Freien Willen gibt es
Der freie Wille ist real, doch er steht unter Gottes Wirklichkeit und Souveränität. Ein Vers, der mich lange begleitet und zugleich frustriert hat, lautet: „Das Wollen und das Vollbringen kommen von Gott.“
Wenn aber das Wollen und das Vollbringen von Gott kommen – was sind wir dann noch? Puppen in einem großen, universellen Puppenspiel? Bin ich lediglich ein Werkzeug? Kann ich selbstwirksam sein? Darf ich stolz sein auf erbrachte Arbeit?
Aufgrund dieses und anderer Verse haben sich die Calvinisten in die Vorstellung verrannt, dass Gott souverän herrscht und sogar Menschen zur ewigen Verdammnis erschafft. Im Kapitel „Gefäße des Zorns: Wie Gott Menschen neu zubereitet“ wird diese Idee jedoch klar und deutlich widerlegt.
Dennoch bleibt Gott souverän. Und der freie Wille bewegt sich innerhalb der Ordnung, die durch diese Souveränität gegeben ist.
Die satanische Matrix erklärt
Die satanische Matrix ist real – so real, dass ich hier eine gewagte These in den Raum stelle: Satan zeigt uns in seiner Welt immer wieder eine verzerrte Form der Wahrheit. Ich behaupte sogar, dass er nicht gerettete Menschen beeinflusst. Er ist das, was wir eine „Muse“ nennen würden. Er inspiriert Autoren, Schriftsteller und Journalisten. Filme wie die Matrix-Trilogie sind aus dieser Sicht keine Zufälle. Satan liebt es, zu zeigen, wer in dieser Welt scheinbar die Fäden in der Hand hält.
Doch was zeigt die Matrix? Dass diese Welt eine falsche Wirklichkeit ist – eine Illusion, die die Menschen gefangen hält.
Die Bibel spricht davon, dass der „Gott dieser Weltzeit“ den Sinn der Ungläubigen verblendet. Er bietet ein System an, das behauptet, der Mensch sei allein souverän. Er sei nichts weiter als ein intelligentes Tier und seines eigenen Glückes Schmied. Der Mensch bestimme selbst, was moralisch richtig ist, und mache sich letztlich zu seinem eigenen Gott. Er ist Ursache und Wirkung und daher kann der Gott der Bibel nicht die Wahrheit sein.
„Den Ungläubigen hat der Gott dieser Welt den Sinn verblendet, sodass sie das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi nicht sehen, der Gottes Ebenbild ist.“
(2. Korinther 4,4 – z. B. Lutherbibel)
Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist
(Genesis 3:4)
Zum Thema Moral findet sich eine vertiefende Auseinandersetzung im Kapitel „Warum der Holocaust aus evolutionstheoretischer Sicht vertretbar ist“.
„Ihr werdet sein wie Gott“, sagte die Schlange – und genau dieses Denken prägt auch heute viele Menschen, die den christlichen Gott nicht erkennen.
Und wer ist Neo in diesem System?
Neo steht sinnbildlich für den Menschen, der Gott erkannt hat und mit dem Heiligen Geist versiegelt wurde. Er schluckt die rote Pille und tritt in die Realität ein. Er wird aus der falschen Wirklichkeit „ausgestöpselt“ und beginnt, das größere Ganze zu sehen. Er erkennt Gott und lässt sich von ihm führen. Er weiß: Ich bin Schöpfung, nicht Schöpfer. Und dies kann sehr ernüchternd sein.
Auf einmal ist man nicht mehr das Zentrum des eigenen Lebens. Gott wird zum unausweichlichen Mittelpunkt.
Für mich persönlich war das sehr schwer. Ich fühlte mich in meiner Selbstwirksamkeit eingeschränkt. Das Wollen und das Vollbringen lagen nicht mehr bei mir, sondern bei Gott. Zumindest dachte ich das. Demut war das neue Programm. Dienen und sein Kreuz auf sich nehmen der neue Massstab.
Dies ging sogar so weit, dass ich die Menschen in der Matrix beneidet habe. Diese Unbeschwertheit. Diese Selbstverständlichkeit, stolz zu sein auf eigene Leistungen. Freude haben, wenn andere Menschen Anerkennung zollen. Ich erwischte mich beim Gedanken, wieder zurück in die Matrix zurückzuwollen. Ich wollte sein wie der Bösewicht Cypher in der Matrix-Trilogie.
Er wollte zurück in die Matrix, alles vergessen und wieder ein bequemes, unwissendes Leben führen. Deshalb verriet er Morpheus und die Crew an Agent Smith. Beim Steakessen mit Agent Smith sagt er sinngemäß: „Unwissenheit ist ein Segen.“ Cypher steht damit im starken Kontrast zu Neo – während Neo die Wahrheit sucht, selbst wenn sie schmerzhaft ist, entscheidet sich Cypher bewusst für die Illusion.
Die Realität auf den ersten Blick in der Bibel ist aber:
Gott ebnet den Weg. Gott erhöht und erniedrigt. Gott setzt Könige ein und stürzt sie. Gott schützt. Gott bestraft.
Was bleibt uns also noch? Was sind wir noch im Angesicht dieser Realität? Haben die Calvinisten doch recht? Wenn man die Bibel nur oberflächlich liest, dann ja.
Aber die Wahrheit liegt im Detail.
Freier Wille ist real
5. Mose 30,19
„Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt; so wähle das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.“
➡️ Klare Aufforderung zur Entscheidung.
Josua 24,15
„Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt … Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen.“
➡️ Entscheidung zwischen verschiedenen Wegen.
Hesekiel 18,23
„Habe ich etwa Gefallen am Tod des Gottlosen, spricht Gott, der HERR, und nicht vielmehr daran, dass er von seinen Wegen umkehrt und lebt?“
➡️ Umkehr wird als reale Möglichkeit dargestellt.
Matthäus 23,37
„Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen … und ihr habt nicht gewollt!“
➡️ Der menschliche Wille steht dem göttlichen Willen gegenüber.
Johannes 7,17
„Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist.“
➡️ Der Wille beeinflusst geistliche Erkenntnis.
Offenbarung 3,20
„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen.“
➡️ Die Entscheidung liegt beim jedem einzelnen
Bestrafung basiert auf diesem freien Willen
Galater 6,7–8
„Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Wer auf sein Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten.“
Kolosser 3,25
„Denn wer Unrecht tut, wird empfangen, was er Unrecht getan hat; und es gilt kein Ansehen der Person.“
Bestrafung wäre widersinnig, wenn wir nur Puppen ohne Willen wären.
Der übergeordnete Heilsplan
Der übergeordnete Heilsplan Gottes gleicht einem unaufhaltsamen Strom. Er kann weder gestoppt noch aufgehalten werden.
Man stelle sich einen Schachspieler vor, der jeden Zug im Voraus kennt und bereits einkalkuliert hat. Er steht außerhalb von Zeit, Raum und Materie – so ist Gott.
Hier berühren wir den Punkt unserer Entscheidungen: Sie verändern den Heilsplan nicht. Was auch immer wir tun – es ist bereits einbezogen und vermag Gottes Heilsplan nicht zu durchkreuzen. Wir sind wie Fische in einem Strom, der nicht aufzuhalten ist. Wir können mit dem Strom schwimmen und uns Gott unterstellen, oder gegen ihn anschwimmen oder versuchen, aus ihm herauszuspringen. Doch nichts davon hält den Strom auf.
Wir haben einen freien Willen, aber hinter ihm steht eine größere Wirklichkeit: Gott sieht jede unserer Entscheidungen im Voraus und berechnet sie mit ein.
Jesaja 46,9–10
„Ich bin Gott, und sonst keiner … Ich verkündige von Anfang an das Ende und von der Vorzeit her, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, werde ich vollbringen.“
➡️ Gottes Plan steht fest und wird ausgeführt.
Daniel 4,32
„Er tut, was er will, mit dem Heer des Himmels und mit den Bewohnern der Erde; und da ist niemand, der seiner Hand wehren oder zu ihm sagen dürfte: Was machst du?“
➡️ Niemand kann Gottes Hand aufhalten.
Psalm 33,11
„Der Ratschluss des HERRN bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht.“
➡️ Gottes Plan ist dauerhaft und unveränderlich.
Sprüche 19,21
„Viele Gedanken sind im Herzen eines Menschen; aber der Ratschluss des HERRN hat Bestand.“
➡️ Menschliche Pläne stehen unter Gottes höherem Plan.
Epheser 1,11
„In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens.“
➡️ Gott wirkt „alles“ gemäß seinem Willen.
Römer 8,28–30
„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen … Denn die er zuvor erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt …“
➡️ Eine durchgehende Heilsordnung (oft „Heilskette“ genannt).
Hiob 42,2
„Ich erkenne, dass du alles vermagst, und kein Vorhaben ist dir verwehrt.“
➡️ Gottes Pläne sind nicht zu vereiteln.
Gottes Vorherwissen über Menschen allgemein
Psalm 139,4
„Noch ehe ein Wort auf meiner Zunge ist, siehe, HERR, du weißt es alles.“
Psalm 139,16
„Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, als noch keiner von ihnen war.“
Jesaja 46,10
„Ich verkündige von Anfang an das Ende und von alters her, was noch nicht geschehen ist.“
1. Petrus 1,2
„… nach der Vorsehung Gottes, die ihn im Voraus kennt.“
Römer 8,29
„Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt …“
Gott erhöht und erniedrigt Menschen / politische und historische Führung
Daniel 2,21
„Er verändert Zeiten und Stunden, setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen Weisheit und den Verständigen Einsicht.“
Daniel 4,17
„Das Urteil über die menschlichen Reiche ist beschlossen, und der Höchste gibt es den Menschenkindern, um zu zeigen, dass der Höchste über das Reich der Menschen herrscht und es gibt, wem er will.“
Daniel 4,25
„… und dein Königreich wird dir genommen … vom Allerhöchsten gegeben …“
5. Mose 28,36
„Der HERR wird dich unter alle Völker werfen … und Könige werden über dich herrschen.“
Psalm 75,6–7
„Denn nicht vom Aufstieg des Volkes oder vom Fallen des Volkes kommt die Erhöhung; sondern Gott ist Richter: Er erniedrigt den Einen und erhöht den Anderen.“
Psalm 89,20–21
„Ich habe meinen Knecht erwählt … habe ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt, meine Hand wird ihn stärken …“
Sprüche 3,34
„Er verspotten die Spötter, aber den Demütigen gibt er Gnade.“
1. Samuel 2,7
„Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt, und er erhöht.“
2. Samuel 22,28
„Denn du rettest den Demütigen, aber deine Augen richten auf Hochmütige.“
Römer 13,1
„Es soll jede Seele den übergeordneten Mächten untertan sein. Denn es gibt keine Macht außer von Gott; die Mächte aber, die da sind, sind von Gott verordnet.“
Diese Verse zeigen eine wichtige Tatsache, Führungskräfte und Regierungen werden indirekt von Gott gestellt. Weil sie haben den grössten Einfluss auf das weltliche Geschehen. Menschen werden erhöht und erniedrigt wenn es um solche Positionen geht.
Was bedeutet das letztlich?
Entscheidet Gott, was wir heute Abend essen – Pizza oder Spaghetti? Entscheidet Gott, ob wir morgen blau machen oder zur Arbeit gehen? Diese Entscheidungen treffen wir selbst. Wie wir gesehen haben, hat Gott uns einen freien Willen gegeben; die alltäglichen Entscheidungen liegen in unserer Verantwortung.
Von Anfang an wollte Gott, dass wir Menschen uns entfalten und über die Erde herrschen. Es gab zunächst keine detaillierten Anweisungen. Gott gab dem Menschen weiten Handlungsspielraum:
„Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“
(1. Mose 1,27–28)
Der Christ in der neuen Wirklichkeit
Der Christ ist mit vielen Herausforderungen konfrontiert, insbesondere mit den neuen Anforderungen, die Gott an ihn stellt. Er soll sich nach den göttlichen Maßstäben richten, demütig bleiben, nicht den irdischen Werten nachjagen, anderen dienen und ein Stück weit sich selbst verleugnen. Auf diese Weise trägt er sein eigenes Kreuz. Gott selbst, als er Mensch wurde und gedient hat bis ans Kreuz, ohne Sünde, ist der neue Standard für gut. Und hier ist wichtig zu verstehen: Das sind die Regeln für wiedergeborene Christen die nach Heiligkeit streben.
Nach den göttlichen Maßstäben leben / Gottes Willen tun
Römer 12,2
„Und passt euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der Wille Gottes ist, was gut, wohlgefällig und vollkommen ist.“
Micha 6,8
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der HERR von dir fordert: Recht tun, Güte lieben und demütig wandeln mit deinem Gott.“
Demut
Philipper 2,3–4
„Tut nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.“
Jakobus 4,6
„Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“
1. Petrus 5,5–6
„Gleichwie die Jüngeren den Ältesten untertan sein sollen; so seid auch ihr untereinander gegeneinander demütig. Denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade. Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit.“
Anderen dienen / Selbstverleugnung
Markus 10,43–45
„Wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei aller Knecht. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen …“
Galater 5,13
„Dient einander durch die Liebe.“
Sein eigenes Kreuz tragen / Nachfolge
Matthäus 16,24
„Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“
Lukas 9,23
„Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“
Nicht den irdischen Werten nachjagen
1. Johannes 2,15–17
„Liebet nicht die Welt, noch die Dinge, die in der Welt sind. … Denn alles, was in der Welt ist, das Fleischliche, das Auge, der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“
Kolosser 3,2
„Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“
Freude an der Arbeit / Arbeit als Gabe Gottes
Prediger 2,24
„Es ist dem Menschen nichts Besseres, als dass er iss und trinkt und sich an der Mühe seines Lebens erfreue. Auch das habe ich gesehen, dass es von der Hand Gottes kommt.“
Prediger 3,13
„Auch dass jeder Mensch essen und trinken und Gutes sehen kann in all seiner Mühe – das ist eine Gabe Gottes.“
Prediger 5,19
„… und dass er die Früchte seiner Mühe genießen kann – das ist eine Gabe Gottes.“
Matthäus 25,14–30 – Gleichnis von den anvertrauten Talenten
Die Diener, die ihre Talente nutzen und mehren, werden gelobt; der, der sein Talent vergräbt, wird getadelt.
1. Petrus 4,10
„Dient einander, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes.“
1. Korinther 12,4–7
„Es gibt verschiedene Gaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, aber nur den einen Gott, der alles in allen wirkt. Jedem wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben.“
Natürlich dürfen wir stolz sein!
Die Fähigkeit, Freude an der eigenen Arbeit zu empfinden und Stolz zu verspüren, ist ebenfalls eine Gabe Gottes. Der Diener, der seine Talente einsetzt, wird von Gott gelobt. Lob kann nur dann wirklich Lob sein, wenn man auch Stolz und Freude über die eigene Leistung empfinden kann. Also darf der Christ selbstverständlich stolz sein und sich über seine erbrachten Leistungen freuen.
Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass diese Leistungen in einem größeren Zusammenhang stehen. Die materielle Welt kommt von Gott. Unser Körper, unser Geist und unsere Seele kommen von Gott. Auch unsere Talente sind von Gott. Und das ist schön – und bewahrt den Christen davor, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Er bleibt automatisch demütig. Ohne Gott wäre ich nicht und ohne Gott hätte ich nicht.
Ein Widerspruch für Christen?
1. Korinther 4,7
„Was hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, warum rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen?“
Philipper 2,13
„Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen.“
Was sich hier wie ein Widerspruch anhört, ist in Wahrheit eine geistliche Tatsache. Vor seiner Versiegelung mit dem Heiligen Geist konnte der Mensch Gottes Willen weder verstehen noch ihm folgen. Seine heiligen Gebote achtete er nicht. Er freute sich an der Sünde und glaubte, alles komme aus ihm selbst. Die große Wahrheit konnte er weder erkennen noch annehmen.
Diese Verse gelten Christen, denn nur durch den Heiligen Geist werden sie verändert. Er lehrt, überführt und führt in die Wahrheit. Dabei geht es nicht um das allgemeine Vollbringen im weltlichen Sinn. Millionen von Menschen weltweit beweisen, dass man auch ohne Gott durch harte Arbeit erfolgreich sein kann. So hat Gott die Welt konzipiert: Ursache und Wirkung. Wer viel arbeitet, wird in der Regel auch mehr ernten.
Hier aber geht es um geistliche Ziele – um das Leben im Willen Gottes. Nur durch den Heiligen Geist können wir Gottes Willen erkennen, verstehen und umsetzen. Zuvor standen wir unter dem „Gott dieser Welt“, der uns vorgaukelte, unser sündiges, gottloses Leben sei die Wahrheit. In Wirklichkeit waren wir gefangen in einer geistlichen Täuschung, der satanischen Matrix.