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Der alte Mensch ist tot, und wir sollen uns nach dem neuen Menschen richten, sagt die Bibel:
Epheser 4,22–24
„Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Lebenswandel, der durch trügerische Begierden zugrunde geht;
und erneuert euch im Geist eures Sinnes und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“
Kolosser 3,9–10
„Belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Handlungen abgelegt
und den neuen Menschen angezogen, der erneuert wird nach dem Bild dessen, der ihn geschaffen hat.“
Die Realität sieht oft anders aus
Besonders, wenn wir uns im Kreis von nicht erretteten Menschen bewegen, handeln wir oft genau andersherum.
Dann merken wir, wie sehr sie in der gefallenen Welt gefangen sind, wie stark sie sich an weltlichen Prinzipien orientieren und wie fern sie dem heiligen Gott eigentlich sind. Wir sehen, wie sehr sie aktiv sündigen – und dies auch noch gutfinden. Sie belustigen sich an der Sünde, sie heißen sie gut, sie fördern sie.
In genau diesen Momenten passiert es, dass wir uns höherwertig fühlen. Wir leben nicht mehr nach den gefallenen Prinzipien dieser Welt. Wir denken:
„Wir sind besser als das! Wir würden so etwas nie tun!“
Doch genau das ist der alte Mensch. Der Mensch, der verurteilt und sich überlegen fühlt, wenn er andere schlechtreden kann. Der Mensch, der zeigen möchte, dass andere „viel schlechter“ sind. Besonders in der Gruppe werden solche Dynamiken sichtbar:
„XY hat das gemacht!“ – „Nein wirklich, der doch immer so tut, als wäre er…!“ – „Der war schon immer ein Heuchler, schau, seine Mutter war doch schon so!“
In der Gruppe werden solche Verhaltensmuster besonders stark und gefährlich.
Keinen Dreck besser sind wir!
Wir sind nicht besser und genau darum geht es auch nicht.
Der Maßstab für das neue Gute ist Gottes Heiligkeit – sein Gesetz, das wir Christen jeden Tag brechen.
Das alte Muster, das laut Bibel schon immer falsch war – Menschen anders oder schlecht zu behandeln, weil sie unsere eigenen falschen moralischen Standards berühren – gilt nicht mehr. Es war falsch und ist es bis heute.
Wir können uns nicht länger hinter der billigen Annahme verstecken, unsere Sünden seien weniger schlimm oder wir seien gute Menschen, nur weil wir bestimmte Dinge nicht tun. Vor Gott zählt dies nichts! Das ist die alte, falsche Vorstellung, die mit dem alten Menschen begraben wurde.
Und sollte uns das nicht demütig machen?
Denn wir sündigen weiterhin. Oder etwa nicht? Auch wir Christen bleiben weit hinter Gottes Maßstab zurück.
Ich habe dabei Bilder vor Augen von Anhängern anderer Religionen, die mit verächtlichem Blick auf andere herabschauen, weil diese in ihren Augen sündiger sind als sie selbst. Christen dürfen so etwas nicht – nicht in erster Linie, weil es verboten wäre, sondern weil es heuchlerisch ist.
Denn nur durch die Versiegelung mit dem Heiligen Geist sind Christen überhaupt fähig, Gottes Gebote als gut und richtig zu erkennen und sie so gut wie möglich zu leben.
Und doch sündigen wir weiter. Der Maßstab bleibt Gottes Heiligkeit.
Sich an Menschen im gefallenen Zustand zu messen, ist schlichtweg billig.
Du willst dich messen Christ? Dann schau ans Kreuz!
Wir sollten uns schämen wenn wir Menschen verurteilen, die nicht in Jesus gerettet sind, weil wir genau gleich waren wie sie. Wir waren Kinder des Zorns und des Ungehorsams:
Epheser 2,1–3
„Und er hat euch lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und Vergehungen,
in denen ihr einst gewandelt seid nach dem Lauf dieser Welt, nach dem Fürsten der Gewalt der Luft (Satan), des Geistes, der jetzt in den Kindern des Ungehorsams wirkt,
unter denen wir alle auch einst gewandelt haben nach dem Willen unseres Fleisches, indem wir die Begierden des Fleisches und des Sinnes taten, und waren von Natur Kinder des Zorns wie auch die anderen.“
Wir trachten nach dem Guten, weil es Gott uns ermöglicht! Das ist die traurige Wahrheit:
Römer 8,5 (Lutherbibel 2017)
„Denn die, die nach dem Fleisch sind, trachten auf das, was des Fleisches ist; die aber nach dem Geist sind, auf das, was des Geistes ist.“
Im besten Fall sollen wir sanftmütig diese Menschen auf ihre Sünden aufmerksam machen und beten, dass Gott ihnen Buße schenkt:
2. Timotheus 2,25–26
„Er soll in Sanftmut diejenigen zurechtweisen, die im Widerspruch sind, in der Hoffnung, dass Gott ihnen Buße schenkt zur Erkenntnis der Wahrheit und sie aus der Falle des Teufels befreit, der sie gefangen hält, um seinen Willen zu tun.“
Alles andere ist Hochmut.