NEIN, NICHT JEDER HOMOSEXUELLE IST AUTOMATISCH VERWORFEN!


Einführung

In vielen Kirchen wird, wenn es um Homosexualität geht, schnell auf Römer 1 verwiesen, um zu zeigen, dass besonders Homosexuelle besonders gottlos seien. Homosexualität wird dort oft als ein Zeichen des verworfenen Sinnes dargestellt. Doch Römer 1 ist nicht so einfach zu verstehen.


Römer 1 erklärt

Im Römerbrief beschreibt Paulus, wie der Mensch, der  Gott ablehnt, schließlich in einem Zustand moralischen Verfalls überlassen wird.

In Römer 1,24 heißt es: „Darum hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, sodass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren.“

Dieser Zustand des „verworfen Sinnes“ führt dazu, dass die Menschen in ihren niedrigsten Trieben verharren und diese ohne Scham ausleben.

Paulus fügt hinzu in Römer 1,24: „Deshalb hat Gott sie all ihren Trieben und schmutzigen Leidenschaften überlassen, so dass sie sogar ihre eigenen Körper entwürdigten.“

Es sind diese niedrigsten Triebe, die in einem Zustand der Verwerfung besonders zum Vorschein kommen, da der Mensch ohne Gottes Führung und Schutz in seiner Sünde verharrt. Hier sei erwähnt dass Gott auch in einem Mindestmass bei Ungläubigen wirkt.

Paulus beschreibt in Römer 1,26-27 das ungenierte Ausleben dieser Triebe: „Darum hat sie Gott auch dahingegeben in entehrende Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; gleicherweise haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind gegeneinander entbrannt in ihrer Begierde und haben Mann mit Mann Schande getrieben.“

Die Verwerfung zeigt sich also nicht in der Neigung zur Homosexualität, sondern in der Freiheit, diese Triebe unkontrolliert und ohne Scham auszuleben.

Es geht nicht um die Neigung selbst, sondern um das Verhalten, das ungeniert und ohne Rücksicht auf Gottes Gebote ausgelebt wird. 

Die Neigung existierte bereits in Form von Trieben und Leidenschaften – eine Neigung, die dem gefallenen Zustand der Menschheit zuzuschreiben ist.

In Römer 1,29-31 beschreibt Paulus weitere Ausdrucksformen der „unwürdigen Gesinnung“, wie es die Schlachter 2000 ausdrückt:

„Voller Unrecht, Unzucht, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit, voll Neid, Mordlust, Streit, Betrug und Tücke; solche, die Gerüchte verbreiten, Verleumder, Gottesverächter, Freche, Übermütige, Prahler, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, unverständlich, treulos, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig.“

Hier wird deutlich, dass der verworfene Zustand des Menschen zu einer Vielzahl von sündigen Verhaltensweisen führt, die von den niedrigsten Trieben bis hin zu anderen Formen der Ungerechtigkeit reichen. Die Verwerfung betrifft nicht nur die sexuelle Orientierung, sondern den gesamten moralischen Verfall des Menschen.

Ein zentraler Punkt ist, dass der verworfene Zustand permanent ist. Wenn der Mensch diesen Zustand erreicht hat, gibt es keine Rückkehr mehr.

In Römer 1,28 heißt es: „Und wie sie Gott nicht der Anerkennung würdigten, hat Gott auch sie dahingegeben in eine unverständige Gesinnung, zu verüben, was sich nicht geziemt.“

Das bedeutet, dass der Mensch von Gott in seiner Rebellion und Sünde völlig verlassen wird. Der Mensch ist dann nicht mehr in der Lage, sich selbst zu bekehren, weil er in seinem verworfenen Zustand völlig blind für die Wahrheit Gottes ist.

Der verworfene Sinn, die unwürdige Gesinnung, ist deshalb dauerhaft, weil Gott dem – wohlgemerkt nicht geretteten – Menschen seinen Schutz entzieht. Ohne Gottes Bewahrung verfällt dieser völlig seiner Sünde und entartet darin.


Aus der Bibel wissen wir, dass Gott weder die Ursache noch der Urheber der Sünde ist

„Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht; denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht auch niemand.“

(Jakobus 1,13)

Dennoch entscheidet er sich im Moment der Verwerfung dazu, die Menschen völlig in ihren Sünden verfallen zu lassen. Er wirkt nicht mehr an ihnen und bietet ihnen seine Erlösung nicht länger an:

„Darum hat Gott sie dahin gegeben, in den Begierden ihrer Herzen zur Unreinigkeit, sodass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren; sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und das Geschöpf verehrten und ihm dienten anstatt dem Schöpfer, der gepriesen ist in Ewigkeit. Amen! Darum hat sie Gott dahingegeben in entehrende Leidenschaften.“

(Römer 1,24-26a)

Die Menschen in diesem Zustand sündigen in vollem Bewusstsein, dass ihr Verhalten falsch ist und letztlich zur Trennung von Gott sowie zur Verdammnis nach dem Tod führt. Sie verhöhnen ihn. Dies zeigt sich oft, wenn Christen homosexuelle Menschen und Transgender-Personen bei öffentlichen Veranstaltungen wie Pride und Gay-Paraden mit Gottes Wort konfrontieren.

Dennoch setzen sie ihr Tun fort – ja, sie freuen sich sogar, wenn andere es ihnen gleich tun.

„Sie erkennen das gerechte Urteil Gottes, dass die, welche so etwas tun, des Todes würdig sind; und doch tun sie es nicht nur selbst, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.“

(Römer 1,32)

Daher erhält die Verwerfung eine tiefere Bedeutung: Gott sagt gewissermaßen: „Ich bin mit dir fertig, Mensch. Lebe dein sündhaftes Leben weiter.“

„Ephraim ist an Götzen gebunden – lass ihn gewähren!“

(Hosea 4,17)

Diese Menschen werden zu einem lebendigen Beispiel für andere. Gott nimmt es in Kauf, dass sie völlig entarten und Freude an ihrer Sünde haben. Wäre dieser Zustand nur vorübergehend, wäre Gott indirekt der Urheber der Sünde. Doch es geht um einen endgültigen Bruch, der zeigt, dass ein Leben ohne Gottes Führung zwangsläufig im Bösen und Schändlichen endet.


Es ist wichtig zu betonen, dass nicht jeder homosexuelle Mensch automatisch verworfen ist. 

Der verworfene Zustand betrifft den gesamten moralischen Verfall des Menschen, nicht eine einzelne Neigung oder Sünde. Dennoch kann das offene und ungenierte Ausleben der Homosexualität ein Zeichen für Verwerfung sein. Doch es steht keinem einzelnen Christen zu, dies zu beurteilen oder darauf Einfluss zu nehmen.

In Römer 1 geht es nicht darum, Homosexualität an sich zu verurteilen, sondern um das unkontrollierte und sündige Ausleben von Trieben, die nicht mehr mit Gottes Ordnung im Einklang stehen.

Menschen mit homosexuellen Neigungen sind nicht automatisch verworfen. Vielmehr führt die bewusste Ablehnung Gottes und das fortwährende Leben in Sünde in den verworfenen Zustand.


Gott wartet

Die Bibel zeigt, dass Gott wartet, bis das Maß der Sünden voll ist, bevor er Gericht hält oder Menschen verwirft. Römer 2,5 sagt:

„Du aber, mit deinem verstockten und unbußfertigen Herzen, häufst dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes.“

Gott gibt den Menschen Zeit zur Umkehr, doch wenn das Maß der Sünde voll ist, folgt das Gericht. Dies wird auch in 1. Mose 15,16 deutlich, als Gott zu Abraham spricht:

„Und in der vierten Generation werden sie wieder hierher kommen, denn das Maß der Missetat der Amoriter ist noch nicht voll.“

Gott gewährt Zeit zur Umkehr, doch wenn diese vertan wird, überlässt er den Menschen ihrem eigenen Verfall oder lässt frühzeitig sterben.


Zusammengefasst

Der verworfene Sinn führt zu einem dauerhaften Zustand, in dem der Mensch seine niedrigsten Triebe schamlos und ohne Rücksicht auf Gottes Gebote auslebt.

Homosexualität ist dabei nur ein Ausdruck dieses gefallenen Zustands und nicht schlimmer als andere Sünden.

Dieser verworfene Zustand ist nicht vorübergehend, sondern dient als abschreckendes Beispiel für alle, die Gott ablehnen. Es ist der Punkt, an dem der Mensch endgültig von Gott abgekehrt ist und keinen Zugang mehr zur Umkehr hat. Gott wartet, bis das Maß der Sünden voll ist, und überlässt den Menschen schließlich seiner Rebellion – was zu einem vollständigen moralischen Verfall führt.

Auf eine Art empfinde ich die Verwerfung sogar als schlimmer als die Verdammung selbst – auch wenn das objektiv nicht so ist. Doch die Vorstellung, dass ein Mensch keine Chance mehr hat, Buße zu tun und zu Gott umzukehren, finde ich erschreckend. Er löst in gewisser Weise ein One-Way-Ticket für den Partybus mit Destination Hölle – ein trauriges Leben.


Aktive Rebellion gegen Gott

Dies ist eine Warnung an alle Menschen, die in aktiver Rebellion gegen Gott leben. Ihr Sündenkonto füllt sich umso schneller, je länger sie in dieser Haltung verharren.

Aktive Rebellion bedeutet, bewusst in einem Lebensstil zu verharren, der Gottes Geboten widerspricht – zum Beispiel in einer Beziehung zu leben, die nicht seinem Willen entspricht. Ein typisches Beispiel dafür ist das Zusammenleben in wilder Ehe, also eine außereheliche Beziehung.

In einem solchen Fall handelt es sich nicht nur um eine einzelne Sünde, sondern um einen andauernden Zustand bewusster Auflehnung gegen Gott. Wer so lebt, befindet sich in einem Zustand permanenter Sünde. In aktiver Rebellion.


Die Bibel ist schonungslos ehrlich wenn es um Gott geht

„Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; Gott hat es ihnen nämlich offenbart. Denn sein unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Macht und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den durch ihn gemachten Dingen wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben.“

(Römer 1,19-20)


Der Mensch hat keine Entschuldigung Gott nicht anzuerkennen.

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