Die Geschichte von Salomo im Koran und die Frage nach der Rolle der Djinn
Die Geschichte von Salomo im Koran hat mich stets fasziniert. Persönlich finde ich alles Fantastische spannend – Monster, Geister, Dämonen und Fabelwesen haben mich schon seit meiner Kindheit fasziniert. Im Koran wird Salomo als eine außergewöhnliche Figur dargestellt, die die Djinn befehligen, mit den Tieren sprechen und den Wind beherrschen konnte. Diese Aspekte machen die Geschichte besonders spannend.
Im Koran heißt es, dass Salomo die Djinn kontrollieren konnte und diese sogar seinen Tempel bauten. Interessanterweise handelt es sich bei den Djinn im Koran, die Salomo zur Verfügung standen, um Satane oder böse Djinn, also Dämonen. Diese Djinn sind nicht nur neutrale Wesen, sondern Repräsentanten des Bösen, die sich gegen den Willen Gottes auflehnen:
Sure 34, Vers 12: „Und Salomo machten Wir den Wind dienstbar; sein Herweg dauerte einen Monat, und sein Hinweg dauerte einen Monat. Und Wir verflüssigten ihm eine Metallquelle. Und von den Dschinn gab es welche, die unter ihm auf Geheiß seines Herrn arbeiteten. Und sollte einer von ihnen sich von Unserem Befehl abwenden, so würden Wir ihn die Strafe des flammenden Feuers kosten lassen.“
• Sure 21, Vers 82-82: „Und Wir besitzen Kenntnis von allen Dingen und von den Satanen, die für ihn tauchten und dazu noch andere Werke verrichteten; und Wir Selbst beaufsichtigten sie.“
Salomo konnte den Wind beherrschen
„Und Salomo machten Wir den Wind dienstbar; sein Herweg dauerte einen Monat, und sein Hinweg dauerte einen Monat. Und Wir verflüssigten ihm eine Metallquelle. Und von den Dschinn gab es welche, die unter ihm auf Geheiß seines Herrn arbeiteten. Und sollte einer von ihnen sich von Unserem Befehl abwenden, so würden Wir ihn die Strafe des flammenden Feuers kosten lassen. Sie machten für ihn, was er begehrte: Paläste und Bildwerke, Becken wie Teiche und feststehende Kochbottiche: ‚Wirkt ihr vom Hause Davids in Dankbarkeit.‘ Und nur wenige von Meinen Dienern sind dankbar.“
(Sure 34, Vers 12)
„Und Salomo machten Wir den Wind dienstbar, der in seinem Auftrage in das Land blies, das Wir gesegnet hatten. Und Wir besitzen Kenntnis von allen Dingen und von den Satanen, die für ihn tauchten und dazu noch andere Werke verrichteten; und Wir Selbst beaufsichtigten sie.“
(Sure 21, Vers 81)
Salomo konnte zudem mit Tieren sprechen
„Und Salomo wurde Davids Erbe, und er sagte: ‚O ihr Menschen, die Sprache der Vögel ist uns gelehrt worden; und alles wurde uns beschert. Das ist wahrlich die offenbare Huld.‘ Und dort vor Salomo wurden dessen Heerscharen der Dschinn und Menschen und Vögel versammelt, und sie standen in Reih und Glied geordnet bis dann, als sie zum Tale der Ameisen kamen, eine Ameise darunter sagte: ‚O ihr Ameisen, geht in eure Wohnungen hinein, damit euch Salomo und seine Heerscharen nicht zertreten, ohne dass sie es merken.‘“ (Sure 27, Vers 16)
Heute sehe ich die Geschichte allerdings etwas anders. Im Koran finden sich viele biblische Erzählungen, die häufig nur angedeutet werden. Die detaillierten Erzählungen dazu finden sich in der Bibel. Es erscheint mir daher sinnvoll, dass Muslime auch die Bibel lesen, insbesondere das Alte Testament. Dies könnte zu einem tieferen Verständnis des Islams und der islamischen Perspektive auf biblische Figuren führen.
In der Bibel wird der Anfang seiner Herrschaft ausführlich geschildert
„In derselben Nacht aber erschien Gott dem Salomo und sprach zu ihm: Bitte, was ich dir geben soll. Und Salomo sprach zu Gott: Du hast große Barmherzigkeit an meinem Vater David getan und hast mich an seiner statt zum König gemacht. So lass nun, HERR, Gott, dein Wort an meinen Vater David wahr werden; denn du hast mich zum König gemacht über ein Volk, das so viel ist wie Staub auf Erden. So gib mir nun Weisheit und Erkenntnis, dass ich vor diesem Volk aus und ein gehe; denn wer kann dies dein großes Volk richten? Da sprach Gott zu Salomo: Weil du dies im Sinn hast und nicht gebeten um Reichtum noch um Gut noch um Ehre noch um deiner Feinde Tod noch um langes Leben, sondern hast um Weisheit und Erkenntnis gebeten, mein Volk zu richten, über das ich dich zum König gemacht habe, so sei dir Weisheit und Erkenntnis gegeben. Dazu will ich dir Reichtum, Gut und Ehre geben, wie sie die Könige vor dir nicht gehabt haben und auch die nach dir nicht haben werden. So kam Salomo von der Höhe, die bei Gibeon war, von der Stiftshütte, nach Jerusalem und war König über Israel.“
(1. Könige 3:5)
Sein Reichtum wird beschrieben
„Und das Gewicht des Goldes, das für Salomo in einem Jahr einkam, war sechshundertsechsundsechzig Zentner, außer dem, was von den Händlern und vom Gewinn der Kaufleute und von allen Königen Arabiens und von den Statthaltern kam. Und der König Salomo ließ zweihundert große Schilde von getriebenem Gold machen – sechshundert Schekel Gold nahm er zu einem Schild – und dreihundert kleine Schilde von getriebenem Gold, je drei Pfund Gold zu einem kleinen Schild. Und der König brachte sie in das Libanon-Waldhaus. Und der König machte einen großen Thron von Elfenbein und überzog ihn mit dem edelsten Gold. Und der Thron hatte sechs Stufen, und hinten am Thron war ein runder Kopf, und es waren Lehnen auf beiden Seiten am Sitz, und zwei Löwen standen an den Lehnen. Und zwölf Löwen standen auf den sechs Stufen zu beiden Seiten. Dergleichen ist nie gemacht worden in allen Königreichen. Alle Trinkgefäße des Königs Salomo waren aus Gold, und alle Gefäße im Libanon-Waldhaus waren auch aus lauterem Gold; denn das Silber achtete man zu den Zeiten Salomos für nichts. Denn der König hatte Tarsisschiffe, die auf dem Meer zusammen mit den Schiffen Hirams fuhren. Diese kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen. So war der König Salomo größer an Reichtum und Weisheit als alle Könige auf Erden. Und alle Welt begehrte, Salomo zu sehen, damit sie die Weisheit hörten, die ihm Gott in sein Herz gegeben hatte. Und jedermann brachte ihm jährlich Geschenke, silberne und goldene Geräte, Kleider und Waffen, Spezerei, Rosse und Maultiere.“
(Könige 10:14)
Salomos Verlust seines Königreichs wegen Dienst an Dämonen
„Aber der König Salomo liebte viele ausländische Frauen: die Tochter des Pharao und moabitische, ammonitische, edomitische, sidonische und hetitische – aus solchen Völkern, von denen der HERR den Israeliten gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen; sie werden gewiss eure Herzen ihren Göttern zuneigen. An diesen hing Salomo mit Liebe. Und er hatte siebenhundert Hauptfrauen und dreihundert Nebenfrauen; und seine Frauen verleiteten sein Herz. Und als er nun alt war, neigten seine Frauen sein Herz fremden Göttern zu, sodass sein Herz nicht ungeteilt bei dem HERRN, seinem Gott, war wie das Herz seines Vaters David. So diente Salomo der Astarte, der Göttin der Sidonier, und dem Milkom, dem gräulichen Götzen der Ammoniter. Und Salomo tat, was dem HERRN missfiel, und folgte nicht völlig dem HERRN wie sein Vater David. Damals baute Salomo eine Höhe dem Kemosch, dem gräulichen Götzen der Moabiter, auf dem Berge, der vor Jerusalem liegt, und dem Milkom, dem gräulichen Götzen der Ammoniter. Ebenso tat Salomo für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten. Der HERR aber wurde zornig über Salomo, dass er sein Herz von dem HERRN, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm geboten hatte, dass er nicht andern Göttern nachwandelte. Er aber hatte nicht gehalten, was ihm der HERR geboten hatte. Darum sprach der HERR zu Salomo: Weil das bei dir geschehen ist und du meinen Bund und meine Gebote nicht gehalten hast, die ich dir geboten habe, so will ich das Königtum von dir reißen und einem deiner Großen geben.“
(1. Könige 11:1)
Eine Deutung der Ereignisse
Wie wir sehen, hat Gott Salomo Weisheit geschenkt. Und als Belohnung für seine Bescheidenheit unermesslichen Reichtum. Doch Salomo fiel vom Glauben ab und ließ sich von seinen vielen Frauen in den Götzendienst verführen. In der Bibel ist eindeutig, dass Götzendienst mit Dämonenverehrung verbunden wird:
„Seht an das Israel nach dem Fleisch! Welche die Opfer essen, stehen die nicht in der Gemeinschaft des Altars? Was will ich nun damit sagen? Dass das Götzenopfer etwas sei? Oder dass der Götze etwas sei? Nein, sondern was man da opfert, das opfert man den Dämonen und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr mit den Dämonen Gemeinschaft habt.“
(1. Korinther 10:18)
Ebenso warnt die Bibel eindeutig davor, sich mit Zauberei und Okkultismus zu beschäftigen
„Es soll niemand unter dir gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, oder einer, der Wahrsagerei treibt oder Zeichendeuterei oder ein Beschwörer oder ein Zauberer, oder einer, der Geister bannt oder Geister der Toten befragt. Denn wer das tut, der ist dem HERRN ein Greuel, und um solcher Greuel willen vertreibt der HERR, dein Gott, diese Völker vor dir.“
(5. Mose 18:10)
Die Bibel warnt ganz klar davor, mit Dämonen zu interagieren. Wenn Gott den Menschen hilft, dann entweder direkt oder aber durch seinen Heiligen Geist und Engel. Nicht durch Dämonen.
Ausserbiblische Quellen
Interessanterweise gibt es aber Quellen außerhalb der Bibel, die berichten, dass Salomo Dämonen mit einem besonderen Ring beschworen haben soll. Ein Beispiel dafür ist „Der kleinere Schlüssel Salomons“, ein Werk, das 72 Dämonen beschreibt, die Salomo angeblich unter seine Kontrolle brachte. Diese Zahl ist besonders, weil sie in islamischen Traditionen auch mit den 72 Jungfrauen im Paradies verbunden wird.
Ein Hadith über den Ring des Salomos
Der Ring Salomons wird in einem Hadith erwähnt, in dem es heißt, dass Engel Gabriel ihm den Ring überreichte, damit Salomo mit den Djinn arbeiten konnte:
„Ein Tier wird aus der Erde auftauchen. Mit ihm wird der Ring von Sulaiman und der Stab von Musa sein. Es wird das Gesicht des Gläubigen erhellen und die Nase des Ungläubigen stampfen.“ (Jami’ at-Tirmidhi 3187)
Am Anfang des Textes sehen wir eine mögliche Darstellung des Rings.
Schlussfolgerung und offene Fragen
„Basierend auf der biblischen Darstellung sehen wir, dass Salomo aufgrund seines Abfalls von Gott die Strafe erlebte, die ihm prophezeit wurde. In der Bibel erhielt Salomo keine dämonische Unterstützung für den Bau seines Tempels. Vielmehr waren es sein Glaube an Gott und die Weisheit, die ihm von Gott verliehen wurden, die ihn zu seiner Macht und seinem Erfolg führten.
Wenn Gott den Menschen hilft, dann entweder direkt oder durch Engel, die sich klar als Boten Gottes erkennen lassen.
Es wird in der Bibel jedoch deutlich, dass Gott eindringlich davor warnt, sich mit dämonischen Mächten einzulassen. Gerade dieses Einlassen mit Dämonen führte zum Glaubensabfall von Salomo.
Dies wirft eine berechtigte Frage auf: Wer hat Salomo im Koran die Dämonen und den Wind dienstbar gemacht?
Die Interpretation des Textes lässt nur zwei Schlüsse zu:
1) Der Text ist höchstwahrscheinlich erfunden
2) Der Gott von Israel war es sicher nicht