Haha, Christentum!

Ein Leben lang sündigen und dann Christus annehmen


Lustige Ideen

„Ihr Christen seid schon lustig. Laut Christentum kann ich ein Leben lang sündigen und im letzten Moment den Glauben annehmen, und dann komme ich in den Himmel.“

Diese Belustigung habe ich schon mehrere Male gehört.

Aber geht das denn so einfach? Kann ich bewusst ein Leben lang sündigen und im letzten Moment noch die „Frei-aus-dem-Gefängnis-Karte“ ziehen?


Oder eine weitere Belustigung:

"Einfach sündigen und zehn Ave Maria sagen, und dann ist wieder alles gut mit Gott und er vergibt Dir."

Die Aussagen verraten mehr über die Menschen, die nicht an Gott glauben wollen, als ihnen lieb ist.

• Sie wissen im Grundsatz und in Teilen, was Sünde ist.

• Sie wissen, dass es falsch wäre, so zu leben.

• Sie meinen, dass es unfair wäre, wenn diese Rettung in letzter Sekunde so möglich wäre.

• Sie haben sich eine billige Ausrede zurechtgelegt, um das Christentum für sich selbst als unglaubwürdig abzutun.

• Sie kennen die biblische Lehre nicht


Aber wäre es denn so schlimm, wenn es so möglich wäre?

Eine provokante Frage, nicht wahr? Laut Bibel kommen alle Menschen in die Hölle, die Jesus als ihren Erlöser ablehnen. Eine übernatürliche Folterkammer für Menschen und Dämonen, und sie währt ewig.

Hier wird ein zentraler Unterschied zu anderen Religionen deutlich: Nicht die Frage, ob ein Mensch gesündigt hat, entscheidet – denn das haben alle –, sondern ob er die Erlösung durch Jesus annimmt oder ablehnt. Wer sie ablehnt, bleibt unter dem Gericht seiner Sünden. Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, sagt die Bibel.

Über die Hölle kann man auf dieser Webseite ganz viel lesen.


Der Teufel steckt im Detail

Wenn der Mensch echte Reue zeigt, so ist er erlöst. Das eindrücklichste Beispiel sind die zwei Verbrecher, die am Kreuz mit Jesus hingen:

„Einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sagte: Bist du nicht der Christus? Hilf dir selbst und uns!

Der andere aber wies ihn zurecht und sprach: Fürchtest du Gott nicht, da du doch in gleicher Verdammnis bist?

Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.

Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst!

Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

(Lukas 23,39–43)

Jetzt könnte man sagen: „Ja genau, der war doch ein Leben lang ein böser Sünder und hat sich umentschieden, hier siehst du es!“

Die eigentliche Frage ist jedoch: Wie lange kannte er Jesus? Wann erkannte er ihn als den Messias? Wahrscheinlich wurde ihm dies erst am Kreuz bewusst, als Jesus unschuldig gekreuzigt wurde. Möglicherweise hatte er ihn zuvor schon gesehen, etwa bei seinen Wundern. Doch er war sich wohl noch nicht sicher, ob Jesus tatsächlich der Messias ist – erst am Kreuz wurde es ihm klar. Letztlich wissen wir es nicht genau.

Die ganze Thematik ist komplexer, als es scheint. Gott verlangt ehrliche Buße. Eine ehrliche Bekehrung zu ihm. Er will, dass wir seine Existenz anerkennen, dass er unser Schöpfer ist, dass wir in einem gefallenen Zustand sind, mit einer tief verankerten Tendenz zum Sündigen. 

Im besten Fall ist diese Buße von ehrlicher Reue begleitet: 

Die Reue des Übeltäters am Kreuz, der weiß, dass er den Tod verdient hat. Und das ist der springende Punkt.

Jetzt beginnt man langsam zu verstehen, wie absurd die Aussage ist, ein Leben lang bewusst sündigen zu wollen und am Ende noch kurz zum Glauben zu kommen. 

Denn: „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, bleibt kein Opfer für Sünden mehr übrig, sondern nur ein schreckliches Warten auf das Gericht“ 

(Hebräer 10,26–27).

Auch die Aussage über das Sündigen selbst entpuppt sich als ein Schuss ins eigene Knie. Denn der Christ bittet Gott nicht um Vergebung, damit er wieder eine „reine Weste“ hat, um weiter zu sündigen, sondern weil er in einer richtigen Beziehung zu ihm stehen möchte:

 „Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben und doch in der Finsternis wandeln, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde“ 

(1. Johannes 1,6–7). 

Christen sündigen: 

„Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns“ 

(1. Johannes 1,8). 

Christen sind nicht besser als andere, sondern durch Jesus gerettet und werden durch den Heiligen Geist geleitet: 

„Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, sind Söhne Gottes“ 

(Römer 8,14). 

Sündlos sind sie jedoch nicht: 

„Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns“ 

(1. Johannes 1,10).

Jede Sünde muss vor Gottes Thron gebracht werden: 

„Darum lasst uns mit Zuversicht hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe“ 

(Hebräer 4,16). 

Es geht darum anzuerkennen, dass man Sünder ist und dass Jesus auch für die neue Sünde am Kreuz gestorben ist: 

„Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten; und er ist die Sühnung für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt“ 

(1. Johannes 2,1–2). 

Durch die Bitte um Vergebung macht man sich jedes Mal aufs Neue klar: Ich bin ein Sünder, ich brauche Vergebung, und Jesus hat für mich den Preis der Vergebung bezahlt: 

„In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade“ (Kolosser 1,13–14).

Es geht also nicht darum, dass der Christ sündigen darf oder soll – das soll und darf er nicht: 

„Was sollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit die Gnade überströme? Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben?“ 

(Römer 6,1–2) 

–, sondern um das Anerkennen, dass Erlösung nicht durch Werke kommt, sondern durch die Vergebung Gottes: 

„Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme“ 

(Epheser 2,8–9). 

Somit bleibt der Christ in Abhängigkeit von Gott und bleibt demütig: 

„Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade“ 

(Jakobus 4,6).


Also kann ein böser Mensch Christ werden?

Ja, im Grundsatz ist das möglich. Aber Gott lässt das Böse nicht einfach zu. Und auch seine Geduld hat Grenzen. Eindrücklich zu lesen im Kapitel „Warum lässt Gott das Böse zu?“ Gott lässt nichts schleifen, glaube mir.

Link: Warum lässt Gott das Böse zu?

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