GÖTTERDÄMMERUNG: 

ALS JESUS KLAR SCHIFF MACHTE IM ZWEITEN HIMMEL


Viele Freikirchen gehen davon aus, dass die Mächte und Gewalten im zweiten Himmel wohnen. Das ist nur zum Teil richtig. Gott setzt hohe Engel als Verwalter über bestimmte Gebiete ein, die auch heute noch im zweiten Himmel wirken. Die bösen Mächte und Gewalten dagegen wurden zusammen mit Satan auf die Erde – den ersten Himmel – gestürzt. Dieses Kapitel zeigt deutlich, welche Folgen Jesu Rückkehr zum Vater für Himmel und Erde hatte. Es war kein symbolisches Ereignis, sondern ein Wendepunkt mit tiefgreifenden Auswirkungen für Menschen und Engel.


Die drei Himmel und der Aufenthaltsort der Mächte – biblisch untermauert

Anhand der Bibel lässt sich ableiten, dass es drei Himmel gibt. 3 Spähren. 3 Dimensionen


Erster Himmel – die Atmosphäre und Erde

Der sichtbare Himmel, in dem sich Wolken, Luft und die Erde befinden.

• Genesis 1,20:

„Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen über der Erde an der Fläche des Himmelsgewölbes.“

→ Der erste Himmel ist die sichtbare Atmosphäre über der Erde.

• Offenbarung 12,9:

„Und der große Drache wurde geworfen, die alte Schlange, genannt der Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt; er wurde auf die Erde geworfen …“

→ Satan wurde auf die Erde (also im Bereich des ersten Himmels) gestürzt.


Geistliche Welt – die unsichtbare, himmlische Dimension (2 Himmel)

Dieser Bereich beschreibt die unsichtbare, geistliche Sphäre, in der sowohl Gottes Engel als auch gefallene Wesen wirken – also die Welt der epouranios, der „himmlischen (überirdischen) Orte“.

• Epheser 6,12:

„Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen (epouranios).“

→ Diese „himmlischen Regionen“ beziehen sich nicht exklusiv auf einen bestimmten Himmel (wie den „zweiten Himmel“), sondern allgemein auf die geistliche Welt, in der sowohl gute als auch böse Mächte agieren.

• Offenbarung 12,7:

„Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel.“

→ Der hier beschriebene „Himmel“ bezeichnet die geistliche Sphäre, in der sich dieser kosmische Konflikt abspielte.

• Offenbarung 12,9:

„Und der große Drache wurde hinabgeworfen, die alte Schlange, genannt der Teufel und Satan, der den ganzen Erdkreis verführt; er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen.“

→ Diese Passage zeigt, dass Satan und seine gefallenen Engel aus der geistlichen Welt – also der „himmlischen Regionen“ – auf die Erde verbannt wurden. Sie befinden sich nun nicht mehr in dieser geistlichen Sphäre, sondern im Bereich des ersten Himmels (irdischer Raum, Atmosphäre, Welt der Menschen).

Wichtig: Während Gott über den zweiten Himmel weiterhin hohe Engel als Verwalter seiner geistlichen Gebiete einsetzt, wurden die bösen Mächte und Gewalten mit Satan aus dem zweiten Himmel verbannt und sind nun im ersten Himmel aktiv. Damit zeigt sich, dass die bösen Mächte nicht mehr im zweiten Himmel verweilen, sondern als gefallene Geister auf der Erde und in der Atmosphäre wirken.


Dritter Himmel – der höchste Himmel, Gottes Thron

• 2. Korinther 12,2:

„Ich weiß von einem Menschen in Christus, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde …“

→ Der dritte Himmel ist der Wohnort Gottes, der höchste Himmel.

• Offenbarung 4,1:

„Nach diesem sah ich, und siehe, eine Tür geöffnet im Himmel …“

→ Hier ist der Thronraum Gottes im dritten Himmel beschrieben.


Die Warnung Gottes an die himmlischen Mächte

Die Bibel spricht in mehreren Stellen von „Mächten und Gewalten“, von „Fürstentümern“ und geistlichen Herrschern. Diese Begriffe bezeichnen häufig übernatürliche Wesen, die in einer hierarchischen Ordnung im unsichtbaren Bereich eingesetzt waren. Schon im Alten Testament sehen wir, dass Gott diese Mächte mit Verantwortung ausgestattet hatte – doch sie versagten. Dies wird besonders deutlich in Psalm 82:

Psalm 82,1–2.6–7

Ein Psalm Asaphs. Gott steht in der Gottesversammlung, inmitten der Mächtigen richtet er: »Wie lange wollt ihr ungerecht richten und die Person des Gottlosen ansehen? (Sela.) Schafft Recht dem Geringen und der Waise, den Elenden und Armen lasst Gerechtigkeit widerfahren! Befreit den Geringen und Bedürftigen, errettet ihn aus der Hand der Gottlosen!« Aber sie erkennen nichts und verstehen nichts, sondern wandeln in der Finsternis; es wanken alle Grundfesten der Erde! »Ich habe gesagt: Ihr seid Götter und allesamt Söhne des Höchsten; dennoch sollt ihr sterben wie ein Mensch und fallen wie einer der Fürsten!« Mache dich auf, o Gott, richte die Erde; denn du bist Erbherr über alle Völker! 

Hier richtet Gott geistliche Wesen – „Götter“, die über Völker eingesetzt waren. Sie haben ihre Herrschaft missbraucht, Gerechtigkeit vernachlässigt, und Gott kündigt ihr Ende an. Ihre Zeit läuft ab.

Psalm 82,7 sagt: „Du aber wirst sterben wie ein Mensch und fallen wie einer der Fürsten.“ Dabei bezieht sich der Psalm nicht nur allgemein auf Fürsten, sondern nimmt Bezug auf einen ganz bestimmten Fürsten – nämlich Satan. Er ist der Anführer der rebellischen Mächte, der als Beispiel für den Fall steht, der auch die anderen Gottessöhne erwartet, wenn sie Gottes Gebote missachten. Satan ist somit das warnende Vorbild für den unausweichlichen Sturz der Mächte, die sich gegen Gott stellen. Im Kapitel wie Satans Rebellion wirklich war wird klar aufgezeigt, dass Satans Sturz ein separater Sturz war. Er wurde gestürzt als Schlange aus dem Paradies.


Keine mechanische Rebellion

Die Rebellion der Engel wird in der biblischen und theologischen Tradition oft sehr mechanisch dargestellt – als ein plötzlicher, klarer Bruch zwischen Gott und den gefallenen Engeln. Doch die Realität war vermutlich viel komplexer und menschlicher geprägt, ähnlich wie bei uns Menschen durch Verrat, Intrigen und innere Zwiespälte. Engel haben freien Willen und Gefühle!

In Offenbarung 12 erkennen wir zwei Phasen dieser himmlischen Rebellion. Zunächst verführte Satan etwa ein Drittel der niedrigeren Engel, die sich ihm anschlossen und zu unreinen Geistern wurden, die auf die Erde verbannt wurden. Diese erste Rebellion war eine klare Entscheidung gegen Gott, jedoch fand der eigentliche Kampf erst nach Jesu Himmelfahrt statt.

Dort entwaffnete und richtete Jesus die Mächte und Gewalten, die in Psalm 82 als „Gottessöhne“ bezeichnet werden – eine Gruppe von himmlischen Fürsten, die schon früh gewarnt wurden, ihre Gebiete gerecht und treu zu regieren.

Viele von ihnen waren allerdings insgeheim Satans Anhänger. Anders als die offenen Rebellen, die durch ihr offensichtliches Aufbegehren gerichtet wurden, blieben diese „schlechten Kader“ Gottes in ihren Positionen, handelten jedoch eigenmächtig und widersetzten sich Gottes Willen heimlich. Sie betrachteten sich als höhere Wesen und weigerten sich, den „niedrigen“ Menschen zu dienen, die sie verachteten. Sie glaubten, in ihren „Außenfilialen“ des Himmels – den von ihnen regierten Bereichen – herrschen zu können, wie sie wollten, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Doch nach Jesu Himmelfahrt und seinem Sieg mussten sie Farbe bekennen.

Es entstand ein geistlicher Kampf, in dem nicht alle Mächte und Gewalten gerichtet wurden, sondern nur jene, die ihre göttliche Verantwortung vernachlässigten und offen gegen Gott opponierten. Satans Engel. Diese Mächte wurden besonders böse und aktiv im Kampf gegen die Menschheit, ohne ihren Hass mehr zu verbergen.


Der Anfang vom Ende

„Alles, alles, alles weiß ich,

alles ward mir nun klar:

ich höre deiner Raben Raunen;

vernommen hab ich des Weltes Klage,

und höhnend hell das Heilige Lied

der uralten Welten weise Gewalt!“

„Ende!… das ewige Ende

der ewigen Götter!

Zerfall!

Walhall’s strahlende Welt

stürzt ein – der Götter Ruhm

geht unter!“

(Wagner: Brünnhildes Schlussmonolog aus dem Libretto)


Kein symbolischer Akt

Das Entwaffnen dieser Mächte war kein bloß symbolischer Akt: Sie wurden ihrer ursprünglichen Macht enthoben, ihr Herrschaftsanspruch gebrochen – ein Wendepunkt, der den Beginn eines neuen Zeitalters markierte. Damit ging das Ende der alten Götterwelten einher – der römischen, griechischen und germanischen Gottheiten –, deren Zeit mit der Geburt und Ausbreitung des Christentums unwiderruflich vergangen war.

Die sogenannten „Gebietsengel“, die sich als falsche Götter verehren ließen und das Unrecht in der Welt duldeten, wurden durch Gott bzw. Jesus gerichtet.

Das Christentum verdrängte das Heidentum, und mit dem Sieg Jesu begann Gottes Herrschaft auf Erden in neuer, umfassender Weise.

Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, dass nicht alle geistlichen Mächte und Fürstentümer rebellisch sind. Es gibt auch treue Kräfte, die Gottes Willen gehorsam ausführen. Ein herausragendes Beispiel ist Michael, der Erzengel, der als himmlischer Fürst im geistlichen Kampf gegen Satan für das Volk Gottes eintritt (Daniel 10,13; Offenbarung 12,7).

Diese treuen Engel verdeutlichen, dass die himmlische Hierarchie komplex ist und unterschiedliche Aufgaben und Rollen umfasst. Während manche Mächte ihre Freiheit missbrauchen und sich gegen Gott stellen, bleiben andere ihm treu und verteidigen sein Reich sowie seine Kinder.


Biblisch unterlegte Erklärung zum Text


Der Sieg Christi und seine Erhöhung

Mit dem Kommen Jesu beginnt der entscheidende Umbruch. Die Fürstentümer und Gewalten, die sich gegen Gott gestellt haben, werden durch den Gehorsam und das Erlösungswerk Christi endgültig entlarvt und überwunden. Römer 8,37–39zeigt, dass keine geistliche Macht uns mehr von Gottes Liebe trennen kann:

Römer 8,37–39

„Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

Diese „Mächte“ können dämonische oder falsche religiöse Autoritäten sein – doch sie sind machtlos gegen Gottes Liebe.


Alle Mächte durch Christus erschaffen – und ihm unterworfen

Christus ist nicht nur Retter, sondern auch der Schöpfer und Herr aller Dinge – auch über die geistlichen Mächte. In Kolosser 1,16 heißt es:

Kolosser 1,16

„Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen.“

Selbst die gefallenen Mächte sind ihm letztlich unterstellt. Nichts entgleitet seinem souveränen Plan.


Die Entmachtung der Gewalten durch das Kreuz

Durch seinen Tod hat Christus die Herrschaft der bösen Mächte gebrochen:

Kolosser 2,14–15

„Er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete. Er hat die Fürstentümer und die Gewalten völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt, indem er über sie triumphiert hat an dem Kreuz.“

Die geistlichen Ankläger – der Satan und seine Engel – wurden durch das Opfer Jesu ihrer Waffe beraubt: der Schuldschrift.


Die Himmelfahrt Jesu als Wendepunkt

In Offenbarung 12 sehen wir, wie sich das Geschehen zuspitzt. Christus, das „männliche Kind“, wird nach seiner Geburt, seinem Leben, seinem Werk und seiner Auferstehung zu Gott entrückt – ein Bild für die Himmelfahrt:

Offenbarung 12,5

„Und sie gebar ein männliches Kind, das alle Heidenvölker mit eisernem Stab weiden soll; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron.“

Diese Entrückung Jesu löst eine Entscheidung im Himmel aus. Die Zeit der Duldung der rebellischen Mächte ist vorbei:

Offenbarung 12,7–9

„Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel; und sie siegten nicht, und ihre Stätte wurde nicht mehr im Himmel gefunden. Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt; er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen.“

Offenbarung 12,12

„Darum freut euch, ihr Himmel und die ihr darin wohnt! Wehe denen, die auf der Erde wohnen und auf dem Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen und hat große Wut, weil er weiß, dass er nur wenig Zeit hat.“

Mit Jesu Rückkehr zum Vater wird der zweite Himmel gesäubert – die rebellierenden Mächte werden endgültig zur Erde verstoßen. Dort kämpfen sie weiter – aber als Besiegte.


Und hier haben wir auch gleich die Erklärung für den Satanstitel: Fürst der Macht Luft

pheser 2,2 (Schlachter 2000):

„in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten der Macht der Luft, des Geistes, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt.“

Er wirkt eben nur noch in der Atmosphäre.


Der geistliche Kampf der Gläubigen

In Epheser 6,12 wird deutlich, dass unser Kampf nicht gegen Menschen gerichtet ist, sondern gegen diese geistlichen Mächte:

Epheser 6,12

„Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürstentümern, mit Gewalten, mit den Weltbeherrschern der Finsternis dieser Weltzeit, mit geistlichen Mächten der Bosheit in den himmlischen Regionen.“

Auch wenn sie von ihrem Platz im zweiten Himmel gestürzt wurden, versuchen sie, auf Erden Unheil anzurichten – doch wir kämpfen im Licht des bereits errungenen Sieges.


Gottes Weisheit offenbart durch die Gemeinde

Die Gemeinde dient nun als Zeugnis für alle sichtbaren und unsichtbaren Wesen – sogar für Engel:

Epheser 3,10–11

„Damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in der Himmelswelt durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werde, nach dem Vorsatz der Ewigkeiten, den er gefasst hat in Christus Jesus, unserem Herrn.“

Die himmlischen Wesen – sowohl gute als auch gefallene – sehen, wie Gott durch die Gemeinde seinen Plan offenbart. Sie sind Zeugen der Herrlichkeit Christi.


Die Obrigkeiten auf Erden – von Gott eingesetzt

Eine letzte Bedeutung von „Fürstentümern und Gewalten“ betrifft die weltlichen Regierungen:

Titus 3,1

„Erinnere sie daran, sich der Obrigkeit und der Gewalt unterzuordnen, gehorsam und zu jedem guten Werk bereit zu sein.“

Römer 13,2

„Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil empfangen.“

Diese Mächte – im Gegensatz zu den himmlischen – sind noch von Gott eingesetzt zum Schutz der Ordnung auf Erden.


Fazit

Die „Mächte und Gewalten“ der geistlichen Welt sind real, organisiert und verantwortlich. Viele von ihnen missbrauchten ihre Berufung. Psalm 82 zeigt die göttliche Anklage. Durch das Kreuz und die Himmelfahrt Christi wurden sie entwaffnet und vom Himmel verbannt (Offb 12). Seither befinden sie sich auf der Erde, wo sie in begrenzter Zeit gegen die Gemeinde kämpfen. Doch ihr Schicksal ist besiegelt.

Die Gemeinde Jesu steht nicht ohnmächtig diesen Mächten gegenüber. Im Gegenteil: Sie ist das Werkzeug Gottes, um seine Weisheit und Herrlichkeit sichtbar zu machen – im Himmel wie auf Erden. Unser Kampf ist geistlich, aber nicht verzweifelt – denn der Sieg ist bereits errungen.

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