Tiere haben keine Seele
Tiere sind lebendige Wesen mit Intellekt, aber sie haben keine lebendigen Seelen. Aus der Schöpfungsgeschichte im ersten Buch der Bibel, Genesis, wird allgemein abgeleitet, dass Tiere Gottes Lebensodem besitzen, genauso wie Menschen und Pflanzen. Nur der Mensch wurde jedoch von Gott aus Staub gebildet und wurde zu „einer lebendigen Seele“.
Wie Tiere und Pflanzen besitzen auch wir Menschen einen Körper, der durch Gottes Lebensodem am Leben gehalten wird. Der Mensch hat jedoch etwas ganz Besonderes: eine Seele. Unsere fleischlichen Körper sind also nicht anderes als eine Art Gefäß für die Seele, eine Art Transportmittel. Daher spricht der Text von einer lebendigen Seele – Fleisch und Geist.
„Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens; so wurde der Mensch zu einer lebendigen Seele.“
(1. Mose 2,7)
„Und der HERR, Gott, bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde; und genau so, wie der Mensch sie, die lebenden Wesen, nennen würde, so sollte ihr Name sein.“ (1. Mose 2,19)
„Er dient auch nicht von Menschenhänden, als ob er Mangel hätte, da er selbst allen Leben und Odem und alles gibt.“
(Apostelgeschichte 17,25)
„Und es gingen zu Noah in die Arche je zwei und zwei von allem Fleisch, darin Odem des Lebens war. Und die, die hereinkamen, männlich und weiblich von allem Fleisch, gingen hinein, wie Gott ihm geboten hatte. Und der HERR verschloss hinter ihm zu.“
(1. Mose 7,15-16)
In 1. Mose 2,7 und 1. Mose 2,19 sind die hebräischen Wörter für „gebildet“ unterschiedlich
In 1. Mose 2,7: Das hebräische Wort für „gebildet“ ist "יָצַר" (yatsar). Es bedeutet „formen“ oder „gestalten“ und deutet auf die sorgfältige und bewusste Formung des Menschen aus dem Staub der Erde hin.
In 1. Mose 2,19: Hier wird das hebräische Wort "בָּרָא" (bara) verwendet, was „erschaffen“ oder „bilden“ bedeutet. Es beschreibt die Schöpfung aller Tiere durch Gott und legt den Fokus auf den schöpferischen Akt und das Hervorbringen von etwas Neuem. Er hat die Tiere in großen Mengen geschaffen.
Gott bildete also die Tiere, aber formte den Menschen. Der Mensch ist eine separate Schöpfung und nicht mit Tieren gleichzusetzen. Diese Unterscheidung betont die besondere Stellung des Menschen in der Schöpfung.
Ein Vogel ohne Verstand
Gott hat Tieren Verstand gegeben – im Sinne von Intelligenz. Manchen mehr, manchen weniger, bis gar nicht.
„Die Straußin hat die Flügel aufgeschlagen, die Flügel des Straußes sind wie die Flügel des Storchs. Sie verläßt sich auf ihre Flügel, sie verläßt sich auf ihren Flug. Doch sie weiß nicht, wohin sie fliegt, denn sie hat keinen Verstand.“
(Hiob 39,13-18)
Verschiedene Orte nach dem Ableben
Aus einem Vers aus dem Buch der Prediger kann man ableiten, dass Tiere und Menschen unterschiedliche Orte nach dem Tod ansteuern werden.
„Wer weiß vom Odem der Menschenkinder, ob er aufwärts fährt, und vom Odem des Viehs, ob er niederwärts zur Erde hinabfährt?“
(Prediger 3,21)
Der Mensch ist Herr über die Tiere
„Und Gott sprach: Lasst uns den Menschen machen in unserem Bilde, nach unserer Ähnlichkeit; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht.“
(1. Mose 1,26)
Tiere dürfen gegessen werden
„Furcht und Schrecken vor euch soll über alle Tiere der Erde und über alle Vögel des Himmels kommen, über alles, was sich auf dem Erdboden regt, und über alle Fische des Meeres; in eure Hand sind sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, soll euch zur Speise sein; wie das grüne Kraut habe ich es euch alles gegeben.“
(1. Mose 9,2)
„Und es geschah eine Stimme zu ihm: Stehe auf, Petrus, schlachte und iß! Petrus aber sprach: Niemandesfall, Herr; denn ich habe noch niemals etwas Unreines oder Unheiliges gegessen. Und es geschah eine Stimme zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht unrein.“
(Apostelgeschichte 10,13-15)
Achtung vor der Schöpfung heisst Achtung vor Gott
„Der HERR, der Gott, hat dich gemacht und die Erde, die du bebaust. Das Werk deiner Hände wird er segnen und dir reichen Frieden geben. Vertraue auf den HERRN, denn er tut alles recht.“
(2. Mose 31,17)
„Denn die Erde gehört dem HERRN und was sie erfüllt, der Erdkreis und die darauf wohnen.“
(Psalm 24,1)
„Der HERR ist groß und sehr zu loben, und seine Größe ist unausforschlich. Ein Geschlecht rühmt dem andern deine Werke und erzählt von deinen gewaltigen Taten.“
(Psalm 145,3-4)
„Gedenke an die Tage der Vorzeit, achte auf die Jahre der vielen Generationen! Frage deinen Vater, der wird dir es melden, deine Ältesten, die werden dir es sagen.“
(5. Mose 32,7)
„Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend und es wurde Morgen: der sechste Tag.“
(1. Mose 1,31)
Da Gott alles geschaffen hat, einschließlich der Tiere, sollten wir auch ihnen gegenüber Achtung zeigen. Der Mensch ist der Verwalter dieser Schöpfung und sollte daher mit den Tieren respektvoll und verantwortlich umgehen.
Tiere nicht quälen
„Der Gerechte erbarmt sich über das Leben seines Viehes, aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig.“
(Sprüche 12,10)
„Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul binden.“
(5. Mose 25,4)
Zusammengefasst
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bibel den Verzehr von Tieren erlaubt und deutlich macht, dass sie keine Seelen wie Menschen besitzen. Hätten Tiere jedoch Seelen, wäre es widersprüchlich und moralisch problematisch, ihnen das Leben zu nehmen, da dies im Widerspruch zum Gebot „Du sollst nicht töten“ stehen würde. Dieses Gebot gilt für Menschen und stellt den hohen Wert des menschlichen Lebens klar. Daher wäre es besonders verstörend, Tiere zu töten, wenn sie Seelen hätten.
Da die Bibel uns aber erlaubt, Tiere zu essen und uns gleichzeitig zur Achtung ihrer Würde und Vermeidung von unnötigem Leid aufruft, ist es wichtig, verantwortungsvoll und respektvoll mit ihnen umzugehen. Diese Perspektive hilft uns, unsere ethische Verantwortung ernst zu nehmen und in Einklang mit den biblischen Prinzipien zu handeln.
Umsetzung im Alltag
Der Christ sollte sich bewusst sein, dass alles in dieser Welt von Gott kommt und für die Menschen bereitet wurde. Alles was wir konsumieren sollte mit einem Gedanken der Demut konsumiert werden.
Food Waste sollte vermieden werden. Tiere zum Verzehr, sollten wenn immer möglich artgerecht gehalten. So wie es Gott für diese Tiere vorgesehen hat. So ehren wir Gott.
Diese Haltung geht über die Tierwohl-Haltung hinaus. Den sie ehrt Gottes Schöpfung als Ganzes.
Der Christ darf aber auch ganz klar die Grenzen ziehen wenn er mit extremen Haltungen wie zum Beispiel Veganismus konfrontiert wird.
Der Mensch darf Fleisch essen und muss deswegen keine ethischen Bedenken haben.