JESUS IST GOTT: DER BAUMEISTER UND DIE WEISHEIT


Der wohl schönste Moment in der Bibel

Im Alten Testament wird Jesus manchmal versteckt erwähnt. Manchmal gibt es Abschnitte in ellenlangen Büchern, die nicht so recht zum Rest passen wollen. Einer davon befindet sich im Buch der Sprüche. Jesus ist die Weisheit. Der Text offenbart für mich als Christ ein unglaublich schönes Bild:

„Ruft nicht die Weisheit laut, und lässt nicht die Einsicht ihre Stimme vernehmen?“ (Sprüche 1,1)

Gleichzeitig offenbart der Text die Trinität einmal mehr: „Ich bin eingesetzt von Ewigkeit.“ Jesus wurde nicht erschaffen. Er war und ist von Ewigkeit her dabei. Ich stelle mir das als etwas unglaublich Schönes vor. Als Gott durch Jesus die Welt erschuf. Jesus – die Weisheit. Jesus – der Baumeister.


Paulus bestätigt: Jesus ist die Weisheit

„Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit (Jesus) nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu retten, die glauben.“ (1. Korinther 1,21)


Eine unberührte Erde - Lass dich einen Moment auf dieses Bild ein:

Ich stelle mir eine klare, unberührte Erde vor. Frische, kühle Luft. Strahlend blauer Himmel. Keine Straßen, keine Häuser, kein Lärm. Perfekt nach Gottes Design. Alles hatte seinen Platz. Eine große Einheit. Keine Länder, keine Grenzen – nichts verändert von Menschenhand. Ich stelle mir vor, wie langsam immer mehr Leben entstand. Und der Menschensohn, der dies alles geschaffen hatte – der Werkmeister Gottes:

Sprüche 8,22–31 (Schlachter 2000)

Der HERR besaß mich am Anfang seines Weges, ehe er etwas machte, vor aller Zeit. Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, vor dem Anfang, vor den Ursprüngen der Erde. Als noch keine Fluten waren, wurde ich geboren, als die wasserreichen Quellen noch nicht flossen. Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren. Als er die Erde noch nicht gemacht hatte und die Fluren, die ganze Summe des Erdenstaubes – als er den Himmel gründete, war ich dabei; als er einen Kreis abmaß auf der Oberfläche der Meerestiefe, als er die Wolken droben befestigte und Festigkeit gab den Quellen der Meerestiefe; als er dem Meer seine Schranke setzte, damit die Wasser seinen Befehl nicht überschritten, als er den Grund der Erde legte – da war ich Werkmeister bei ihm, war Tag für Tag seine Wonne und freute mich vor seinem Angesicht allezeit; ich freute mich auf seinem Erdkreis und hatte meine Wonne an den Menschenkindern.

Eine Szene der Ruhe, der Ordnung, der Liebe. Jesus – die Weisheit – bei Gott, als Werkmeister von Ewigkeit her, als Wonne. Schon vor allem, mitten in allem. Und mit Freude an den Menschenkindern.


Erinnerung an Johannes 1,1

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.“ (Johannes 1,1–3)

Das Ganze berührt natürlich einmal mehr die Thematik der Trinität, welche in anderen Kapiteln ausführlich erklärt wird. Hier möchte ich nur einen Vers anfügen, der noch einmal zeigt, dass der einzige wahre Gott eine Einheit in Dreiheit ist:

Johannes 6,46

„Nicht, dass jemand den Vater gesehen hätte; nur der, welcher von Gott ist, der hat den Vater gesehen.“

Jesus unterscheidet hier Gott und den Vater. Gott ist die Trinität. Jesus ist Gott und von Gott – und wer Gott gesehen hat, hat den Vater gesehen.


Eine legitime, alternative Lesart von Genesis 1

In der hebräischen Bibel beginnt die gesamte Heilige Schrift mit dem bekannten Vers aus Genesis 1,1: „Bereshit bara Elohim et hashamayim ve’et ha’aretz“ – „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Das erste Wort, Bereshit, wird gewöhnlich mit „im Anfang“ übersetzt. Doch bei genauerem Hinsehen steckt in diesem Wort eine tiefere Bedeutung. Es besteht aus zwei Teilen: „be“, was „in“ bedeutet, und „reshit“, was sich mit „Anfang“, „Erstling“, „Erstes“ oder auch „Erstgeborenes“ übersetzen lässt.

In Sprüche 8,22 steht ebenfalls das Wort reshit: „Der HERR besaß mich im Anfang seines Weges, vor seinen Werken in der Urzeit.“ Hier spricht die personifizierte Weisheit, die vor der Schöpfung bei Gott war und aktiv daran mitwirkte. Diese Weisheit wird in der christlichen Theologie seit den Kirchenvätern mit Jesus Christus identifiziert, dem ewigen Sohn Gottes, der beim Vater war, bevor alles begann. Das Johannesevangelium unterstützt diese Deutung: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden…“ (Johannes 1,1–3). Ebenso beschreibt Paulus in Kolosser 1,15–16 Christus als „das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung“, in dem alles geschaffen wurde.

Wenn man nun Genesis 1,1 im Licht dieser neutestamentlichen Aussagen betrachtet, ergibt sich eine tiefere Lesart. Das Wort Bereshit – „in (dem) Anfang“ – kann auch typologisch auf Christus hin gelesen werden, der im Neuen Testament als der „Anfang“, der „Erstgeborene“, der „Logos“ und der „Werkmeister“ dargestellt wird. In diesem Sinne könnte man Genesis 1,1 auch deuten als: „In Christus schuf Gott Himmel und Erde.“ Diese Lesart verändert nicht den ursprünglichen Text, sondern verleiht ihm eine christologische Dimension, die mit dem Zeugnis des Neuen Testaments im Einklang steht.

So zeigt sich ein tiefer Zusammenhang zwischen den Begriffen Bereshit in Genesis, Reshit in Sprüche 8 und den Aussagen über Christus in Johannes 1 und Kolosser 1. Die Weisheit, die bei Gott war, ist der Sohn. Der Erstgeborene aller Schöpfung ist der Anfang. Und der Anfang, in dem Gott Himmel und Erde schuf, ist Christus. Genesis 1,1 ist somit nicht nur der Beginn der Welt, sondern auch ein Hinweis auf das Zentrum aller Dinge: Jesus Christus, in dem, durch den und für den alles geschaffen wurde.


Einfach nur schön…

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