Echte geistige Kriegsführung


Eine biblische Antwort auf falsche Vorstellungen geistlicher Kriegsführung

Existieren Dämonen?

Laut Bibel: ein ganz klares Ja.

Können sie von Menschen Besitz ergreifen und sie steuern?

Laut Bibel: ein ganz klares Ja.

Sind Christen bevollmächtigt, diese Dämonen auszutreiben?

Laut Bibel: ein ganz klares Ja.

Können Christen von Dämonen beeinflusst werden?

Laut Bibel: ein ganz klares Ja.

Können Christen von Dämonen besessen sein?

Laut Bibel: ein ganz klares Nein!

Sollten Christen gegen die himmlischen Mächte vorgehen, die höheren Engel, die zwar gefallen, aber von Gott erschaffen, eingesetzt und derzeit aktiv auf Erden aktiv sind?

Ein ganz klares Nein!

Sollten Christen durch ihr Quartier laufen und versuchen, diese hohen Mächte zu binden? Können sie das überhaupt? Was heisst das überhaupt binden? 

Ein ganz klares Nein.


Der Sieg Jesu über die Mächte der Finsternis

Der geistliche Kampf zwischen Licht und Finsternis ist eine Realität. Doch dieser Kampf steht unter einer zentralen, befreienden Wahrheit: Jesus Christus hat durch seinen Tod am Kreuz die Mächte der Finsternis völlig besiegt und entmachtet. Der Apostel Paulus schreibt:

„Er hat die Fürstentümer und die Gewalten völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt, indem er durch dasselbe über sie triumphiert hat.“

(Kolosser 2,15)

Diese Tatsache bildet das unerschütterliche Fundament für das Leben eines Gläubigen. Wer an Jesus Christus glaubt und von Neuem geboren ist, steht nicht mehr unter der Macht der Finsternis, sondern unter dem Schutz und der Autorität Gottes.

Leider wird dieser biblische Befund in vielen Strömungen der Pfingst- und Charismatischen Bewegung zunehmend verdunkelt. Durch sogenannte „geistliche Kriegsführung“ – mit Dämonenaustreibungen, Befreiungsdiensten und territorialen Gebetsaktionen – wird der Eindruck erweckt, als müsse der Christ erst durch eigene Anstrengung aus dämonischen Bindungen befreit werden. Doch die Heilige Schrift zeichnet ein völlig anderes Bild vom Stand des Gläubigen in Christus.


Ein Christ kann nicht von Dämonen besessen sein

Ein wiedergeborener Christ ist vom Heiligen Geist erfüllt. Sein Leib ist nicht nur ein Gefäß Gottes, sondern der Tempel des Heiligen Geistes selbst. Die Vorstellung, dass ein Dämon diesen heiligen Ort einnehmen könnte, ist mit der biblischen Lehre unvereinbar.

„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“

(1. Korinther 6,19)

„Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was hat die Gerechtigkeit mit der Gesetzlosigkeit zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Und wie stimmt Christus mit Belial(Alter Begriff für Satan) überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Und was hat der Tempel Gottes mit Götzenbildern zu schaffen? Denn ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: ‚Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.‘“

(2. Korinther 6,14–16)

Die Vorstellung, dass Christen von Dämonen bewohnt oder durch „Vorfahrensflüche“ gebunden seien, widerspricht diesen Aussagen frontal. Es ist theologisch absurd zu behaupten, dass in einem Menschen gleichzeitig der Heilige Geist und ein unreiner Geist wohnen könnten.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass es besonders in katholischen Kreisen viele Fälle von Besessenheit gibt.

Der Grund dafür liegt darin, dass viele dort keine echte Rettung erfahren haben. Sie sind nicht mit dem Heiligen Geist versiegelt. Sie glauben nicht daran, dass das Kreuzesopfer Jesu ein für alle Mal ausreicht, um sie zu retten. Stattdessen meinen sie, sich durch eigene Werke täglich neu erlösen zu müssen.

Sie beten zur falschen "Jungfrau Maria" und hoffen, dass sie sie in der Stunde ihres Todes rette. Doch das zeugt nicht von Vertrauen, sondern von Angst – einer Angst vor Gott.

Das ist Götzendienst – und somit letztlich Dienst an Dämonen. Wundert es da, dass so viele Besessenheitsfälle in der katholischen Gemeinde auftreten?


Satan hat keine Herrschaft mehr über den Gläubigen

Der Gläubige gehört nicht mehr dem Reich der Finsternis an. Durch die Wiedergeburt ist er in das Reich des Sohnes Gottes versetzt worden.

„Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.“

(Kolosser 1,13)

Viele Methoden der sogenannten geistlichen Kriegsführung vermitteln den Eindruck, Christen müssten sich fortwährend gegen dämonische Mächte verteidigen – als hätten diese noch Autorität über sie. Doch nach biblischem Verständnis lebt der wiedergeborene Gläubige in einem völlig neuen Herrschaftsbereich: unter der Fürsorge und Souveränität Jesu Christi.

Dabei gilt es zu beachten: Dämonen können durchaus Einfluss auf Christen ausüben, wenn diese durch ein schwaches Glaubensleben oder bewusst gelebte Sünde geistliche Türen öffnen. In solchen Fällen können sie den Gläubigen bedrängen, verwirren und unter Druck setzen – aber nicht besitzen. Denn sie haben kein Anrecht mehr auf die Kinder Gottes. Eine dämonische Besessenheit eines wiedergeborenen Christen ist aus biblischer Sicht ausgeschlossen.


Keine Trennung von Gottes Liebe möglich

Die Errettung durch Christus ist vollkommen. Es gibt keine geistliche Macht, die uns von Gottes Liebe trennen könnte – auch nicht Satan.

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel(Auch gefallene)noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

(Römer 8,38–39)

Viele Befreiungsdienste vermitteln, dass bestimmte Sünden, dämonische Einflüsse oder Flüche einen Christen von Gottes Gegenwart trennen könnten. Doch Gottes Wort ist hier eindeutig: Nichts kann uns scheiden von seiner Liebe, wenn wir in Christus sind. Römer zeigt darum besonders, dass auch Engel nichts an der Tatsache ändern können. Seien sie im Dienst Gottes oder gefallen.


Keine Verdammnis für die, die in Christus sind

Satan kann gegen den Christen keine wirksame Anklage mehr erheben. Denn jeder Gläubige ist durch das Blut Jesu Christi gerechtfertigt.

„So gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“

(Römer 8,1)

Die häufige Vorstellung, Satan habe noch „Anrechte“ an Christen – etwa durch ungeklärte Schuld oder familiäre Bindungen – ist eine gefährliche Lehre. Sie untergräbt die Heilsgewissheit und macht das Werk Jesu am Kreuz unvollständig. 

Doch:

„Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott ist es doch, der rechtfertigt! Wer will sie verurteilen? Christus ist es doch, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt!“

(Römer 8,33–34)


Was Satan und seine Dämonen noch tun können

Satan ist besiegt, aber noch aktiv. Er kann Christen nicht besitzen, verurteilen oder von Gott trennen – doch er kann versuchen, sie durch Täuschung, Versuchung oder äußere Umstände zu schwächen.

Täuschung

„Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts.“

(2. Korinther 11,14)

Satan arbeitet mit List. Und viele übertriebene oder unbiblische Formen geistlicher Kriegsführung – mit Fokus auf Dämonenjagd, „Binden und Lösen“, generational curses oder territoriale Geister – können selbst eine Form der Verführung sein, indem sie den Blick weg von Christus und hin zum Feind lenken.

Versuchung

„Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Dem widersteht, standhaft im Glauben, in dem Wissen, dass dieselben Leiden sich an eurer Bruderschaft in der Welt vollziehen.“

(1. Petrus 5,8–9)

„So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so wird er von euch fliehen.“

(Jakobus 4,7)

Der biblische Umgang mit dem Feind ist nicht Aggression, sondern Widerstand im Glauben. Die Waffen des Christen sind geistlich: Wahrheit, Gerechtigkeit, Glaube und das Wort Gottes.

Geistliche Angriffe

„Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels. Denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen.“

(Epheser 6,11–12)

Auch hier ist klar: Der Kampf findet statt – aber nicht in Form von Ritualen oder Dämonenbefehlen, sondern durch das Leben in der Wahrheit Gottes.


Äußere Hindernisse

„Darum wollten wir zu euch kommen – ich, Paulus, nicht nur einmal, sondern zweimal –, aber der Satan hat uns daran gehindert.“

(1. Thessalonicher 2,18)

Satan kann äußere Umstände beeinflussen.

Ein Beispiel dafür ist, dass er nicht gerettete Menschen anstachelt, sich gegen Christen zu stellen.

Das sieht man immer wieder in der Apostelgeschichte: Juden, die sich den Aposteln entgegenstellen, sie verfolgen, verleumden oder sogar verhaften lassen.

Dabei geht es nicht nur um Meinungsverschiedenheiten, sondern um geistlichen Widerstand, der sich im Natürlichen zeigt. Hinter dieser Feindschaft steht oft ein unsichtbarer Einfluss – der Feind, der Gottes Werk behindern will, indem er Menschen instrumentalisiert.


Kein biblisches Fundament für die geistliche Kriegsführung der Pfingstbewegung

Jesus hat gesiegt. Völlig. Endgültig. Für alle Zeiten. Der Gläubige lebt aus diesem Sieg – nicht für ihn. Geistliche Kriegsführung, wie sie in pfingstlich-charismatischen Kreisen praktiziert wird, verlagert das Zentrum des Glaubens weg vom Kreuz – hin zu geistlichen Techniken, Formeln, Gebetsritualen und Erfahrungen.

Doch die Schrift ruft uns auf:

„Kinder, ihr seid aus Gott und habt jene überwunden, weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, der in der Welt ist.“

(1. Johannes 4,4)

Unsere Aufgabe ist nicht, Dämonen zu binden oder Flüche zu brechen, sondern im Glauben zu stehen, in der Wahrheit zu wandeln und auf den zu schauen, der bereits alles vollbracht hat: Jesus Christus.


Die rechte Balance

Auf dieser Seite wirst du viele Informationen über Satan finden – ich habe ihn regelrecht „ins Licht gezerrt“. Doch wenn man ehrlich ist, liefert die Bibel gar nicht so viele konkrete Details darüber, wie Dämonen im Einzelnen wirken oder handeln. Was sie jedoch sehr deutlich macht, ist Folgendes: Das Hauptwerkzeug Satans ist Täuschung und Verführung – insbesondere durch die Welt, die unter seinem Einfluss steht. Und dieses Werkzeug ist äußerst effektiv. Lies alle Kapitel über Satan – und sage mir, dass es nicht so ist!

Diese Welt ist zum großen Teil von nicht wiedergeborenen Menschen bevölkert – und diese sind der satanischen Beeinflussung weitgehend schutzlos ausgeliefert. Sie erkennen die Lüge nicht, sie leben in ihr. Echte Christen hingegen sind dieser Verführung nicht mehr hilflos ausgeliefert. Wir sind keine „Böcke“ mehr, die blindlings allem nachlaufen. Wir sind Schafe, die dem guten Hirten – Jesus Christus – folgen und durch den Heiligen Geist in die Lage versetzt sind, die Fallstricke des Satans zu durchschauen.

Einflüsterungen durch Dämonen können zwar auch Christen treffen, doch wir sind nicht ohne Waffen. Es ist unsere tägliche Aufgabe, solche Gedanken, Eindrücke und Verlockungen zu prüfen und ihnen zu widerstehen. Wir sind berufen, den falschen Werten dieser Welt zu entfliehen, uns innerlich davon zu distanzieren – und uns Gott zu nahen, uns ihm zuzuwenden.

Die Bibel fordert uns nirgends dazu auf, die „Mächte in den himmlischen Regionen“ direkt zu bekämpfen – etwa durch sogenanntes „Binden“, „Austreiben“ oder „Konfrontieren“. Das ist nicht unser Auftrag. Unser Auftrag ist es, standhaft zu bleiben, geistlich wachsam zu sein und im Glauben zu leben – im Vertrauen darauf, dass Christus bereits den Sieg errungen hat. Glaubst du wirklich, du könntest gefallene Erzengel kontrollieren? Satan binden? Wo steht das in der Bibel?

Natürlich sind Christen autorisiert, Dämonen auszutreiben. Doch das eigentliche Problem liegt oft nicht in der Lehre, sondern in ihrer praktischen Umsetzung. Viele der angeblichen Exorzismen – besonders in manchen freikirchlichen Kreisen – sind schlichtweg unecht. Und die Leidtragenden sind häufig die Gläubigen selbst, die durch solche Praktiken in einem Kreislauf aus Angst und geistlichem Druck gefangen gehalten werden. Immer in der Furcht, ein Dämon könne jederzeit wieder Besitz von ihnen ergreifen.


Falsche Annahmen über Dämonen

Viele Christen – insbesondere in der pfingstlich-charismatischen Bewegung – übernehmen Vorstellungen über Dämonen, die weniger auf der Heiligen Schrift als vielmehr auf Erfahrungsberichten, Visionen oder Erzählungen aus sogenannten Befreiungsdiensten beruhen. Häufig kursieren detaillierte „Lehren“ über angebliche dämonische Hierarchien, über sogenannte „territoriale Geister“, „Ahnenflüche“, „Seelenbindungen“ oder gar die Besetzung von Gegenständen und Gebäuden durch Dämonen.

Doch die Bibel äußert sich zu solchen Konzepten nur äußerst zurückhaltend. Sie liefert weder einen dämonischen „Stundenplan“ noch eine „Landkarte der Finsternis“. Wo die Schrift schweigt, sollten auch wir Zurückhaltung üben. Denn was zunächst wie tiefe geistliche Einsicht erscheinen mag, kann sich in Wahrheit als eine Beschäftigung mit der falschen Seite erweisen – eine, die mehr Angst erzeugt als Glauben stärkt.

Zwar deutet die Bibel an wenigen Stellen eine gewisse Hierarchie innerhalb der dämonischen Welt an – doch diese Hinweise bleiben vage und bieten keine systematische Lehre. Mehr dazu später.


Unbiblische Dämonen-Lehren im Überblick:


Christen können dämonisch  besessen sein

Das widerspricht der biblischen Lehre, dass der Gläubige ein Tempel des Heiligen Geistes ist (1. Kor 6,19). Licht und Finsternis können nicht zusammenwohnen (2. Kor 6,14-16).


Man muss Dämonen beim Namen kennen und sie direkt ansprechen

Diese Praxis findet sich nicht in der Lehre der Apostel. Nirgendwo fordern Paulus oder Petrus dazu auf, sich im Gebet mit Dämonen zu unterhalten. Sie treiben sie aus. Sie rufen vielmehr zur Nüchternheit, Wachsamkeit und zum Widerstand im Glauben auf (1. Petr 5,8-9).


Dämonen können sich an Gegenständen, Orten oder in Blutlinien festsetzen

Diese Ideen entstammen eher mystischen oder magischen Vorstellungen als der Schrift. Die Bibel kennt keinen „Geist der Vase“, „dämonisierte Möbelstücke“ oder „vererbte Flüche“, die durch Gebetsformeln gelöst werden müssen. Sie kennt nur Sünde – und Vergebung. Sobald der Mensch widergeboren in Jesus ist, sind all diese Flüche gelöst.

Die Idee, dass Dämonen sich „in Blutlinien festsetzen“ oder über „Generationsflüche“ weitergegeben werden, ist nicht biblisch belegbar.

Oft wird dafür 2. Mose 20,5 herangezogen:

„… der die Missetat der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied…“

Doch dieser Vers spricht nicht von dämonischer Übertragung, sondern vom Prinzip kollektiver Verantwortung der Israeliten im Alten Testament – und wird im Neuen Bund durch Stellen wie Hesekiel 18,20 klar relativiert:

„Die Seele, welche sündigt, die soll sterben… der Sohn soll nicht die Schuld des Vaters tragen.“

Auch in Christus gilt:

„So ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur…“ (2. Kor 5,17)

Keine Rede von vererbten Flüchen.


Befreiung ist ein fortlaufender Prozess, den der Christ immer wieder durchlaufen muss

Auch das widerspricht der biblischen Botschaft. Die Erlösung ist ein einmaliger Akt der Gnade. Jesus sagt: „Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei“ (Johannes 8,36). Es gibt im Neuen Testament keine einzige Anweisung an Gläubige, sich von Dämonen befreien zu lassen.


Man muss Satan aktiv bekämpfen, um geistlichen Sieg zu erlangen

Nein. Der Sieg ist nicht unser Verdienst, sondern das vollbrachte Werk Christi. Unser Auftrag lautet nicht: „Kämpft gegen Satan“, sondern – wie es in Jakobus 4,7 heißt: „So unterwerft euch nun Gott. Widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen.“ Und Epheser 6,13 ruft uns zu: „Darum ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles ausgerichtet habt, standhalten könnt.“

Der geistliche Kampf vollzieht sich also nicht durch aggressive Konfrontation, sondern durch Glaubensgehorsam, Standhaftigkeit und biblische Klarheit.


Ausgearbeitete Dämonenlehre ohne biblische Basis

Die Bibel weist sehr wohl auf eine gewisse Dämonenhierarchie hin, aber diese wird nicht genau beschrieben oder erklärt.

Es gibt sicherlich höhere böse Engel und oder Mächte, die für Gebiete oder Regionen zuständig sind. Doch über die Namen und genauen Zuständigkeiten von Dämonen finden wir nichts in der Bibel.

In charismatischen Kreisen wurden daher regelrecht Dämonen erfunden, oft mit ganz bestimmten Aufgaben und Verantwortungsbereichen.

Ein Beispiel ist der sogenannte „Geist der Isebel“ – benannt nach der bösen Königin im Alten Testament, die dem Baal (also Satan) diente.

Angeblich soll dieser Geist heute besonders in Frauen innerhalb der Gemeinde wirken.

Das ist absolut unbiblisch, das kann ich hier ganz klar sagen!

Und auf Basis solcher erfundenen Dämonen wird Christen Angst eingejagt! Sie hat den Isebel-Geist! Pass auf!

Ein anderer soll Leviathan sein. Wenn du das Kapitel über Leviathan liesst wirst du feststellen, dass dieser kein eigener Dämon ist, sondern eine Repräsentation von Satan selbst.


Fokusverschiebung: Von Christus weg – hin zur Finsternis

Das Tragische an vielen dieser Lehren ist, dass sie – unter dem Vorwand geistlicher Wachsamkeit – den Blick weg von Jesus Christus und hin auf Satan lenken. Christen verbringen mehr Zeit damit, Dämonen zu identifizieren, Flüche zu analysieren und angeblich okkulte Einfallstore zu schließen, als im Wort Gottes zu wachsen, in der Gemeinschaft mit dem Herrn zu leben und im Glauben gestärkt zu werden.


Dabei ist genau das der eigentliche Schutz!

„Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.“

(Johannes 8,36)

„Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen, sodass wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangen nehmen zum Gehorsam gegen Christus.“

(2. Korinther 10,4–5)

Unser geistlicher Kampf richtet sich nicht in erster Linie gegen unsichtbare Dämonen in der Luft, sondern gegen Lügen und falsches Denken – gegen alles, was sich gegen die Wahrheit Gottes erhebt.

Zwar stehen hinter diesen Täuschungen dämonische Mächte, doch es ist wichtig zu verstehen: 

Dämonen selbst können nicht direkt bekämpft werden, sondern ihr Einfluss.

=> Dieser Kampf wird von Gott und seinen Engeln in der spirituellen Welt geführt.

Was der Christ bekämpfen muss, sind ihre Lügen, Verführungen und Einflüsterungen – durch das Wort Gottes, im Geist und mit festem Glauben.


Wachsam, nicht ängstlich – biblisch, nicht spekulativ

Es ist richtig, dass wir als Christen wachsam sein sollen. Es ist gut, wenn wir die Realität geistlicher Mächte nicht ignorieren. Aber unsere Wachsamkeit darf nicht in eine krankhafte Angst oder eine übertriebene Beschäftigung mit dem Feind umschlagen.

„Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Dem widersteht, standhaft im Glauben.“

(1. Petrus 5,8–9)

Der biblische Weg ist klar: Wir sollen dem Teufel widerstehen – nicht mit Ritualen oder Dämonendialogen, sondern durch Glauben, Wahrheit und Gehorsam.

„So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so wird er von euch fliehen.“

(Jakobus 4,7)


Das Kapitel "GOTT HAT MIR GESAGT:

DER WOHL GEFÄHRLICHSTE SATZ IN DER CHRISTENHEIT UND DIE ZUNGENREDE"

Dieses Kapitel sollte nach diesem gelesen werden, denn es hat eine Verbindung dazu.

Es geht um die Frage, warum Christen danach streben, gewisse Dinge tun zu können – und warum überhaupt.

Ich rede hier von der falschen, retardierten Zungenrede, vom Handauflegen, von Prophetie, Dämonenbekämpfung usw.

Dieses Kapitel ist extrem wichtig für junge Christen, besonders in charismatischen Kreisen.

Denn letztlich geht es um Stolz – und um vermeintliche Beweise dafür, ob jemand wirklich gerettet ist.

Wenn du die retardierte, falsche Zungenrede nicht beherrschst – heißt es: Du hast den Heiligen Geist nicht.

Wenn du nicht heilen kannst – hast du den Heiligen Geist nicht.

Wenn du nicht überall Dämonen siehst, wahrnimmst und bekämpfst – hast du den Heiligen Geist nicht.

Aber die Bibel zeigt klar: Die Gaben des Heiligen Geistes fallen unterschiedlich aus.

Und selbst wenn du keine dieser Gaben hast, ist das kein Beweis dafür, dass du den Heiligen Geist nicht empfangen hast!


1. Korinther 12,27–31

Ihr aber seid der Leib des Christus, und jeder ist ein Glied an ihm nach seinem Teil.

Und die einen hat Gott in der Gemeinde eingesetzt, erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; sodann Wundertäter, dann Gaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Leitungen, Arten von Sprachen.

Sind etwa alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Haben alle Wunderkräfte?

Haben alle Gaben der Heilungen? Reden alle in Sprachen? Können alle auslegen?

Strebt aber nach den besten Gaben! Und ich zeige euch einen noch weit vortrefflicheren Weg.


Was ist dieser „vortrefflichere Weg“?

Es ist der Weg der Liebe.

Paulus spricht vorher in Kapitel 12 über die vielen verschiedenen Geistesgaben – wichtig, wertvoll, von Gott gegeben. Doch dann sagt er:

„Ich zeige euch einen Weg, der noch besser ist als all das: die Liebe.“

Beleg im Kontext:

Korinther 12,31 (Schlachter 2000):

„Strebt aber nach den besten Gaben! Und ich zeige euch einen noch weit vortrefflicheren Weg.“

Dann folgt direkt:

Korinther 13,1–2:

„Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich Weissagung hätte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis, und wenn ich allen Glauben besäße, sodass ich Berge versetzen könnte, aber keine Liebe hätte, so wäre ich nichts.“

Das höchste Gebot die Nächstenliebe. Und wenn du diese ehrlich lebst hast du sicher den heiligen Geist!


Abhängig vom Befreiungsdienst

Wie bereits eingangs erwähnt, ist dämonische Besessenheit bei nicht wiedergeborenen Menschen durchaus möglich.

Daraus ergibt sich jedoch eine berechtigte Frage:

Warum gibt es Gemeinden, in denen sich vermeintlich gläubige Christen regelmäßig Dämonen austreiben lassen müssen?

Es wirkt beinahe so, als seien manche Menschen süchtig nach sogenannten „Befreiungsdiensten“ geworden. Sie leben in ständiger Angst, hinter jeder Sünde oder jedem Fehlverhalten könne ein Dämon stecken – und nicht nur das: Dieser Dämon habe sogar Besitz von ihnen ergriffen.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei jedoch nicht um echte dämonische Besessenheit, sondern um den gefallenen Zustand des Menschen, kombiniert mit einem schwachen Glaubensleben. Und genau hier treffen die Einflüsterungen des Feindes auf fruchtbaren Boden.

Dämonen können Christen zwar nicht besitzen, aber sie haben Zugangsrechte, wenn diese bewusst in Sünde leben, ihre Beziehung zu Gott vernachlässigen und geistlich lau werden. Ein schwaches Glaubensleben öffnet die Tür für Angriffe, Verwirrung und Unterdrückung durch finstere Mächte.

Ein starkes Leben im Glauben – geprägt von Gottesfurcht, Buße, Gebet und beständiger Ausrichtung auf Christus – bildet hingegen einen geistlichen Schutzwall, den dämonische Kräfte nicht durchdringen können.

Fehlt jedoch dieser Schutz, weil der Gläubige sich mehr mit der Welt beschäftigt als mit Gott, führt das unweigerlich in die Sünde – nicht vorrangig durch dämonischen Zwang, sondern durch mangelnde geistliche Reife, eine schwache Gottesbeziehung und ein nicht gekreuzigtes Fleisch.

Der Christ lässt letztendlich den Satan selber zu. Die Dämonen müssen nicht zwingen. Sie haben Anrecht dich zu beeinflussen.


Viele Christen verstehen diesen Vers nicht richtig

„Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Dem widersteht, standhaft im Glauben, in dem Wissen, dass dieselben Leiden sich an eurer Bruderschaft in der Welt vollziehen.“

(1. Petrus 5,8–9)

Die Dämonen gehen nicht umher und verschlingen Menschen. Sie gehen umher und suchen Menschen die sie verschlingen können. Die die nicht standhaft sein können.

Pastoren, die regelmäßige Gruppen-Austreibungen veranstalten, sind falsche Lehrer.

Sie halten ihre Gemeinden in einem verzerrten Glaubenssystem gefangen – einem System, das letztlich nicht rettet. 


Zurück zur biblischen Nüchternheit

Die Schrift zeichnet ein einfaches, aber kraftvolles Bild vom Leben in Christus: Freiheit, Sicherheit und Autorität in Ihm. Wir sind nicht dazu berufen, mit der Finsternis zu handeln, sondern in dem Licht zu wandeln, das wir in Christus empfangen haben.

Der wahre geistliche Kampf findet in unseren Herzen und Gedanken statt – in der täglichen Entscheidung, Gottes Wort mehr zu glauben als den Stimmen der Dämonen und dieser Welt. 

Nicht falsch verstehen: Die Dämonen sind da – eindrücklich erklärt im Kapitel „Dämonen brauchen keine Portale“ –, aber sie haben weitaus weniger Macht, als uns manche Gemeinden weismachen wollen. Dies gilt es zu verstehen. Wir kämpfen gegen Beeinflussung der Dämonen. Nicht gegen ihre physische Präsenz. 

Engel sind genauso unsterblich wie die menschliche Seele. Darum werden auch sie am Ende der Zeit gerichtet werden in alle Ewigkeit.

„Denn ihr seid einst Finsternis gewesen, jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts!“

(Epheser 5,8)

Im Anschluss an dieses Kapitel empfehle ich wärmstens das Kapitel ‚Die erste Lüge des Dämons‘. Es veranschaulicht eindrucksvoll, wie Dämonen versuchen, uns zur Sünde zu verleiten.“

In Gott wandeln sollst du!

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