Sklaverei als Dienst an Gott: Niemand steht über dem anderen
Sklaverei ist ein Thema wo viele christliche gelehrte an ihren Grenzen kommen. Darum wird sie kaum behandelt in den Gottesdiensten. Auf den ersten Blick hat Gott nämlich kein Problem mit der Sklaverei. Im Gegenteil er stellte sogar Regeln auf, wie man mit Sklaven zu verfahren hatte im alten Testament. Und auch im neuen Testament gibt es keinen klaren Aufruf gegen die Sklaverei. Und dennoch ist es eine Tatsache, dass die Sklaverei in allen christlichen Ländern aufgehoben wurde. Von Schwarzarbeit und Mindestlohnarbeit einmal abgesehen.:)
Bevor ich auf die Nuancen der Sklavenarbeit eingehe, welche die Bibel behandelt, möchte ich eine biblische Sichtweise aufzeigen, die so den meisten entgangen ist.
Sklaverei ist Dienst and Gott.
Titus 2,9-10
„Die Knechte ermahne, dass sie ihren eigenen Herren untertan seien, in allem sich gefällig machen, nicht widersprechen, nichts entwenden, sondern alle gute Treue beweisen, damit sie der Lehre Gottes, unseres Retters, in jeder Hinsicht Ehre machen.“
1. Timotheus 6,1-2
„Alle, die als Knechte unter dem Joch sind, sollen ihre eigenen Herren aller Ehre würdig achten, damit nicht der Name Gottes und die Lehre verlästert werden. Die aber, welche gläubige Herren haben, sollen sie nicht verachten, weil sie Brüder sind, sondern ihnen umso lieber dienen, weil sie Gläubige und Geliebte sind, die sich des Wohltuns befleißigen. Das lehre und ermahne!“
1. Korinther 7,21-22
„Bist du als Knecht berufen worden? So bekümmere dich nicht darum; kannst du aber frei werden, so mache umso lieber Gebrauch davon. Denn wer als Knecht im Herrn berufen wurde, der ist ein Freigelassener des Herrn; gleicherweise ist auch, wer als Freier berufen wurde, ein Knecht des Christus.“
Kolosser 3,22-24
„Ihr Knechte, gehorcht in allem euren irdischen Herren, nicht mit Augendienerei, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens, in der Furcht Gottes. Und was immer ihr tut, das tut von Herzen, als für den Herrn und nicht für Menschen, da ihr wisst, dass ihr von dem Herrn das Erbe als Lohn empfangen werdet; denn ihr dient Christus, dem Herrn!“
Ein schreckliches Bild
Kein Aufruf gegen die Menschen die Sklaven hatten. Im Gegenteil es geht sogar noch weiter. Gott doppelt nach:
Petrus 2,18-20 (Schlachter 2000):
„Ihr Hausknechte, seid euren Herren mit aller Furcht untertan, nicht nur den guten und milden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit gegenüber Gott Kränkungen erträgt und zu Unrecht leidet. Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr geduldig Schläge ertragt, weil ihr gesündigt habt? Wenn ihr aber ausharrt, indem ihr Gutes tut und dafür leidet, das ist Gnade bei Gott.“
Petrus 2,18-19
„Ihr Hausknechte, seid euren Herren mit aller Furcht untertan, nicht nur den guten und milden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, wenn jemand aus Gewissenhaftigkeit gegenüber Gott Kränkungen erträgt und zu Unrecht leidet.“
Sklaven sollen sogar Schläge ertragen, um Gnade bei Gott zu erlangen! Wieder dieser grausame Gott – aber wurde der nicht im Neuen Testament abgeschafft? Lol. Ich stelle mir gerade die vielen falschen Lehrer in evangelischen Kreisen vor, die verdrängen, dass Jesus der Jehova-Gott des Alten Testaments ist – und dass er zu großem Zorn und zur Zerstörung fähig ist. Doch diese Seite widmet sich dem wahren Christentum, nicht irgendeiner satanischen Irrlehre, erschaffen von Menschen, die nicht gerettet sind.
Menschlichkeit und Gerechtigkeit gegenüber Sklaven
Obwohl Gott anscheinden kein Problem hat mit der Sklaverei verlangt er, dass die Sklavenhalter ihre Sklaven mit Respekt behandeln
Epheser 6,9
„Und ihr Herren, handelt ebenso gegen sie und lasst das Drohen; da ihr wisst, dass auch euer eigener Herr im Himmel ist und dass es bei ihm kein Ansehen der Person gibt.“
Herren werden ermahnt, ihre Sklaven gerecht zu behandeln, weil auch sie vor Gott verantwortlich sind.
Kolosser 4,1
„Ihr Herren, gewährt euren Knechten, was recht und billig ist, da ihr wisst, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt.“
Sklaven sollten nicht als bloße Besitzgegenstände betrachtet, sondern fair und gerecht behandelt werden.
Philemon 1,15-16
„Denn vielleicht wurde er darum eine Zeit lang von dir getrennt, damit du ihn auf ewig besitzen sollst, nicht mehr als einen Knecht, sondern mehr als einen geliebten Bruder, besonders für mich, wie viel mehr aber für dich, sowohl im Fleisch als auch im Herrn!“
Paulus fordert Philemon auf, seinen entlaufenen Sklaven Onesimus nicht mehr als Sklaven, sondern als Bruder in Christus zu betrachten.
Die Gleichstellung aller Menschen in Christus
Gott sagt auch dass alle Christen vor ihm gleich sind. Es gibt keinen Unterschied mehr.
Galater 3,28
„Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.“
→ In Christus gibt es keine gesellschaftlichen Unterschiede – auch Sklaven haben den gleichen geistlichen Wert wie Freie.
Korinther 7,22
„Denn wer als Knecht im Herrn berufen wurde, der ist ein Freigelassener des Herrn; gleicherweise ist auch, wer als Freier berufen wurde, ein Knecht des Christus.“
→ Ein Sklave, der an Jesus glaubt, ist vor Gott frei – und ein Freier ist dennoch Gottes Diener.
Kolosser 3,11
„Da ist weder Grieche noch Jude, weder Beschneidung noch Unbeschnittensein, weder Barbar noch Skythe, weder Knecht noch Freier, sondern alles und in allen ist Christus.“
→ Gesellschaftliche Unterschiede sind im Glauben bedeutungslos.
Gott definiert sein höchstes Gesetz
Matthäus 22,37-39 (Neues Testament, Jesus spricht):
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
Galater 5,14:
„Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, nämlich in diesem: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‘“
Da fällt etwas auf oder?
Die ganzen Verse in dieser Reihenfolge gelesen, führen zu einer unvermeidlichen Veränderung. Eine Veränderung die historisch bewiesen ist. Da sie in allen christlichen Ländern umgesetzt wurde. Alle Menschen in Christus sind gleich. Alle Menschen sollen sich in Liebe begegnen. Alle Menschen sollen einander dienen. Sklaverei hat da keinen Platz mehr, denn diese Gleichheit kann nur erreicht werden, wenn alle Menschen frei sind.
Das Problem des Sklavenhandels an der Wurzel gepackt
1. Timotheus 1,9-10
„Denn das Gesetz ist nicht bestimmt für den Gerechten, sondern für Gesetzlose und Widerspenstige, für Gottlose und Sünder, für Unheilige und Gemeine, für solche, die Vater und Mutter töten, für Mörder, für Unzüchtige, für Knabenschänder, für Menschenräuber, für Lügner, für Meineidige und wenn sonst etwas der gesunden Lehre entgegensteht.“
→ Der Begriff „Menschenräuber“ (griechisch: ἀνδραποδισταῖς, andrapodistais) bedeutet Sklavenhändleroder Menschenhändler. Die Bibel zählt diese Praxis zu den schlimmsten Sünden.
2. Mose 21,16
„Wer einen Menschen raubt und ihn als Sklaven verkauft oder ihn noch in seiner Hand findet, der soll unbedingt getötet werden.“
Hier öffnet sich ein Türe für eine Diskussion die ich in einem anderen Kapitel erläutere. Nämlich dass der Begriff Sklave im biblischen Kontext vielmals besser mit Diener übersetzt worden wäre. Den besonders im alten Testament haben sich Menschen in finanzieller Not freiwillig als Diener «verkauft». Und dies hatte ganz klare Regeln. Ich möchte hier aber nicht auf diesen Nebenschauplatz abweichen.
Und dennoch hatte Sklaverei einen Wert vor Gott – Die Thematik des Dienens
Die Thematik des Dienens und sich Unterordnens zieht sich durch die ganze Bibel hindurch. Und sie ist wichtig für Gott. So wichtig, dass er kurz vor seiner Kreuzigung noch Mal klar gezeigt hat, dass diese die wahrscheinlich wichtigste Lehre im christlichen Glauben ist:
Matthäus 20,26-28
„Unter euch aber soll es nicht so sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“
Johannes 13,14-15
„Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen. Denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“
Lukas 22,26-27
„Der Größte unter euch sei wie der Geringste und der Führende wie der Dienende. Denn wer ist größer: der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist es nicht der, welcher zu Tisch sitzt? Ich aber bin unter euch wie der Dienende.“
Jesus, GOTT im Fleisch, wäscht seiner Schöpfung die Füsse, um aufzuzeigen, dass sogar er sich unterordnet. Und nicht nur dass, durch seinen grausamen Kreuztod dient er der ganzen Menschheit!
Das Dienen als wichtigstes Werk unter den Menschen
Markus 10,44-45
„Und wer unter euch der Erste sein will, der sei aller Knecht. Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“
Philipper 2,5-7
„Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst entäußerte, die Gestalt eines Knechtes annahm und den Menschen gleich wurde.“
1. Petrus 5,5-6
„Gleicherweise, ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Ihr alle aber umkleidet euch mit Demut im Umgang miteinander! Denn ‚Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade‘. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.“
Konklusion
Durch die christlichen Gebote hat sich die Sklaverei zwangsläufig selbst abgeschafft. Je mehr Menschen zum wahren Glauben kamen, desto mehr geriet die Sklaverei in Verruf.
Dennoch fand das Dienen als christlicher Sklave vor Gott große Anerkennung, weil es den ultimativen Dienst an einem Menschen darstellt. Neben dem Kreuzopfer Jesu ist der Sklavendienst wohl die größte Form der Selbstaufopferung.
Sich in einem zum Teil zwanghaften Kontext auf Gottes Gebote zu besinnen und diesen Dienst als Dienst an Gott zu betrachten, ist eine hohe Form der Hingabe. Gott hat es höher gewichtet, dem Sklavenhalter mit Hingabe und Respekt zu dienen, ihn sogar in seiner Autorität zu achten und ihm im Rahmen der gegebenen Umstände mit einem Herzen der Demut und der Ehrerbietung zu begegnen. Dies betrachtete er als wertvoller und wichtiger als die eigene Freiheit.
Ja, meine Lieben, die Latte für moralische Standards wurde gerade wieder um einen Meter höher gelegt. Sponsored by GOD! Ich liebe es!