Das Portrait eines übernatürlichen Psychopathen: Die Psyche des Dämons


Johannes 10,10 – Die Absicht des Diebes (Satan)

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich aber bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

(Johannes 10,10 SCH2000)

Dieser Vers macht die drei Hauptziele unreiner Geister – der gefallenen Engel – deutlich:


Töten, Zerstören, Stehlen!


Diese Begriffe haben heute jedoch nicht mehr dieselbe Wucht wie damals, als sie niedergeschrieben wurden. Wir werden täglich in den Medien damit konfrontiert und sind dadurch abgestumpft. Gleichzeitig leben wir in den westlichen Industrieländern in einer verhältnismäßig großen Sicherheit. Wer den Ärger nicht aktiv sucht, kann in der Regel ein behütetes Leben führen. Wir müssen keine Angst haben, dass plötzlich Bomben fallen oder Terrorgruppen unser Dorf überfallen. Ich muss nicht ständig über die Schulter blicken, um sicherzugehen, dass mir niemand folgt. Dafür danke ich Gott.

Zugleich sind wir heute nicht mehr so direkt mit der dunklen Seite konfrontiert wie die Israeliten im Alten Testament oder die Menschen zur Zeit Jesu. Die Dämonen haben dazugelernt. Sie wissen, wie sie den Menschen durch subtile, alltägliche Manipulation dazu bringen können, an nichts mehr zu glauben. Sie halten sich im Hintergrund, doch Fakt ist: Sie sind Geistwesen, und ihr Wesen hat sich seit dem Fall nicht verändert – im Gegenteil, ich würde sagen, sie sind noch verdorbener geworden. Durch die Trennung vom Schöpfer sind sie völlig entartet. Der Begriff Psychopath greift hier meiner Ansicht nach zu kurz.

In diesem Kapitel möchte ich die Psyche der Dämonen beleuchten: wie sie denken, was sie antreibt. Anhand der drei Ziele des Satans, dem Anführer der gefallenen Engel, zeige ich wie die Dämonen wirken in dieser Welt.


Töten

Das erste Ziel ist das Töten, also die physische Bedrohung des Menschen.

In Hiob 1,18–19 (SCH2000) zerstört Satan Hiobs Familie vollständig:

„Während dieser noch redete, kam ein anderer und sprach: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres erstgeborenen Bruders; und siehe, da kam ein großer Sturm von jenseits der Wüste her, und er erfasste die vier Ecken des Hauses, sodass es auf die jungen Leute stürzte, und sie starben; ich aber bin entkommen, sodass ich es dir berichten kann!“

Hier sterben Hiobs Kinder durch den Angriff Satans auf Hiobs Haus.

In Markus 5,13 (SCH2000) lesen wir:

„Und sogleich erlaubte es ihnen Jesus. Da fuhren die unreinen Geister aus und fuhren in die Schweine; und die Herde stürzte den Abhang hinab in den See – etwa zweitausend –, und sie ertranken im See.“

Die Dämonen übernehmen die Kontrolle über die Schweine, die entgegen ihrem natürlichen Überlebensinstinkt ins Meer stürzen. Nachdem Jesus die rund zweitausend Dämonen aus dem Besessenen ausgetrieben hatte, erlaubte er ihnen, in die Schweine zu fahren. Die Dämonen nutzten diese Gelegenheit, um die gesamte Herde ins Verderben zu stürzen. Daraus ergibt sich die Annahme, dass Tiere als niedere Lebensformen der dämonischen Beeinflussung schutzlos ausgeliefert waren und gegen ihren eigenen Instinkt in den Tod getrieben wurden. Der Hass der Dämonen auf Gottes Schöpfung kennt keine Grenzen.

In Markus 9,22 (SCH2000) berichtet der Vater des besessenen Jungen:

«Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist. 18 Und wo er ihn erwischt, reißt er ihn zu Boden; und er hat Schaum vor dem Mund und knirscht mit den Zähnen und wird starr.

„Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, damit er ihn umbrächte.“

Der Dämon verfolgt eindeutig die Absicht, den Jungen zu töten. Ich gehe davon aus, dass die Eltern ihn nur dadurch retten konnten, dass sie ihn im entscheidenden Moment festhielten. An dieser Stelle drängt sich mir eine Frage auf: Könnte es sein, dass manche Formen von Epilepsie nichts anderes als dämonische Besessenheit sind?

Beruflich habe ich bereits einige epileptische Anfälle miterlebt. Die Betroffenen waren währenddessen völlig abwesend, wie entrückt, und konnten sich im Nachhinein an nichts erinnern. Es wirkte, als ob etwas Fremdes für kurze Zeit die totale Kontrolle über ihren Körper übernommen hätte.

In Apostelgeschichte 19,13–16 (SCH2000) heißt es:

„Es versuchten aber auch etliche von den umherziehenden jüdischen Beschwörern, über die, welche böse Geister hatten, den Namen des Herrn Jesus zu nennen und sprachen: Wir beschwören euch bei dem Jesus, den Paulus predigt! Es waren aber sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters Skevas, die dies taten. Aber der böse Geist antwortete und sprach: Jesus kenne ich, und von Paulus weiß ich; aber wer seid ihr? Und der Mensch, in dem der böse Geist war, sprang auf sie, überwältigte sie alle und richtete sie so zu, dass sie nackt und verwundet aus jenem Haus entflohen.“

Der Dämon wendet sich hier mit brutaler Gewalt gegen die Männer.

Interpretation: Wenn Dämonen die Gelegenheit bekommen, versuchen sie zu töten. Durch Gewalt – ihr Ziel ist stets der Tod. Diese Beispiele machen deutlich, dass Dämonen und ihr Anführer Satan in ihrem Wesen von Blutdurst angetrieben sind. Sie wollen die Menschheit töten und zwar bevor sie Jesus annehmen können, so dass diese verdammt werden. Ihre Macht reicht so weit, dass sie sogar niedere Lebensformen manipulieren können.


Zerstören (Verderben)

Das zweite Ziel ist das Verderben, also die Zerstörung von Besitz, Lebensqualität und sozialen Beziehungen.

In Markus 5,1–5 (SCH2000) wird der Mann von der Legion so sehr beherrscht, dass er völlig isoliert lebt:

„Und sie kamen an das andere Ufer des Sees in das Gebiet der Gadarener. Und als er aus dem Schiff trat, lief ihm alsbald von den Gräbern her ein Mensch entgegen mit einem unreinen Geist, der seine Wohnung in den Gräbern hatte; und selbst mit Ketten konnte ihn niemand mehr binden, denn er war oft mit Fußfesseln und Ketten gebunden gewesen, aber die Ketten waren von ihm zerrissen worden und die Fußfesseln zerrieben, und niemand konnte ihn bändigen. Und er war allezeit, Nacht und Tag, in den Gräbern und auf den Bergen, schrie und schlug sich mit Steinen.“

Hier zeigt sich die zerstörerische Macht: Der Mann verliert seine soziale Gemeinschaft, seine Würde und sogar seine eigene Selbstkontrolle. Er verletzt sich selbst mit Steinen. Die Menschen hatten sicher Angst vor ihm, wenn der Dämon totale Kontrolle übernahm, weil er übermenschliche Kräfte entwickelte.

In Hiob 1,14–19 (SCH2000) zerstört Satan Hiobs Besitz und seine Lebensgrundlagen:

Hiob 1,12 (SCH2000):

„Da sprach der HERR zum Satan: Siehe, alles, was er hat, sei in deiner Hand; nur an ihn selbst lege deine Hand nicht! Da ging der Satan hinaus von dem Angesicht des HERRN.“

Sobald Satan die Erlaubnis hatte legte er los:

„Da kam ein Bote zu Hiob und sprach: Die Rinder pflügten, und die Eselinnen weideten daneben; da fielen die Sabäer ein und nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwertes; und ich allein bin entkommen, um es dir zu berichten! Während dieser noch redete, kam ein anderer und sprach: Feuer Gottes fiel vom Himmel und hat die Schafe und die Knechte verzehrt und verzehrt sie; und ich allein bin entkommen, um es dir zu berichten! Während dieser noch redete, kam ein anderer und sprach: Die Chaldäer stellten drei Abteilungen auf und fielen über die Kamele her und nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit der Schärfe des Schwertes; und ich allein bin entkommen, um es dir zu berichten! Während dieser noch redete, kam ein anderer und sprach: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres erstgeborenen Bruders; und siehe, da kam ein großer Sturm von jenseits der Wüste her, und er erfasste die vier Ecken des Hauses, sodass es auf die jungen Leute stürzte, und sie starben; ich allein bin entkommen, um es dir zu berichten!“

Hier vernichtet Satan nicht nur Hiobs Familie, sondern auch seinen Besitz und Status, sodass ihm fast alles genommen wird, was sein Leben ausgemacht hatte.

Interpretation

Kann der Dämon nicht töten, so wird er probieren zu zerstören. Zu verderben was geht, so dass der Mensch in Notlage kommt oder psychisch total angeschlagen ist.


Stehlen

Das dritte Ziel ist das Stehlen, also die geistliche Verblendung und das Rauben der Einsicht in die Wahrheit.

In Apostelgeschichte 16,16–18 (SCH2000) lesen wir:

„Es geschah aber, als wir zur Gebetsstätte gingen, dass uns eine Magd begegnete, die einen Wahrsagegeist hatte; sie brachte ihren Herren großen Gewinn mit Wahrsagen. Diese folgte dem Paulus und uns nach, schrie und sprach: Diese Menschen sind Knechte des höchsten Gottes, die uns den Weg des Heils verkündigen! Und das tat sie viele Tage lang. Paulus aber, der es leid war, wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren! Und er fuhr aus in derselben Stunde.“

Die junge Frau erlangte durch den unreinen Geist zwar materielle Vorteile und gesellschaftliches Ansehen – doch ihr geistliches Leben wurde geraubt. Der Dämon verblendete ihre Augen, sodass sie das Evangelium nicht erkennen konnte. Sie blieb innerlich gefangen, obwohl sie äußerlich Macht und Einfluss besaß.

Nicht immer ist Besessenheit oder dämonische Beeinflussung so offensichtlich wie in den zuvor genannten Beispielen. Wenn ein Dämon nicht töten oder zerstören kann, wird er stehlen. Er sorgt dafür, dass der Mensch in einem falschen Glaubenssystem gefangen bleibt, sodass er die Wahrheit Gottes nicht erkennt.

Hier gilt das alte Gebot aus den Zehn Geboten: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Das Verbot des Götzendienstes bezieht sich jedoch nicht nur auf das Anbeten fremder Götter. Götzendienst umfasst alles, was der Mensch an die Stelle Gottes auf die höchste Stufe seines Lebens setzt – das, was ihm am wichtigsten ist. Geld, Ansehen, Fähigkeiten, Menschen – alles, was das gefallene Herz begehrt, kann der Dämon liefern:

Lukas 4,6–9 (SCH2000)

„Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben, und wem ich will, gebe ich sie. Wenn du nun niederfällst und mich anbetest, so wird alles dein sein. Jesus aber antwortete ihm: Es steht geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.« Da führte ihn der Teufel auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick. Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben; und wem ich will, gebe ich sie.“

2. Korinther 4,3–4 (SCH2000):

„Wenn aber unser Evangelium verdeckt ist, so ist es bei denen verdeckt, die verloren gehen, bei den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, damit ihnen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus, der Gottes Ebenbild ist, nicht aufleuchte.“


Schlusswort

Ich hoffe, ich konnte einen Eindruck davon vermitteln, was ein Dämon wirklich ist. Worte reichen kaum aus, um dieses Wesen zu beschreiben. Es ist vollkommen verblendet, chaotisch, unberechenbar und blutdürstig – ein lebendes Verderben. Sein Hass auf die Menschheit ist grenzenlos, gierig und unaufhaltsam. Kein Funken von Gutem existiert in ihm. Man könnte sagen, er ist manisch, psychopathisch – jenseits aller menschlichen Maßstäbe. Er lebt nur für Zerstörung, und dieser Hass ist sein Motor, seine kranke Energie, sein perverser Sinn. Er ist wie eine unaufhaltsame Kraft, die alles zerreißt, was Leben, Freude oder Ordnung darstellt. Gegen ihn wirken menschliche Vorstellungen von Vernunft, Moral oder Mitgefühl wie ein zartes Flämmchen gegen einen alles verschlingenden Orkan.

In den Kapiteln Satans Alter Ego: Der törichte Schäfer und Satans Alter Ego: El gehe ich näher auf die Filmindustrie in Hollywood ein und darauf, wie sie die Meinungen manipuliert. Ich erlaube mir nun, den Spieß umzudrehen und ein Zitat über den fiktiven Psychopathen Michael Myers zu bringen, weil er so schön zum Dämon passt:

„Ich traf ihn vor fünfzehn Jahren; man sagte mir, es sei nichts mehr da. Kein Grund, kein Gewissen, kein Verständnis; selbst das rudimentärste Gefühl für das Leben oder den Tod war ihm fremd. Er hatte die schwarzen Augen – die Augen des Teufels.“

— Dr. Loomis, Halloween – Die Nacht des Grauens (1978)


Ich hoffe, dass diese Verse nach diesem Kapitel wieder an Brisanz gewinnen:

Offenbarung 12,12 (SCH2000) heißt es:

„Darum seid fröhlich, ihr Himmel und die, die darin wohnen! Wehe aber der Erde und dem Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen mit großem Zorn, weil er weiß, dass er nur eine kurze Zeit hat.“

1. Petrus 5,8 (SCH2000) heißt es:

„Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht um wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.“

Ich empfehle dringend, alle Kapitel über Satan auf dieser Seite zu lesen. In diesem Kapitel haben wir einen Einblick bekommen, wie ein Dämon denkt, was ihn antreibt und wie er funktioniert. Die anderen Kapitel zeigen auf, wie diese Wesen die Welt subtil manipulieren und Menschen in ihre Fallen locken. Wer verstehen will, welche geistlichen Kräfte hinter Chaos, Lügen und Zerstörung stehen, sollte diese Kapitel nicht übergehen.

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