Ein erbärmlicher Sünder – A Wretched Sinner und dennoch gut genug für Gott


Ein Satz den ich nicht so stehen lassen kann

Der Satz „We are all wretched sinners who deserve hell” hört man oft in evangelischen Kreisen, besonders in den USA. Weil wir erbärmliche Sünder sind, verdienen wir die Hölle.

Römer 6,23a: „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod…“

Mit dem ersten Teil dieses Satzes stimme ich überein. Alle Menschen sind Sünder und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, weshalb sie verdammt werden.

Römer 3,23: „Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten.“

Jede Sünde, sei sie noch so klein, trennt uns nach unserem physischen Tod von Gott. In der letzten Offenbarung der Bibel wird dies klar ausgesprochen: Wer Jesus nicht annimmt, wird nicht in den Himmel kommen.

Offenbarung 21,27: „Und nichts Unreines wird jemals in sie hineinkommen, auch keiner, der Gräuel und Lüge verübt, sondern nur die, welche im Buch des Lebens eingeschrieben sind, das dem Lamm gehört.“


Ich bin nicht einverstanden mit dem „verdienen“

Gott meint also, wir verdienen die Hölle? Darf ich etwas fragen? Warum wurde er dann Mensch und starb für uns am Kreuz – damit wir vor ihm gerecht werden können? Damit wir nach dem Tod Gemeinschaft mit ihm haben dürfen? Ist Gott etwa widersprüchlich in sich selbst? Oder haben da nicht vielmehr viele geistliche Lehrer etwas Grundlegendes missverstanden? Ich sage klar: Es ist Letzteres.


Gottes Gericht scheint auf den ersten Blick nicht fair

Lange habe ich mich gefragt, warum so viele Geistliche predigen, dass die Verdammung von Sündern Gottes Gerechtigkeit widerspiegelt. Nehmen wir zwei Diebe als Beispiel. Der eine kommt zu Jesus, bekehrt sich und wird erlöst, der andere lehnt Jesus ab und wird verdammt. Wenn Gott gerecht ist, würde er beide für ihre Taten gleichermaßen richten. Aber das Gedankenspiel endet hier nicht.

Wenn Gott wirklich gerecht wäre, würde er jeden von uns für unsere Sünden richten – mich und sicherlich auch dich, du erbärmlicher Sünder. Doch genau das tut er nicht, wenn jemand sich wahrhaftig zu ihm bekehrt. Sei Dir dies stets bewusst Christ!

Die Frage bleibt: Warum ist es dann gerecht, dass die Verdammung derer, die Jesus ablehnen, gerecht ist? Warum wird Gnade denen zuteil, die umkehren, während andere, die sich von ihm abwenden, verurteilt werden? Wo liegt die Gerechtigkeit in diesem scheinbaren Unterschied?


Wir können nichts für unseren Zustand

Ich vertrete klar die Meinung, dass wir für unseren unzulänglichen Zustand nichts können. Wir sind von Geburt an in einem gefallenen Zustand, der uns von Gott trennt. Die Bibel sagt: „Sie sind alle abgewichen, zusammen sind sie unbrauchbar geworden; es gibt niemanden, der Gutes tut, auch nicht einen einzigen.“ (Römer 3,12).

Wir sind von Natur aus von Gott getrennt und können uns selbst nicht aus dieser Trennung befreien. Doch trotz allem hat Gott Liebe für seine Schöpfung und hat deshalb einen Ausweg geschaffen: Jesus am Kreuz. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Johannes 3,16).

Das ist ein unglaublicher Beweis seiner Liebe zu uns. Dieser Zustand ist jedoch keine Entschuldigung für unsere Sünden, er erklärt jedoch, warum wir überhaupt in der Lage sind zu sündigen. „Siehe, in Sünde bin ich geboren, und in Übertretung hat mich meine Mutter empfangen.“ (Psalm 51,7).


Ablehnung zwingt Gott faktisch in den Richterstuhl

Aber was soll Gott tun, wenn ein Mensch meint, er brauche ihn nicht? Was soll Gott tun, wenn ein Mensch sagt, er glaube nicht an den christlichen Gott? Was soll Gott tun, wenn jemand einem falschen Glaubenssystem folgt, das lehrt, der Mensch könne durch eigene Werke vor dem heiligen Gott gerecht werden oder gerecht bleiben?

Weil durch die Werke des Gesetzes kein Mensch vor ihm gerechtfertigt werden kann, denn durch das Gesetz kommt die Erkenntnis der Sünde.“ (Römer 3,20).

Was soll Gott tun, wenn jemand sein Existenz anerkennt, ihn aber hasst und ihn deswegen ablehnt? 

„Denn der Zorn Gottes wird vom Himmel her offenbart über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten.“ (Römer 1,18).

Alle diese Möglichkeiten belassen den Menschen nach seinem Tod in einem gefallenen Zustand – einem Zustand, der Gemeinschaft mit Gott nicht zulässt, weil er unrein vor Gott ist. 

„Aber eure Sünden haben eine Trennung gemacht zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht von euch verborgen, so dass er nicht hört.“ (Jesaja 59,2).

Der Mensch ist nicht in der Lage, sich durch eigene Kraft zu reinigen, und der Zustand, in dem er sich befindet, ist zu sehr von Sünde befleckt, um in Gottes Gegenwart zu bestehen. 

„Niemand ist gerecht, auch nicht einer; niemand ist verständig, niemand fragt nach Gott; alle sind abgewichen, zusammen sind sie unbrauchbar geworden.“ 

(Römer 3,10-12).


Wenn der Mensch seine eigene Gerechtigkeit vor Gott gelten lassen will...

... dann wird Gott ihn danach richten. Denn Gott hat gesagt, jede Sünde führt zum Tod. „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod...“ (Römer 6,23). Vor Gott kann keine Sünde bestehen, denn „der Herr ist gerecht in allem, was er tut, und die gerechte Strafe für die Sünde ist der Tod.“ (Hesekiel 18,4). 

Das bedeutet, dass niemand in Gottes Gegenwart bestehen kann, solange er auf eigene Werke oder „eigene Gerechtigkeit“ vertraut. „Denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes.“ 

(Römer 3,23).

Wenn ein Mensch versucht, sich durch eigene Anstrengung vor Gott zu rechtfertigen, ohne das Opfer Jesu Christi anzunehmen, wird er vor dem heiligen Gott scheitern.


In seiner Gegenwart hat das Böse keinen Platz

Gott ist heilig und rein, und in seiner Gegenwart kann keine Sünde bestehen. „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen; die ganze Erde ist seiner Herrlichkeit voll.“ (Jesaja 6,3). „Du bist zu rein für Augen, die das Böse ansehen können; du kannst das Unrecht nicht ertragen.“ (Habakuk 1,13).

Die Gerechtigkeit Gottes fordert, dass die Sünde bestraft wird. Jeder Versuch, sich ohne Christus vor Gott zu stellen, führt zu einer Verurteilung, weil niemand in seiner eigenen Gerechtigkeit gerecht vor ihm erscheinen kann. „Denn wer die Gesetze der Gerechtigkeit ohne Glauben verfolgt, der hat den Stolz der eigenen Gerechtigkeit, die vor Gott nichts zählt.“(Philipper 3,9).


Auf dem bleibt Gottes Zorn

Für diejenigen, die in ihrem Stolz und ihrem Unglauben verharren, bleibt der Zorn Gottes auf ihnen. „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ (Johannes 3,36). 

Diese Warnung ist eindeutig: Wer sich weigert, den Sohn Gottes anzunehmen, bleibt unter dem Zorn Gottes, der über alle Sünde und Ungerechtigkeit kommt. „Denn der Zorn Gottes wird vom Himmel her offenbart über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten.“ (Römer 1,18).


Gottes Gerechtes Urteil richtig verstehen

Gottes gerechtes Urteil wird über diejenigen vollstreckt, die sein Geschenk der Erlösung ablehnen, ihn als ihren Schöpfer und den Schöpfer des Universums verwerfen, ihre Sünden nicht bereuen und glauben, dass ihr eigenes, selbstgerechtes Verhalten vor ihm ausreichend ist. Solche Menschen stellen Gott vor Gericht und werden stets vor ihm scheitern. Gottes Urteil ist in diesem Moment gerecht, weil dieser eigens vom Sünder herbeigeführte Moment, basierend auf Gottes Wort, zwangsläufig ein Urteil nach sich ziehen muss. Und sein Wort besagt, dass der Tod die gerechte Strafe ist.


Der unbußfertige Mensch versucht in diesem Moment den heiligen Gott! Und soll er dann keine Reaktion erfahren?

Psalm 95,8-9 – „Verhärtet nicht euer Herz wie in Meriba, wie am Tag von Massa in der Wüste, als eure Väter mich versuchten, mich prüften und mein Werk sahen.“

Mose 6,16 – „Ihr sollt den Herrn, euren Gott, nicht versuchen, wie ihr ihn in Massa versucht habt.“

Lukas 4,12 – „Jesus antwortete ihm: ‚Es ist gesagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.‘“


Dennoch: Gott hat keine Freude, wenn Menschen verloren gehen

Es ist Gottes Wille, dass niemand verloren geht, sondern dass alle zur Umkehr kommen. „So spricht der Herr HERR: Ich habe keinen Gefallen am Tod des Gottlosen, sondern daran, dass der Gottlose von seinem Weg umkehrt und lebt.“(Hesekiel 33,11). Gott hat keine Freude am Verlust eines einzigen Menschen, sondern er strebt danach, dass jeder zur Rettung findet.

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Johannes 3,16).


Gott will Gemeinschaft aber durch seine Natur ist Gemeinschaft nur möglich, wenn wir uns von ihm reinigen lassen ansonsten...

... ist Gott ein verzehrendes Feuer

Gottes heilige Präsenz duldet kein Unreines.

Er ist ein verzehrendes Feuer, das bis in den Scheol brennt und jede Sünde vollkommen verbrennt. Seine Präsenz ist wie ein Hochleistungsdesinfektionsmittel.

Sünde wird bestraft, Unreinheit wird vernichtet.


Bundeslade als Beispiel für Gottes Heiligkeit

Dies sehen wir auch bei der Bundeslade, die auch als Gnadenstuhl bezeichnet wurde und Gottes Präsenz bei den Israeliten symbolisierte:

Exodus 25,22

„Dort will ich dir begegnen und mit dir reden von dem Gnadenstuhl, der auf der Lade des Zeugnisses ist, von zwischen den zwei Cherubim, die auf der Lade sind, von allem, was ich dir gebieten werde für die Kinder Israel.“

Kein Mensch durfte die Lade berühren:

2. Samuel 6,6-7

„Und als sie an die Tenne Nachons kamen, streckte Uzza seine Hand aus, die Lade Gottes zu stützen; denn die Rinder waren fast gefallen. Da entbrannte der Zorn des HERRN über Uzza, und Gott schlug ihn dort, dass er starb bei der Lade Gottes.“

Die Israeliten waren zwar Gottes heiliges Volk, aber auch in einem gefallenen Zustand.


Die Heiligkeit Gottes ist so rein, dass in seiner Gegenwart nichts Unreines bestehen kann

Habakuk 1,13

„Du bist zu rein für Augen, die das Böse ansehen können; du kannst das Unrecht nicht ertragen.“

Gottes Heiligkeit ist wie ein verzehrendes Feuer, das alles Böse verbrennt.

Hebräer 12,29

„Denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.“

Sein Zorn reicht bis in den tiefsten Scheol, den Ort des Totenreichs, wo das Böse keinen Unterschlupf finden kann.

Jesaja 24,22

„Denn siehe, der HERR kommt, um die Erde zu richten, und die Toten werden auferstehen, um zu sehen, was er getan hat. Der HERR wird die Erde entflammen, und der Scheol (Hölle) wird verzehrt werden.“

Psalm 7,12

„Der HERR wird seine Zornesflamme entbrennen lassen, und der Scheol (Hölle) wird seine Macht entfachen.“

Die Heiligkeit Gottes ist unermesslich und jeder Versuch, sich ihr ohne Reinigung zu nähern, ist ein Verstoß gegen seine göttliche Ordnung. Das Beispiel der Bundeslade zeigt, wie Gott selbst in seiner unantastbaren Heiligkeit das Böse nicht dulden kann – weder in der Welt noch in der Nähe seiner Gegenwart.


Und was bleibt für den Sünder übrig, der Gottes Licht und Liebe ablehnt?

Dunkelheit, Feuer , Angst und Verzweiflung. Denn die Hölle ist die Abwesenheit von Gottes Liebe aber die Anwesenheit seines Zorns....

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