In der heutigen Zeit wird die Bibel häufig aus ideologischen oder irdischen Gründen bewusst falsch ausgelegt. Wenn man gewisse Denkweisen zulässt, wird es möglich, die Aussagen der Bibel so zu interpretieren, wie es einem gerade passt. Besonders drei Türen führen dazu, dass jegliche Interpretation der Bibel möglich wird: Zweifel an ihrer göttlichen Inspiration, die Relativierung ihrer Lehren und die Reduktion auf rein irdische Logik. Öffnet man diese Türen, kann der eigentliche Sinn der Schrift nicht mehr erkannt werden, und die göttliche Autorität der Bibel wird bewusst oder unbewusst untergraben. Es ist daher unerlässlich, die Wahrheit der Schrift zu bewahren und diesen Irrtümern entgegenzutreten.
Erste Türe: Zweifel an der Inspiration der Bibel
Die erste Tür öffnet sich durch den Zweifel daran, dass die Bibel tatsächlich von Gott inspiriert ist. Es wird behauptet, die Schreiber seien nur Menschen gewesen, die ihre kulturellen und zeitlichen Umstände widergespiegelt hätten. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass die Bibel nicht vollständig göttlich inspiriert ist, wird es möglich, ihre Aussagen als fehlerhaft oder als bloße Interpretationen menschlicher Autoren abzutun. Dies schafft einen Freiraum, in dem jede Aussage der Bibel infrage gestellt werden kann.
Die Bibel selbst widerspricht dieser Annahme deutlich:
2. Timotheus 3,16:
„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“
2. Petrus 1,20-21:
„Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass keine Weissagung der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben Menschen im Namen Gottes geredet.“
Diese Verse betonen, dass die Bibel durch den Heiligen Geist inspiriert wurde. Sie ist nicht das Ergebnis menschlicher Interpretation, sondern ein göttliches Werk. Der Zweifel an der Inspiration der Schrift stellt daher nicht nur ihre Zuverlässigkeit infrage, sondern öffnet die Tür zu willkürlicher Auslegung.
Zweite Türe: Relativierung biblischer Lehren
Die zweite Tür zur Verdrehung der Schrift ist die Annahme, dass biblische Lehren nur für die damalige Zeit gültig waren. Diese Ansicht ermöglicht es, die Aussagen der Bibel nach Belieben zu relativieren. Geht man davon aus, dass bestimmte Gebote oder Lehren nur für eine spezifische historische Situation galten, wird es schließlich möglich, alles in der Bibel als kulturell bedingt oder veraltet abzutun.
Doch die Bibel selbst macht klar, dass ihre Lehren ewig gültig sind:
Matthäus 5,18:
„Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis alles geschieht.“
Hebräer 13,8:
„Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.“
Römer 15,4:
„Denn alles, was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben.“
Diese Verse zeigen, dass Gottes Wort unvergänglich ist. Wenn man jedoch annimmt, dass biblische Lehren nur für die damalige Zeit galten, verliert die Bibel ihre verbindliche Autorität. Das Ergebnis ist eine beliebige Auslegung, bei der nicht mehr Gott das Zentrum ist, sondern der Mensch selbst entscheidet, was gültig sein soll.
Dritte Türe: Reduktion auf irdische Logik
Die dritte Tür zur Verdrehung der Schrift öffnet sich, wenn man biblische Gebote und Ereignisse auf rein menschliche Erklärungen reduziert. Manche versuchen, die tiefe spirituelle Bedeutung der Bibel zu ignorieren und sie allein durch irdische Logik zu deuten. Ein Beispiel ist das Verbot von Schweinefleisch in 3. Mose 11, das häufig als hygienische Vorschrift erklärt wird, anstatt seine heilige Symbolik zu betrachten. Wenn man Gottes Gebote auf rein praktische oder rationale Gründe beschränkt, wird ihre göttliche Dimension geleugnet.
Die Bibel macht jedoch deutlich, dass Gottes Gedanken und Handlungen oft über menschliches Verständnis hinausgehen:
Jesaja 55,8-9:
„Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“
1. Korinther 2,14:
„Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, denn es muss geistlich beurteilt werden.“
3. Mose 11,44-45:
„Denn ich bin der HERR, euer Gott. Darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig; so verunreinigt euch nicht an irgendeinem Getier, das auf der Erde kriecht. Denn ich bin der HERR, der euch aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, um euer Gott zu sein; darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig.“
Diese Verse betonen, dass Gottes Gebote und Handlungen eine tiefere spirituelle Bedeutung haben, die über menschliche Logik hinausgeht. Wer die Bibel auf rein rationale Kategorien reduziert, verliert den Zugang zu ihrem geistlichen Sinn.
Die drei Türen – der Zweifel an der göttlichen Inspiration, die Relativierung biblischer Lehren und die Reduktion auf irdische Logik – ermöglichen es, die Bibel so zu interpretieren, wie es einem selbst am besten passt. Öffnet man diese Türen, wird die Bibel nicht länger als das unfehlbare Wort Gottes gesehen, sondern zu einem manipulierbaren Text.
Es ist daher entscheidend, die Heilige Schrift als das zu bewahren, was sie ist: ein vollkommen inspiriertes und ewig gültiges Werk Gottes, das über menschliches Denken und Verständnis hinausgeht. Nur so bleibt ihr eigentlicher Sinn erhalten, und sie kann ihre Aufgabe erfüllen, die Menschen zur Wahrheit und zum Heil zu führen.