Die drei Arten von Tod – und wie sie oft durcheinandergebracht werden
Die Schrift spricht mindestens in drei Bedeutungsfeldern vom Tod:
1. Physischer Tod – Trennung von Leib und Seele
2. Geistlicher Tod – Trennung von Gott
3. **Ewiger Tod („zweiter Tod“) ** – endgültige Trennung von Gott im Gericht
Diese drei sind miteinander verwandt, aber nicht identisch
1. Physischer Tod
Das ist der leibliche Tod – wenn der Körper stirbt.
Hebräer 9,27
„Und so gewiss es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“
Hier ist eindeutig der körperliche Tod gemeint.
2. Geistlicher Tod
Das bedeutet: Ein Mensch lebt biologisch, ist aber von Gott getrennt.
Epheser 2,1
„Auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden.“
Die Epheser lebten körperlich – aber waren geistlich tot.
3. Der „zweite Tod“
Das ist der endgültige Gerichtszustand.
Offenbarung 20,14
„Und der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod.“
Hier geht es um den ewigen Zustand.
Warum diese Unterscheidung wichtig ist
Es ist entscheidend, diese Todesarten auseinanderzuhalten, weil sie unterschiedliche Bedeutungen haben. Vielen Christen ist nicht bewusst, dass der physische Tod ursprünglich nicht von Gott vorgesehen war. Der Mensch war nicht geschaffen, um zu sterben.
Der Mensch war von Anfang an als Einheit aus Geist und Körper geschaffen – nicht nur als Geistwesen wie die Engel. Er war zur Gemeinschaft mit Gott bestimmt – lebendig im Leib und im Geist.
Der physische Tod kam durch die Sünde in die Welt. Er ist Folge des Falls, nicht Teil der ursprünglichen Schöpfungsordnung.
Darum gilt: Wenn Gott sein endgültiges Reich aufrichtet, werden die Gläubigen wieder einen verherrlichten Körper empfangen:
Der verherrlichte Leib
1. Korinther 15,42–44
„So wird auch die Auferstehung der Toten gesät in Verderblichkeit, sie wird auferweckt in Unvergänglichkeit; gesät in Schmach, sie wird auferweckt in Herrlichkeit; gesät in Schwachheit, sie wird auferweckt in Kraft; gesät ein natürlicher Leib, sie wird auferweckt ein geistlicher Leib. Wenn es einen natürlichen Leib gibt, so gibt es auch einen geistlichen.“
1. Korinther 15,50–53
„Nun aber sage ich euch, Brüder: Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben, noch kann Verderblichkeit Unvergänglichkeit erben. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune. Denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden unverweslich auferweckt werden, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Verwesliche muss Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche muss Unsterblichkeit anziehen.“
Philipper 3,20–21
„Unsere Bürgerschaft aber ist in den Himmeln; von dort erwarten wir auch den Retter, den Herrn Jesus Christus, der unseren Leib der Niedrigkeit verwandeln wird, dass er gleichförmig werde seinem Leib der Herrlichkeit, nach der Wirkung, mit der er sich alle Dinge unterwerfen kann.“
Römer 8,11
„Wenn aber der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen in euch wohnenden Geist."
Diese Verheißung zeigt:
Der physische Tod ist nicht das letzte Wort.
Die Trennung von Leib und Seele ist nicht Gottes endgültiger Plan.
Die Gläubigen werden auferstehen – nicht als reine Geister, sondern mit einem verherrlichten, unvergänglichen Leib.
Der Mechanismus der Sünde die zum physischen Tod führt
Römer 5,12–21 beschreibt: „12 Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist, weil sie alle gesündigt haben.
Alle Menschen unterliegen der Erbsünde. Alle sind in einem gefallenen Zustand der sie zur Sünde verleitet. Die Sünde führt zum physischen Tod. Der physische Tod ist zu allen gelangt weil eben alle sündigen. Dies gilt auch für Kinder. Kinder können sterben weil sie sündigen.
Alle Menschen müssen nach dem Tod zum Gericht antreten
Hebräer 9,27 sagt: „Und wie den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“
Jeder Mensch ist zum physischen Tod bestimmt. Der Tod ist die universale Folge der gefallenen Welt und der Sünde Adams.
Kinder, wie alle Menschen, fallen unter diesen Todesmechanismus. Sie tragen die gefallene Natur und sind vor Gott schuldig, doch diese Schuld wird ihnen nicht angerechnet, solange sie moralisch noch nicht verantwortlich sind.
Tod „herrscht“ über alle (Römer 5), aber persönliche Verdammnis hängt von Bewusstsein und Glaubensfähigkeit ab.
Das Gericht, das auf den Tod folgt, ist ein Prozess vor Gott, der sowohl Verhandlung als auch Urteil umfasst. Wichtig ist: Gericht bedeutet nicht automatisch Verdammnis. Gottes Gnade in Jesus Christus kann Schuld aufheben, Freispruch gewähren oder die Verantwortung noch nicht anrechnen – besonders bei Kindern, deren moralisches Bewusstsein sich noch entwickelt. Deshalb heißt es im Hebräer 9,27 „danach aber das Gericht“ und nicht „danach Verdammnis“.
Römer 5,12–21 beschreibt: „
Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist, weil sie alle gesündigt haben.
Denn schon vor dem Gesetz war die Sünde in der Welt; wo aber kein Gesetz ist, da wird die Sünde nicht in Rechnung gestellt.
Dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht mit einer gleichartigen Übertretung gesündigt hatten wie Adam, der ein Vorbild dessen ist, der kommen sollte.
Aber es verhält sich mit der Gnadengabe nicht wie mit der Übertretung. Denn wenn durch die Übertretung des Einen die Vielen gestorben sind, wie viel mehr ist die Gnade Gottes und das Gnadengeschenk durch den einen Menschen Jesus Christus in überströmendem Maß zu den Vielen gekommen.
Und es verhält sich mit dem Geschenk nicht so, wie mit dem, was durch den einen kam, der sündigte. Denn das Urteil [führt] aus der einen [Übertretung] zur Verurteilung; die Gnadengabe aber [führt] aus vielen Übertretungen zur Rechtfertigung.
Denn wenn infolge der Übertretung des einen der Tod zur Herrschaft kam durch den einen, wie viel mehr werden die, welche den Überfluss der Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den Einen, Jesus Christus!
Also: Wie nun durch die Übertretung des einen die Verurteilung für alle Menschen kam, so kommt auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung, die Leben gibt.
Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten gemacht. 20 Das Gesetz aber ist daneben hereingekommen, damit das Maß der Übertretung voll würde. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.“
Kinder fallen unter den Todesmechanismus und tragen die Erbsünde, doch die Schuld wird ihnen noch nicht angerechnet, solange sie moralisch noch nicht verantwortlich sind. Erreichen sie aber ein gewissen Alter, unterliegen automatisch der Verdammung, weil sie das Erlösungsangebot ausgeschlagen haben.
Kinder wissen nicht was gut und böse ist
Mose 3,22 sagt: „Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie wir und weiß, was gut und böse ist; und nun, dass er nur seine Hand ausstrecke und auch von dem Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe!“
Diese Verse verdeutlichen, dass moralische Verantwortung an die Erkenntnis von Gut und Böse gebunden ist. Gott entscheidet individuell, wer moralisch verantwortlich ist. Kinder, deren moralisches Bewusstsein sich noch nicht entwickelt hat, fallen unter Tod und Gericht, aber noch nicht unter persönliche Verdammnis.
5. Mose 1,39
Eure kleinen Kinder aber, von denen ihr sagtet, sie würden zum Raub werden, und eure Söhne, die heute weder Gutes noch Böses erkennen, sie sollen hineinkommen; ihnen will ich es geben, und sie sollen es in Besitz nehmen.
=>
Hier geht es um den Eintritt in das gelobte Land. Hier kann man durchaus den Schluss ziehen, dass eben die Kinder, weil sie unschuldig sind, in das Land hineindürfen.
Jesaja 7,16
Denn ehe der Knabe das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen weiß, wird das Land verlassen sein vor seinen beiden Königen, vor denen dir graut.
Jona 4,11
Und ich sollte Ninive nicht verschonen, die große Stadt, in der mehr als 120 000 Menschen sind, die ihre rechte Hand nicht von ihrer linken unterscheiden können, dazu auch viele Tiere?
=> Ninive wurde wegen seiner Unwissenheit verschont. Die Menschen in Ninive wurden von Gott verschont weil, sie wie die Kinder, links von rechts nicht unterscheiden konnten.
2. Samuel 12,22–23
Er sprach: Als das Kind noch lebte, fastete und weinte ich; denn ich dachte: Wer weiß, vielleicht ist der HERR mir gnädig, sodass das Kind am Leben bleibt?
Nun aber, da es tot ist, warum sollte ich fasten? Kann ich es wieder zurückbringen? Ich werde wohl zu ihm gehen, es aber wird nicht zu mir zurückkehren!
=> König David weiss, dass er als Gerechter zu seinem Kind zurückkehren wird. Und wo gehen Gerechte hin?
Gericht nach dem Tod
Korinther 5,10 sagt: „Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange nach dem, was er im Leib getan hat, es sei gut oder böse.“
Matthäus 25,31–46 beschreibt das Gericht als Verhandlung, in der Menschen nach ihrem Leben getrennt werden.
Dieses Gericht ist nicht bloß eine Formalität. In ihm wird die eigene Schuld offenbart. Beim Urteil wird kein Zweifel bestehen, dass der unbußfertige Mensch Gott auf Grundlage seines freien Willens abgelehnt hat. Und was sollte Gott wohl mit einem Baby oder einem Kind im Vorschulalter machen, das noch nicht einmal lesen kann?
Schon gerichtet wer nicht glaubt
Johannes 3,18 sagt: „Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“
Johannes 3,36 sagt: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“
Man könnte meinen, dass alle, die nicht an Jesus glauben, automatisch gerichtet werden. Auf der einen Seite mag das zutreffen, auf der anderen Seite jedoch nicht. Wie man sieht, gibt es Menschen, die geistig noch nicht die Reife besitzen, sich bewusst zu diesem Glauben zu bekehren.
Die Bibel verlangt, dass man Buße tut, also eine ehrliche Hingabe an Gott vollzieht. Ein Kind kann dies nicht leisten.
Bei erwachsenen, zurechnungsfähigen Menschen sind diese Verse jedoch genau so zu verstehen, wie sie geschrieben stehen.
Markus 1,15: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium.“
Persönliche Verdammnis hängt also an Glauben und moralischer Reife. Kinder, die noch nicht schuldfähig sind, fallen unter Tod und Gericht, aber nicht unter persönliche Verdammnis, da Gottes Gnade ihre Schuld nicht anrechnet.
Ironischerweise sagt Jesus ja gerade, dass man wie die Kinder werden muss um in den Himmel zu kommen
Matthäus 18,3 sagt: „Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen.
“ Markus 10,14 sagt: „Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran; denn solcher ist das Reich Gottes.“
Lukas 18,16 sagt: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn das Reich Gottes gehört solchen.“
Diese Verse zeigen, dass Kinder trotz der Erbsünde und des Todesmechanismus um ihrer Unschuld, ihres Vertrauens und ihrer Unwissenheit über Gut und Böse willen automatisch in das Reich Gottes kommen. Sie sind vor Gott schuldig, aber die Schuld wird ihnen nicht angerechnet, und Gericht bedeutet nicht automatisch Verdammnis, sondern kann in vielen Fällen auch Freispruch bedeuten.
Korinther 15,21–22 sagt: „Denn weil der Tod durch einen Menschen kam, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen; denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.“ Christus schenkt neues Leben, Auferstehung und Rechtfertigung.
Der Korinthertext spricht nichts von Verdammnis, sonst würde er wieder vom physischen Tod handeln, der niemals hätte eintreten sollen. Der Vers behandelt die Auferstehung der Toten. Es geht also darum, dass letztlich alle Menschen, die durch Gott gerechtfertigt wurden, auferstehen und einen verherrlichten Körper erhalten werden.
Und da wird es ganz viele Kinder darunter haben. Garantiert.