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Sollten Christen etwas gegen LGBTQ+ haben?
Um die Antwort gleich vorneweg zu nehmen: Nein.
Und doch müssen sich Christen ein Stück weit von dieser Gemeinschaft abgrenzen.
Das oberste Gebot, das Gott uns gegeben hat, lautet:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“(Matthäus 22,37-39)
Da steht nichts von „deinen nächsten Christen“ wie dich selbst, sondern dieses Gebot bezieht sich auf alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Orientierung.
Diese Nächstenliebe sollte sich ausdrücken in Unvoreingenommenheit, Hilfsbereitschaft und einer warmherzigen Geisteshaltung gegenüber allen Menschen.
Echte, wiedergeborene Christen wissen auch, dass sie keine Spur besser sind als andere Menschen:
„Denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes.“ (Römer 3,23)
Sie sind nicht auf einer moralischen Hochebene und zeigen nicht mit dem Finger verächtlich auf Sünder:
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?“ (Matthäus 7,3)
Denn sie wissen: Alle Menschen sind in einem gefallenen Zustand und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes:
„Es gibt keinen Gerechten, auch nicht einen.“ (Römer 3,10)
Aber gerettete Menschen in Christus werden von Gott selbst geleitet. Und sie wollen sich so gut es geht an seine Gebote halten, die sich in der Bibel befinden:
„Denn dies ist der Wille Gottes, eure Heiligung.“ (1. Thessalonicher 4,3)
„Ich vermag alles durch den, der mich stärkt, Christus.“ (Philipper 4,13)
Um dies zusammenzufassen, passt folgender Vers sehr gut:
„Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habgier soll nicht einmal unter euch genannt werden, wie es sich für Heilige geziemt.“ (Epheser 5,3)
Die Sünde soll also unter allen Umständen vermieden und nicht gefördert werden.
Was ist denn die Sünde?
Vereinfacht gesagt, ist alles, was nicht im ursprünglichen Schöpfungsplan vorgesehen war, Sünde. Bevor Adam und Eva von der verbotenen Frucht gegessen haben, war alles gut. Die Menschen lebten in perfekter Harmonie in der Gegenwart Gottes.
„Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (1. Mose 1,31)
Die Rollen waren einfach und klar: Ein biologischer Mann und eine biologische Frau in der Ehe. Mehr war nicht vorgesehen.
„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden ein Fleisch sein.“ (1. Mose 2,24)
Nach dem Essen der Frucht veränderten sich Adam und Eva zum Negativen. Die Sünde hielt Einzug in ihr Leben, und dies wurde an jede Generation weitergegeben.
„Durch einen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod, und so ging der Tod über alle Menschen, weil sie alle gesündigt haben.“ (Römer 5,12)
Der gefallene Zustand trägt viele eigenartige Früchte. Wobei sämtliche Beziehungsarten, die die LGBTQ+ Gemeinschaft präsentiert, als Sünde angesehen werden – ausnahmslos und somit Gott nicht wohlgefällig.
„Nicht dass ihr wisst, dass niemand Unzüchtiger oder habgieriger, der ein Götzendiener ist, ein Erbe des Reiches Christi und Gottes haben wird.“ (Epheser 5,5)
Diese Sünden werden aus Sicht der Erlösung nicht anders gewertet als Mord, Lügen oder Stehlen. Denn alle Sünden trennen von Gott. Sie nehmen keinen Sonderstatus ein.
„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ (Römer 6,23)
Homosexualität zum Beispiel wird erstmals in der Bibel erwähnt in einer langen Liste von verbotenen Beziehungen:
„Du sollst nicht bei einem Mann liegen, wie man bei einer Frau liegt; es ist ein Gräuel.“ (3. Mose 18,22)
Sie ist nicht besonders, oder nimmt eine Sonderstellung in der Sündenliste ein.
Hier kreide ich viele christliche Gemeinschaften an, die sich besonders lautstark auf die LGBTQ+ Gemeinde stürzen und wie schon erwähnt mit dem Finger zeigen. Ich behaupte, diese Menschen sind nicht gerettet oder haben vergessen, dass sie selbst Sünder sind:
„Der, der sagt, er sei ohne Sünde, der betrügt sich selbst, und die Wahrheit ist nicht in ihm.“ (1. Johannes 1,8)
Wo das Verständnis aufhört
Das Verständnis für den gefallenen Zustand endet dort, wo die Sünde aktiv praktiziert wird – wenn trotz des Wissens um Gottes Gebote weiterhin gesündigt wird. Dies stellt eine aktive Rebellion gegen Gott dar und kann von einer christlichen Gemeinde nicht toleriert werden.
„Wer also weiß, Gutes zu tun, und es nicht tut, dem ist es Sünde.“ (Jakobus 4,17)
„Wenn jemand den Willen Gottes tut, der bleibt in der Liebe, die Gott ihm gegeben hat.“ (1. Johannes 2,17)
Hier sollte man zwischen dem Gottesdienst oder anderen Gemeinde-Aktivitäten und dem Privatleben unterscheiden. Es geht dabei auch um den Schutz der christlichen Gemeinde, die sich gegenseitig korrigieren sollte, wenn jemand ungebührliches Verhalten zeigt. In den frühen Zeiten des Christentums war der Glaube der Maßstab für das Verhalten innerhalb der Gemeinschaft. Die Religion definierte die Zugehörigkeit zur Gruppe. Daher wurde sündiges Verhalten konsequent angesprochen und im Härtefall mit Ausschluss bestraft.
Matthäus 18,15-17
„Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, geh und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen. Wenn er aber nicht hört, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit ‚durch den Mund von zwei oder drei Zeugen jede Sache bestätigt werde‘. Wenn er aber auf sie nicht hört, so sage es der Gemeinde. Wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hört, so sei er für dich wie Heiden und Zöllner.“
1. Korinther 5,1-13
„Es wird allgemein von Unzucht unter euch berichtet, und zwar eine solche Unzucht, wie sie unter den Heiden nicht einmal vorkommt, dass einer die Frau seines Vaters hat. Und ihr seid aufgeblasen, anstatt traurig zu sein, damit der, der solches getan hat, aus eurer Mitte entfernt werde.“ (1. Korinther 5,1-2)
2. Thessalonicher 3,14-15
„Wenn aber jemand nicht gehorcht, unserem Wort durch diesen Brief, den markiert und mit ihm keinen Umgang, damit er sich schäme. Doch haltet ihn nicht für einen Feind, sondern weist ihn zurecht wie einen Bruder.“
Titus 3,10-11
„Einen ketzerischen Menschen nach einer ersten und zweiten Zurechtweisung meide, da du weißt, dass ein solcher verdorben ist und sündigt und sich selbst verurteilt.“
Galater 6,1
„Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung ergriffen wird, so helft ihr, die ihr geistlich seid, ihm wieder zurecht, in einem Geist der Sanftmut, und achte auf dich selbst, dass du nicht auch in Versuchung gerätst.“
Darf ein bekennender homosexueller Christ am Gottesdienst teilnehmen?
Natürlich, solange er diese Art von Sexualität nicht auslebt und sein Leben Christus verschreibt. Solche Menschen sind nicht anders zu behandeln als Menschen, die andere Arten von Unzucht begangen haben, wie zum Beispiel Ehebruch etc.
„Du sollst nicht bei einem Mann liegen, wie man bei einer Frau liegt; es ist ein Gräuel.“ (3. Mose 18,22)
Liebe und Wahrheit
Hier möchte ich nochmals betonen, dass wir nicht besser sind, weil wir eine spezifische Sünde nicht praktizieren.
„Denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes.“
(Römer 3,23)
„Als sie aber weiterhin fragten, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: ‚Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie.‘“ (Johannes 8,7)
Darf eine Transgender-Person, die sich im falschen Körper fühlt, am Gottesdienst teilnehmen?
Sicher, aber nicht verkleidet als das andere Geschlecht, weder im Gottesdienst noch privat.
„Ein Weib soll nicht das Manneskleid anziehen, und ein Mann soll keine Frauenkleider tragen; denn wer solches tut, ist dem HERRN, deinem Gott, ein Gräuel.“ (5. Mose 22,5)
Und dies ist die Grenze. Oder eben die Abgrenzung.
Die Sünde ist nicht, auf eine bestimmte Art zu fühlen, sondern die Sünde ist, auf diese Art zu leben.
„Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Morde, Ehebrüche, Unzucht, Diebstähle, falsche Zeugnissen, Lästerungen.“ (Matthäus 15,19)
Es geht also nicht um das Gefühl oder die Versuchung, sondern um das Handeln und das Festhalten an der Sünde. Wenn eine Person an der Sünde festhält als Lebensstil, kann sie nicht in der kirchlichen Gemeinde integriert werden.
Hier möchte ich klar betonen, dass jeder Christ und jede Christin Versuchungen unterliegen kann. Sollte ein homosexueller Christ einen Ausrutscher haben und danach in ehrlicher Reue zu Gott zurückkehrt so ist dies nicht zu tadeln.
Es geht wie gesagt um die aktive Rebellion gegen Gott. In der Sünde verharren wollen. Ich habe diese Rebellion im Kapitel «Die lesbische, verheiratete Pfarrerin» ausführlich erläutert.
Link: "Die lesbische, verheiratete Pfarrerin"
Wie sollten Eltern mit ihren Kindern umgehen, die in die falsche Richtung tendieren?
Mit Liebe. So wie sie ihre Kinder geliebt haben, als sie noch süße Babys waren. Warum sollte sich die Liebe ändern?
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Matthäus 22,39)
Eltern sollten ihre Kinder immer mit Liebe behandeln, auch wenn sie ihnen die Wahrheit über Gottes Gebote sagen.
„Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn.“ (Epheser 6,4)
Natürlich soll man sich als Christ und Christin klar positionieren. Im Sinne von: „Schau, Kind, ich liebe dich, ich werde dich immer lieben, aber ich bin auch Christ und ich sage dir, diese Beziehung ist vor Gott Sünde. Lass es.“
„Du sollst die Wahrheit reden in Liebe.“ (Epheser 4,15)
Es ist wichtig, dass Liebe und Wahrheit in Einklang gebracht werden. Die Wahrheit über Gottes Gebote sollte immer in Liebe weitergegeben werden, ohne Verurteilung.
Verantwortung und individuelle Grenzen
Weiter möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Jede Eltern-Kind-Beziehung ist einzigartig, und jeder muss für sich selbst entscheiden, wo die Grenze im Privatbereich gezogen wird.
Dennoch sind Mitglieder von Freikirchen oder Sekten, die sämtliche Brücken zu ihren Kindern abbrechen, nur weil diese nicht denselben Lebensstil leben wollen, scharf zu verurteilen.
Die Liebe sollte immer an erster Stelle stehen, doch auch Respekt ist eine zweigleisige Angelegenheit. Wenn die Gemeinde bestimmte Verhaltensweisen nicht akzeptiert, muss auch das Kind dies respektieren. Das kann möglicherweise bedeuten, dass das Kind nicht mehr in der Gemeinde willkommen ist, weil diese sich selbst schützen möchte.
Dennoch bleibt die Eltern-Kind-Beziehung etwas ganz Besonderes vor Gott, wie die Geschichte vom verlorenen Sohn zeigt. Dieser ging in die Welt, um seinen eigenen Weg zu suchen und seine Freiheiten zu genießen. Er verprasste sein ganzes Erbe. Doch als er in der Not zu sich kam und heimkehrte, nahm ihn der Vater mit offenen Armen wieder auf – ein Akt, der die bedingungslose Liebe und Vergebung Gottes widerspiegelt.
Dies sollte als Vorbild für christliche Eltern dienen, deren Kinder den christlichen Weg nicht gehen wollen. Wer sein eigenes Kind verstoßen kann, weil es nicht denselben Lebensstil leben will, hat nie wahre Liebe für sein Kind empfunden. Man darf nicht vergessen: Am Ende muss jeder Mensch persönlich vor Gott Verantwortung übernehmen. Liebesentzug führt sicherlich nicht zur Umkehr.
„Sei nicht übermäßig gerecht und stelle dich nicht zu weise, warum solltest du dich selbst zerstören? Sei nicht übermäßig böse und sei kein Narr, warum solltest du vor der Zeit sterben?“ (Prediger 7,16-17)
Das Hauptproblem zum Schluss
Das Hauptproblem sollte nicht übersehen werden: Menschen, die in Jesus gerettet sind, richten ihr Leben automatisch nach Gottes Willen aus.
„Denn die, die nach dem Fleisch leben, trachten nach dem Fleisch, die aber nach dem Geist leben, nach dem Geist.“ (Römer 8,5)
Gerettete Menschen streben danach, in Heiligkeit zu leben und ihr Leben nach Gottes Geboten auszurichten. Im Gegensatz dazu unterliegen nicht gerettete Menschen dem Einfluss Satans.
„Der ganze Bereich der Welt liegt im Bösen.“ (1. Johannes 5,19)
Ohne Jesus sind Menschen dem Einfluss des Teufels ausgeliefert und leben in der Sünde. Kinder, die Gott nicht folgen möchten, sind nicht gerettet – und das ist der entscheidende Punkt: Nur weil ein Kind in einer christlichen Gemeinde aufgewachsen ist und strenge religiöse Eltern hat, bedeutet das nicht automatisch, dass es Jesus mit einem ehrlichen Herzen angenommen hat.
Daher gilt besonders dieser Vers:
„Er soll in Sanftmut diejenigen zurechtweisen, die im Widerspruch sind, in der Hoffnung, dass Gott ihnen Buße schenkt zur Erkenntnis der Wahrheit und sie aus der Falle des Teufels befreit, der sie gefangen hält, um seinen Willen zu tun.“
(2. Timotheus 2,25-26)
„Und wenn ein Fremder bei dir in deinem Land lebt, sollst du ihn nicht bedrücken. Der Fremde, der bei dir lebt, soll dir wie ein Einheimischer sein, und du sollst ihn lieben wie dich selbst.“
(3. Mose 19,33-34)