Als Mose Gott im brennenden Dornbusch nach seinem Namen fragte, erhielt er eine ungewöhnliche Antwort:
„Ich bin, der ich bin“ (Exodus 3,14).
Später greift Jesus diese Aussage auf und sagt von sich: „Ehe Abraham war, bin ich“ (Johannes 8,58).
Beide Aussagen haben etwas gemeinsam: Sie bringen nicht einfach einen Namen zum Ausdruck, sondern eine fundamentale Wahrheit über Existenz.
Gott bezeichnet sich nicht mit einem Namen im herkömmlichen Sinn – nicht wie ein Titel, nicht wie eine Rolle oder Funktion. Er nennt sich „Ich bin“. Diese Worte sind mehr als eine Beschreibung; sie sind eine Offenbarung. Sie machen deutlich: Gott ist das Sein selbst. Nicht ein Wesen unter vielen, sondern der Ursprung allen Seins. Alles, was ist, ist, weil Gott ist.
Er war, Er ist und wird immer sein.
Diese Aussage hat eine tiefgreifende Bedeutung für unser eigenes Dasein. Denn wenn Gott „Ich bin“ ist, dann leben auch wir aus diesem „Ich bin“ heraus. Unsere Existenz ist kein Zufall, kein isoliertes Ereignis, sondern verwurzelt im Sein Gottes. Wenn wir sagen „Ich bin“, dann ist es nur möglich, weil Er ist.
Unser Dasein ist eine Folge seines ewigen Seins.
Unsere Identität gründet letztlich nicht in uns selbst, sondern in ihm.
Deshalb ist „Ich bin“ nicht nur eine Aussage über Gott – es ist auch ein Spiegel für uns selbst. Es erinnert uns daran, dass unser Leben einen Ursprung und einen Sinn hat. Es zeigt, dass wir verbunden sind mit dem, der sich als ewiges Sein offenbart.
So wird aus dem göttlichen Namen eine stille Wahrheit über jeden Menschen:
Wir sind – weil Du bist