DAS GEHEIMNIS DER BIBLISCHEN EHE


Was ist „das Geheimnis“?

„Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein. »Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«. Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde.“

–Epheser 5,30–32 (SCH2000)


Das Zitat aus 1. Mose 2,24

Paulus zitiert hier die Schöpfungsgeschichte:

„Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.“

Diese Aussage bezieht sich ursprünglich auf die Ehe zwischen Mann und Frau – eine leibliche, emotionale und geistige Einheit.


Paulus' Deutung: Christus und die Gemeinde

Das „Geheimnis“ (griech. mystērion) ist nun, dass diese uralte Aussage eigentlich ein Bild für die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde ist.

Das bedeutet:

So wie Mann und Frau in der Ehe zu „einem Fleisch“ werden,

so wird Christus eins mit seiner Gemeinde – also mit den Gläubigen.

Diese Einheit ist tief, intim, dauerhaft und lebensspendend.

Jedem Christ wird der heilige Geist zu Teil. Eine Person Gottes nutzt den Menschen als Tempel. Durch den heiligen Geist sind wir mit Gott verbunden.


Die Tiefe des Geheimnisses

Es geht nicht nur um ein schönes Bild, sondern um eine geistliche Realität:

Christus liebt die Gemeinde. Und genauso so, sollte ein Ehemann seine Frau lieben.

Die Gemeinde antwortet mit Hingabe und Treue.

Diese Beziehung ist bundhaft, heilend, schöpferisch und ewig.


Warum nennt Paulus es ein „großes Geheimnis“?

Weil es verborgen war: Dieses Verständnis war im Alten Testament noch nicht vollständig offenbart – denn der Messias war zu jener Zeit noch nicht erschienen.

Weil es tiefgreifend ist: Es geht um nichts Geringeres als die Vereinigung des Göttlichen mit dem Menschlichen.

Weil es heilsgeschichtlich zentral ist: Die Ehe ist nicht bloß eine soziale Ordnung, sondern ein prophetisches Bild für Gottes Heilsplan.

Das muss man sich vor Augen führen: Bereits rund 2000 Jahre vor dem Epheserbrief hat Gott – durch das Bild des „ein Fleisch werdens“ – prophetisch angedeutet, wie die Beziehung zwischen ihm und seinen Nachfolgern einmal aussehen würde: so innig, verbindlich und lebensstiftend wie die Ehe zwischen Mann und Frau.

Darum ist die Ehe so wichtig für Gott:

Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“

(Matthäus 19,6 – Schlachter 2000)

Die Ehe symbolisiert die enge Bindung zwischen Gott und Mensch – eine tiefe, göttliche Liebe.

Sie ist dazu gedacht, diese Liebe widerzuspiegeln. Deshalb ist die Liebe zwischen Mann und Frau mehr als bloße Freundschaft:

Sie ist ein starkes Gefühl der Verbundenheit, das weit über eine freundschaftliche Beziehung hinausgeht.

Ehe bedeutet: innige Gemeinschaft, gegenseitige Hingabe und ein Abbild der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde.


Was bedeutet das für uns?

Die Ehe verweist auf eine größere Wirklichkeit: die Liebesbeziehung zwischen Christus und seinen Nachfolgern.

„Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist; und er ist der Retter des Leibes.“

(Epheser 5,23)

Wer zur Gemeinde gehört, ist ein Teil des Leibes Christi – „von seinem Fleisch und von seinem Gebein“.

„Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein.“

(Epheser 5,30)

Daraus erwächst ein Ruf zur Heiligkeit, Hingabe und Einheit – sowohl in der Ehe als auch im Glaubensleben.

„...damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort.“

(Epheser 5,26)

„So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!“

(Matthäus 19,6)


Das grosse Geheimnis

Das „große Geheimnis“ besteht darin, dass die irdische Ehe ein Abbild der ewigen, geistlichen Verbindung zwischen Christus und seiner Gemeinde ist.

„Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde.“

(Epheser 5,32)

Und so, wie Gott seine Gemeinde liebt, soll auch der Mann seine Frau lieben – eine göttliche Ordnung, eine Hierarchie vom Größeren zum Kleineren.

„Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat.“

(Epheser 5,25)


Die Hierarchie verläuft aber in gewissem Sinne auch nach oben

Denn genauso wie die Frau aus der Rippe des Mannes ist, also aus dem Mann kommt, kommt der Sohn, seit Ewigkeit her, aus dem Vater.

„Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, und dieser schlief ein; und er nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Und Gott der HERR bildete die Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen.“

(1. Mose 2,21–22)

„Und der Mensch sprach: Das ist endlich Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch! Die soll Männin heißen, denn vom Mann ist sie genommen!“

(1. Mose 2,23)

„Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben in sich selbst zu haben.“

(Johannes 5,26)

Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss über ihn gegeben.“

(Johannes 1,18 – Schlachter 2000)


Berufen zur göttlichen Liebe

Der Mensch ist berufen, Gottes Liebe in seinem Leben sichtbar werden zu lassen. Die Ehe ist der innigste Ausdruck davon.

„Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“

(Matthäus 5,48)

„Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“

(Johannes 13,35)

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