Kampfplan zur Verhinderung der Sünde: 

Nicht nur reine Hände, sondern auch ein reines Herz


Zurück auf Feld 1

Mit dem Sündigen ist es wie mit dem Leiternspiel. Man würfelt schlecht kommt, aufs falsche Feld und muss zurück zum Start. Ganz an den Anfang. Genau das passiert wenn wir sündigen. Wobei auch das nicht ganz stimmt. Je nach Sünde haut es die Spielfigur gleich ganz vom Brett. Und erst wenn die Sünde vor Gott ehrlich bereut wird, darf man wieder aufs Feld:

1. Johannes 1,7–9:

Wenn wir unsere Sünden bekennen, „so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

Der Johannesvers beschreibt den Neustart auf Feld 1. Den Neustart dürfen und müssen wir immer wieder wagen:


6. Philipper 3,13–14

„Ich bilde mir nicht ein, es schon ergriffen zu haben. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, und jage auf das Ziel zu […]“

Paulus beschreibt hier das geistliche Leben als einen fortwährenden Kampf und Lauf – mit Blick nach vorn, trotz Rückschlägen.


Timotheus 4,7–8

„Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt; nun liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit […]“

Rückblick eines treuen Kämpfers – eine Ermutigung, durchzuhalten bis zum Ende. Nie aufgeben besser zu werden! Es ist ein Kampf!


Sprüche 24,16

„Denn der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf; aber die Gottlosen stürzen nieder im Unglück.“

Auch wer kämpft, fällt – aber das Entscheidende ist, wieder aufzustehen.


Was erwartest du eigentlich?

Du bist wieder auf Feld 1.

Du stehst weit entfernt vom heiligen Berg Gottes – und sehnst dich danach, dort mit ihm auf der Spitze zu stehen.

Also bilde dir nicht ein, dass du ein Anrecht hättest, schon weiter zu sein.

Du bist genau dort, wo du hingehörst: auf Feld 1.

Aber: Du bist immer noch im Spiel,

denn du wurdest versiegelt mit dem Heiligen Geist.

Du wirst dieses Spiel spielen, bis du stirbst.

Wobei ich die Spiel-Analogie jetzt verlassen möchte:

Es geht darum, Gott näher zu kommen und Jesus immer ähnlicher zu werden.

Aus Liebe zu Gott und den Mitmenschen strebt der Christ danach, immer besser zu werden –

besser im Sinn von: heiliger.


Reine Hände und ein reines Herz

Die Bibel spricht vom reinen Herzen und Händen. Warum ist das so? Weil es nicht das Gleiche ist:

2. Psalm 24,3–4

„Wer darf auf den Berg des Herrn gehen? […] Wer unschuldige Hände hat und ein reines Herz, der nicht mit falscher Seele umgeht.“

„Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid!“

Jakobus 4,8

Die Hände stehen für die Taten. Das Herz für die Gedanken. Die reinen Hände stehen für ein Leben mit möglichst wenig Sünde, das Herz steht für die inneren Gedanken. So ist es möglich nach aussen hin nicht zu sündigen. Aber im Herzen schon.


Nur wer beides im Griff hat darf auf Gottes Berg

Matthäus 5,8:

„Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“


Jesus kritisierte die Pharisäer genau wegen dem:

„Ihr reinigt das Äußere des Bechers, aber innen seid ihr voller Raubgier und Maßlosigkeit.“

Aber nur wer auch im Herzen rein ist kann sich Gott nähern:

„Naht euch zu Gott – und er wird sich euch nahen. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid!“

(Jak 4,8)


Dieses Kapitel im Kontext verstehen

Die vorherigen Kapitel über den Kampf gegen die Sünde beschäftigen sich mit den Händen. Nämlich wie man konkret vermeidet, versucht zu werden, und wie man es verhindern kann. Sie behandelten, was alles einen Einfluss hat, wenn man versucht wird. Wie Satans Welt funktioniert. Wie die Dämonen einflüstern. Warum es zu Sünde kommt.

Aber was ist mit dem Herzen? Wie kriegt man ein reines Herz und wie bewahrt man es sich? Und warum ist es so wichtig, auch um die Sünde zu verhindern? 


Es fängt im Kleinen an

Ich nehme an, du probierst schon einiges umzusetzen von meiner Webseite. Aber dennoch sündigst du manchmal doch noch. Wie sieht es in deinem Herzen aus? Ich möchte hier gleich warnen, dass dieses Kapitel nur für fortgeschrittene Christen ist. Vielleicht ist das noch ein wenig zu viel für dich. Das ist okay. Setze um, was du kannst, aber bestrafe dich nicht, wenn nicht alles klappt.

Lukas 9,23 – Schlachter 2000

„Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge mir nach.“

Galater 2,19–20 – Schlachter 2000

„Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“

Das „Kreuz auf sich nehmen“ bedeutet: Mein altes Ich ist gestorben – Christus lebt nun in mir.


2. Korinther 4,10–11 – Schlachter 2000

„Allezeit tragen wir das Sterben des Herrn Jesus am Leib umher, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar wird.

Denn wir, die wir leben, werden beständig dem Tod ausgeliefert um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird.“

Nachfolge ist gelebte Identifikation mit dem Kreuz – sie zeigt sich im ganzen Leben.


Was lebst du im Fleisch?

Was begehrt dein Herz sonst noch? Weil wenn du dich nur auf Sexualität versteifst, dann siehst du das große Ganze nicht. Du konsumierst keine Sachen mehr, die offensichtlich sexuell konnotiert sind? Super! Und was ist mit Gewalt? Filme, Videogames? Was ist mit Humor, der öfter unter die Gürtellinie geht? Was ist mit Clips, die einfach nur stupide sind? Was ist dir sonst noch wichtig den ganzen Tag lang? Wie viele TikTok-Videos, eigens auf dich zugeschnitten, konsumierst du? Wenn du etwas kommentierst im Netz, warum machst du das? Willst du verletzen? Verhöhnen. Willst du Recht haben. Wenn du Gespräche führst mit deinen Mitmenschen bei der Arbeit, worum geht es? Ist es wahr? Ist es gut? Ist es wichtig? Macht ihr dumme Spässe? Erlaubst du dir dann weltlich zu denken? Letzlich geht es um folgendes:

Jakobus 4,7–8:

„So unterwerft euch nun Gott.

Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch.

Naht euch zu Gott, und er wird sich euch nahen.

Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid.“


2. Korinther 10,5 (Schlachter 2000):

„Wir zerstören damit Vernunftschlüsse und alle Höhe, die sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi.“

Wenn unser Herz nicht rein ist, können wir uns Gott nicht nähern. Es geht nicht nur darum, nicht zu sündigen – also eine Handlung nicht zu tun, die laut Bibel Sünde ist. Es geht darum, dass auch unser Denken gereinigt ist und das Herz nicht mehr geteilt ist.


Denn sonst ist unsere Intention im Gebet zum Beispiel nicht echt:

„Oh Herr, ich möchte dies und jenes nicht tun! Hilf mir!“, aber nebenbei erlaube ich mir andere Sachen, die ja nicht so schlimm sind.

„Ich konsumiere den Dreck der Welt und amüsiere mich köstlich darüber, – vergib mir, Herr. 

Schütze mich vor dem Satan...“

Jesaja 64,6

„Wir sind alle wie Unreine, und all unser Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid.“


Die Konsequenz des geteilten Herzen ist klar

Du stimmst der gefallenen Welt immer noch zu. Du lässt zu, dass dich die gefallene Welt beeinflussen darf. Du lässt das unreine ein Stück weit zu. Und es wird dich beeinflussen. Gott kannst du dich so nicht nähern. Deinem Herz gefällt es. Es ist nicht rein. Es ist zweigeteilt. Ein Teil will Gott dienen. Der andere Satan. So kann er dich nicht schützen. Du wirst sündigen!

2. Korinther 6,14–15 (Schlachter 2000):

„Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was hat die Gerechtigkeit mit der Gesetzlosigkeit zu schaffen?

Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?

Wie stimmt Christus mit Belial(Ein alter Begriff für Satan) überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen?“

Gott nimmt dich so nicht ernst im Gebet! Warum sollte er? Du nimmst es nicht ernst!

Jakobus 3,9–10 (Schlachter 2000):

„Mit ihr loben wir Gott, den Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bild Gottes gemacht sind. Aus ein und demselben Mund geht Loben und Fluchen hervor. Das, meine Brüder, soll nicht so sein!“


Was du tun musst

Du musst dieser gefallenen Welt, mit all ihren Fallstricken entsagen, dein Denken sollte sich nur auf Gott richten und was er möchte. Du darfst am Dreck der Welt nicht teilnehmen. 

Ich bin sicher, gerade jetzt wo du das liest, sagt Dir der Dämon: «Ja dann habe ich ja gar keinen Spass mehr!» 

Doch sage ich Dir, du kannst noch ganz viele Dinge tun, die Spass machen. Du wirst feststellen, dass sich dadurch Türen öffnen werden. Dass du Sachen erledigen kannst die du schon immer wolltest. Bücher lesen. Ein Hobby anfangen, dich Weiterbilden. Mehr Zeit mit der Familie verbringen. Du wirst bewusster Leben und das wird extrem Spass machen.


2. Korinther 7,1

„Da wir nun diese Verheißungen haben, meine Lieben, so lasst uns uns selbst von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes reinigen und die Heiligung in der Furcht Gottes vollenden.“ Selbst!

Das ist hart, und du wirst mit Sicherheit Bereiche und Tätigkeiten in deinem Leben erkennen, in denen du Gott eben nicht ganz dienst.

Aber genau das geht nicht.

Du musst im übertragenen Sinn alles „verkaufen“ – also alles aufgeben, was dich an die Welt bindet.

Das kann ein Hobby sein, das sündhafte Elemente enthält,

oder Freunde, die dich in der Sünde festhalten.

Wer Gott ganz folgen will,

wer seinen Schutz und seine Nähe wirklich erfahren will,

muss bereit sein, Dinge in seinem Leben aufzugeben.


Matthäus 19,21–22 (Schlachter 2000)

Jesus sprach zu ihm: Wenn du vollkommen sein willst, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!

Als aber der junge Mann dieses Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter.


Matthäus 10,34–36 (Schlachter 2000)

„Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden auf die Erde zu bringen;

Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert!

Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;

und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.“


Ein Aufruf nicht zu radikal sein

Jesus ist Gott – und er ist immer der höchste, oft unerreichbare Maßstab.

Wäre alles leicht erreichbar, würden wir uns nicht mehr wirklich anstrengen. Verstehst du? Deshalb müssen wir die Verse immer im Gesamtkontext der Bibel lesen.

„Ehre Vater und Mutter“, „Sorge für deine Familie“ – das sind genauso göttliche Anweisungen.

Die radikalen Aussagen Jesu sind deshalb oft bildhafte, herausfordernde Lehren, die unser Herz prüfen sollen.

Es geht darum, dass wir uns nach Gott ausstrecken – nicht nach der Welt.

Das ist hart. Aber wenn du nicht immer wieder auf Stufe 1 zurückfallen willst,

dann ist es Zeit, ehrlich mit deinem Herzen zu sein.


Philipper 3,13–14

„Ich vergesse, was dahinten ist,

und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt,

und jage auf das Ziel zu, den Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“

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