Einklang stehen. Keine andere Webseite im deutschen Raum vermittelt ein so umfassendes Bild von Satan, seinen gefallenen Engeln und der dämonischen Gegenseite wie diese.