ERLÖSUNG VERLIEREN EIN FÜR ALL MAL WIDERLEGT: 

HEILIGUNG VS VERSIEGELUNG ERKLÄRT


Heiligung im Alten Testament und ihre Bedeutung

Im Alten Testament wird das Volk Israel von Gott als „heiliges Volk“ bezeichnet, obwohl nicht alle Israeliten tatsächlich gläubig waren. Sie waren abgesondert von den anderen Völkern und standen unter einer besonderen Führung und Beziehung zu Gott. Doch trotz dieser Absonderung und Führung unter Gott fielen viele Israeliten vom Glauben ab, was in zahlreichen Berichten des Alten Testaments dokumentiert ist.

5. Mose 7,6:

„Denn du bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott. Der Herr, dein Gott, hat dich erwählt, ein Volk für sich zu sein, das ihm gehört aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind.“

Trotz dieser Absonderung unter Gott gab es im Alten Testament immer wieder Abfall und Untreue innerhalb dieses Volkes. Diese Absonderung stellte die Zugehörigkeit des Volkes zu Gott dar, aber sie war nicht mit einer inneren, geistlichen Veränderung oder einer Versiegelung durch den Heiligen Geist verbunden. Es war eine äußere Absonderung, die das Volk von anderen Nationen unterschied, jedoch ohne die Notwendigkeit einer persönlichen Erneuerung jedes Einzelnen.

Dies bedeutet, dass Heiligung in diesem Kontext nicht automatisch mit echter geistlicher Erneuerung verbunden ist, sondern vielmehr eine Zugehörigkeit zu Gottes Volk und eine Trennung von der Welt darstellt, selbst wenn nicht alle Gläubigen wirklich im Herzen treu waren.


Heiligung im Hebräerbrief

Im Hebräerbrief wird Heiligung als eine äußere Absonderung von der alten Ordnung und der Gesellschaft verstanden. Diese Absonderung bezieht sich auf die Zugehörigkeit zur christlichen Glaubensgemeinschaft, die eine Trennung von der alten religiösen und gesellschaftlichen Ordnung (Gesetz, Tempel, Opfer) symbolisiert.

Heiligung in diesem Kontext ist also öffentlich sichtbar und bedeutet die Zugehörigkeit zur neuen Gemeinschaft, ohne dass diese Zugehörigkeit zwangsläufig mit einer inneren geistlichen Veränderung verbunden ist. Auch hier ist es möglich, äußerlich Teil der Gemeinschaft zu sein, ohne tatsächlich im Herzen erneuert zu sein.

Ein Beispiel für diese Art der Heiligung finden wir in Hebräer 13,13:

„So lasst uns nun zu ihm hinausgehen, aus dem Lager, und seine Schmach tragen.“

Die Gläubigen sind aufgerufen, sich öffentlich von der alten Ordnung abzusondern und mit Christus zu gehen, was oft auch eine gesellschaftliche Isolierung, Ächtung und Verfolgung mit sich brachte.

In den Versen Hebräer 10,29 und Hebräer 6,4-6 wird deutlich, dass Menschen äußerlich der Gemeinschaft angehören und durch das Blut Christi „geheiligt“ wurden, aber nicht wirklich wiedergeboren oder versiegelt sind. Diese äußere Absonderung schützt sie nicht vor einem möglichen Abfall vom Glauben. Sie gehören durch ihre Entscheidung, an an den gekommenen Messias zu glauben, nun zur Gruppe. Aber es war eben nicht die Rechtfertigung durch Gott.

Hebräer 10,29:

„Wie viel schlimmerer Strafe, meint ihr, wird derjenige schuldig erachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein erachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?“

Ein zentraler Aspekt der Heiligung, der besonders im Hebräerbrief und den frühen Paulusbriefen hervorgehoben wird, ist die Absonderung von der Welt und der alten Ordnung. Diese Trennung war nicht nur geistlicher Natur, sondern auch öffentlich und sichtbar, indem die Gläubigen sich klar von der breiten Gesellschaft abgrenzten. Die ersten Christen, insbesondere die hebräischen Christen des ersten Jahrhunderts, sind ein markantes Beispiel für diese Art der Heiligung.

Indem sie sich öffentlich zum Christentum bekannten, trennten sie sich sowohl von der traditionellen jüdischen Religion als auch von den heidnischen Bräuchen der römischen Welt. Diese Entscheidung führte oft zu Verfolgung und Isolation, da die Christen von ihren ehemaligen Glaubensgemeinschaften als Häretiker verstoßen wurden und von der umgebenden heidnischen Gesellschaft misstrauisch betrachtet wurden.

Durch ihr Bekenntnis zu Jesus und seinem Kreuzopfer wurden sie durch sein Blut geheiligt, also von der Welt und der alten Ordnung getrennt. Sie wurden Teil einer neuen Gemeinschaft, die sich von der restlichen Gesellschaft absonderte. Doch wie bereits in anderen Kapiteln aufgezeigt, war diese äußere Zugehörigkeit nicht automatisch der rettende Glaube. Daher war es möglich, dass sie vom Glauben abfielen, trotz ihrer Absonderung und der damit verbundenen Gemeinschaft.

Hebräer 6,4-6:

„Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind, und die himmlische Gabe geschmeckt haben, und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind, und das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Weltzeit geschmeckt haben, und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und dem Spott aussetzen.“


Heiligung in den Paulusbriefen

Im Gegensatz dazu wird Heiligung in den Paulusbriefen als eine innere geistliche Veränderung beschrieben. Diese Veränderung ist das Werk des Heiligen Geistes und führt den Gläubigen zu einer neuen Identität in Christus. Heiligung in den Paulusbriefen ist immer mit einer inneren Erneuerung verbunden, die den Gläubigen zu einer neuen Schöpfung macht.

Die Heiligung in den Paulusbriefen ist nicht nur eine äußere Zugehörigkeit, sondern eine tiefgehende, geistliche Transformation. Die Gläubigen sind durch den Heiligen Geist versiegelt, was ihre ewige Zugehörigkeit zu Christus garantiert.

Römer 1,7:

„An alle Geliebten Gottes, Berufenen Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“

1. Korinther 1,2:

„An die Gemeinde Gottes in Korinth, an die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen samt allen, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen an jedem Ort, bei ihnen und bei uns.“

Paulus spricht hier von den „Heiligen“, die durch die innere Erneuerung in Christus gekennzeichnet sind. Diese Heiligung ist also untrennbar mit einer geistlichen Veränderung verbunden.

1. Korinther 6,11:

„Und solche sind einige von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes.“

Paulus macht deutlich, dass die Gläubigen nicht nur äußerlich geheiligt wurden, sondern durch den Heiligen Geist eine tiefgehende Transformation erfahren haben und somit gerechtfertigt sind von Gott!

Epheser 1,13:

„In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt — in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.“

In Epheser 1,13 wird die Versiegelung mit dem Heiligen Geist beschrieben, die die geistliche Veränderung und Sicherheit des Gläubigen bestätigt.


Rechtfertigung durch Gott führt zur Heiligung

Römer 3,23–24

Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten,

und werden ohne Verdienst gerechtfertigt durch seine Gnade,

durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.


Römer 5,1

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben,

haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.


Galater 2,16

Doch weil wir wissen, dass der Mensch nicht durch Werke des Gesetzes gerechtfertigt wird,

sondern durch den Glauben an Jesus Christus,

sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen,

damit wir gerechtfertigt werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes.


Aber wie war das möglich? Sich zur Gruppe zu bekennen und doch nicht gerechtfertigt zu sein?

Erstens muss man verstehen, dass die Bücher des Neuen Testaments keine „Kapitel der Bibel“ im modernen Sinn sind, sondern ursprünglich Briefe an die frühen christlichen Gemeinden, die noch vieles falsch machten.

Der Hebräerbrief ist dabei eine Warnung an die frühe hebräische Christengemeinde. Seine Kernaussagen lassen sich so zusammenfassen:

  • Jesus ist Gott, ohne Sünde, und war darum das ultimative Opfer zur endgültigen und immerwährenden Tilgung aller Sünden der Menschheit.
  • Der alte Opferkult, obwohl er damals noch praktiziert wurde, hat keine Bedeutung mehr. Bemerkenswert ist, dass dieser Opferkult nur etwa 70 Jahre nach der Himmelfahrt Jesu durch die Zerstörung des Tempels tatsächlich beendet wurde.
  • Zu diesem Opferkult zurückzukehren, bringt vor Gott keinerlei Nutzen – im Gegenteil: Es wäre die endgültige Ablehnung der neuen Rettung, die durch Christus geschehen ist.


Wenn man die damaligen Umstände bedenkt, wird vieles verständlicher:

Unter den Hebräern gab es versiegelte, echte Christen, die durch den Heiligen Geist Wunder wirkten.

Daneben gab es aber auch viele, die nicht versiegelt waren, sondern nur geistliche Erfahrungen im Umfeld der echten Christen machten.

Damals gab es noch keine Bibel – keine vollständige Sammlung aller göttlichen Botschaften, die auf Jesus hinwiesen.

Der Glaube stützte sich allein auf die Botschaft:

„Der Messias ist gekommen, hat viele Wunder getan, ist am Kreuz gestorben und nach drei Tagen auferstanden.“

So gab es viele Hebräer, die man – im Bild des Sämanns (Markus 4) – der zweiten Kategorie zuordnen konnte:

Menschen, die sich zunächst begeistern ließen, deren Glaube aber keinen tiefen Wurzeln hatte.

Sobald Widerstand kam – sowohl von jüdischer als auch römischer Seite – dachten viele:

„Dann lieber zurück zum Altbewährten.“

Genau vor dieser Art von Glaubensabfall warnt der Hebräerbrief eindringlich:

„Wenn du zum alten Opferkult zurückkehrst, gibt es keine Rettung mehr für dich!“


Fazit

Die Heiligung im Alten Testament ist als Absonderung zu verstehen.

Das Volk Israel wurde von Gott als ein besonderes Volk herausgerufen und stand unter seiner Führung.

Diese Absonderung bedeutete eine Trennung von den anderen Völkern, jedoch nicht zwangsläufig eine innere geistliche Erneuerung.

Das Volk war äußerlich abgesondert, und diese Heiligung zeigte sich vor allem in Ritualen, Opfern und der Einhaltung des Gesetzes.

Das gleiche Verständnis von Absonderung begegnet uns auch im Hebräerbrief.

Dort wird die Abkehr von der alten Ordnung und die Zugehörigkeit zur neuen Glaubensgemeinschaft betont.

Doch wie schon im Alten Testament kann auch im Neuen Testament eine äußere Zugehörigkeit bestehen, ohne dass eine innere geistliche Erneuerung wirklich stattgefunden hat. =>

Und genau dadurch wird ein Glaubensabfall möglich! Und nur darum! – ein Abfall von einem Glauben, der nicht rettend, sondern nur oberflächlich war.

Es gibt den echten Glauben und den falschen, nicht rettenden Glauben:

Jakobus 2,19:

„Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; auch die Dämonen glauben es – und zittern.“ =>

Wieviele Menschen sagen auch heute noch, ich glaube an Gott, an eine nicht näher definierte höhere Macht? Diese kann aber nicht retten.

Im Gegensatz dazu beschreibt Paulus im Neuen Testament die Heiligung als eine innere geistliche Erneuerung durch den Heiligen Geist.

Diese Erneuerung schafft eine neue Identität in Christus und garantiert dem Gläubigen eine bleibende Zugehörigkeit zu ihm.

Die Versiegelung durch den Heiligen Geist bestätigt diese Veränderung und sichert dem Gläubigen das ewige Erbe.

Durch den wahren Glauben an Jesus Christus wird der Mensch auf ewig mit dem Heiligen Geist versiegelt – und ist dadurch gerechtfertigt vor Gott!

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