Liebe dich selbst!

Selbstliebe ist in der Bibel

Der Titel hört sich nicht nach einem biblischen Gebot an, oder? Die Bibel spricht so viel von Demut und Selbstaufgabe für die Gemeinschaft, davon, dass wir Sünder sind und unser Kreuz tragen müssen, dass dieser Aspekt fast ein wenig zu kurz kommt.


Aber die Bibel impliziert Selbstliebe an vielen Stellen:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

– Evangelium nach Matthäus 22,37–39

Jesus negierte Selbstliebe nicht. Er setzte sie lediglich in den richtigen Kontext: Gott zuerst – weil er die Existenz selbst ist und die Ursache für unsere Existenz – und dann deinen Nächsten, und zwar so, wie du dich selbst liebst.

Das ist keine überhebliche, weltliche Selbstliebe. Es ist nicht: „Ich bin so geil, ich kann es kaum glauben!“

Es ist etwas völlig anderes.

Und hier stellt sich die Frage: Wenn ich mich selbst nicht wertschätze, wenn mein Selbstbild so schlecht ist – wie kann ich dann andere lieben?

Das ist von entscheidender Bedeutung, denn wenn mein Selbstwert als Mensch so tief ist, wenn ich selbst nichts von mir halte und dies meine Einstellung zum eigenen Leben prägt, überträgt sich dieses Bild automatisch auch auf andere. Dann sind eben auch andere nichts anderes als ein weiterer Fleischsack ohne Bedeutung.


Gott vergibt uns immer wieder

Ein bekannter Vers aus 1. Johannes 1,9:

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

Und im Vaterunser:

„… und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern …“

– Evangelium nach Matthäus 6,12

In diesen Versen ist Selbstliebe ebenfalls impliziert: Wer Gottes Vergebung bittet und diese annimmt, darf die eigene Schuld nicht weiter gegen sich festhalten.

Denn die Bibel sagt weiter, im Römerbrief 8,1:

„Es gibt also jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“

Wir sind angenommen von Gott! Egal, wie sehr wir sündigen, egal wie oft wir wieder zu Kreuze kriechen und Gott zum tausendsten Mal um Vergebung bitten – wir sind angenommen!

Evangelium nach Johannes 3,16 – lautet:

„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.

Wenn ein Christ an diesen Gott glaubt, der uns mit all unseren Fehlern annimmt und liebt, dann ist Selbstliebe ebenfalls Pflicht!

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