BEHEMOTH: EIN VORSCHATTEN AUF JESUS


Dies ist kein Anfängerkapitel

Wer die Trinität nicht versteht, wird Mühe haben, dieses Kapitel zu begreifen.

Wer nicht erkennt, dass Leviathan eine Repräsentation für Satan ist, wird dieses Kapitel nicht verstehen.

Wer glaubt, die Bibel bestehe aus zwei getrennten Teilen – Altes und Neues Testament – und nicht als ein zusammenhängendes Ganzes gelesen werden müsse, wird den Inhalt dieses Kapitels nicht erfassen.

Wer das Gefühl hat man müsse das alte Testament aus der jüdischen Tradition heraus lesen, wird dieses Kapitel nicht verstehen.

Daher empfehle ich, zuerst folgende Kapitel auf dieser Seite zu lesen:

Jesus ist Gott: Trinität erklärt

Wenn Jesus Gott ist – warum hat er dann zum Vater gebetet?

Jesus ist Gott: Der Begriff "Sohn Gottes" erklärt

Jesus ist Gott: Jesu ewige Geburt – der Begriff "eingeborener Sohn" erklärt

Jesus ist Gott: Der Baumeister und die Weisheit

Satans Alter Ego: Leviathan


Behemoth – eine metaphorische Repräsentation für Jesus? Du spinnst wohl!

Dieses gewaltige, mythische Landtier, das oft mit einem Nilpferd verglichen wird – soll eine Darstellung von Jesus sein?

Klingt absurd, oder?

Schauen wir uns das einmal genauer an:


Der Behemothvers

"Sieh doch den Behemoth, den ich gemacht habe wie dich: Gras frisst er wie der Ochse!

Sieh doch, welche Kraft in seinen Lenden liegt und welche Stärke in seinen Bauchmuskeln!

Sein Schwanz streckt sich wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind fest verflochten.

Seine Knochen sind wie eherne Röhren, seine Gebeine wie Eisenstangen.

Er ist der Erstling der Wege Gottes; der ihn gemacht hat, reichte ihm sein Schwert.

Denn Futter tragen ihm die Berge, wo alle Tiere des Feldes spielen.

Unter Lotosgebüschen liegt er, versteckt im Rohr und Sumpf.

Lotosgebüsche bedecken ihn mit ihrem Schatten; die Bachweiden umgeben ihn.

Siehe, der Strom schwillt mächtig an – er fürchtet sich nicht; er bleibt auch ruhig, wenn ein Jordan sich in seinen Mund ergießt!

Kann man ihm in seine Augen greifen, kann man mit Fangseilen seine Nase durchbohren?"

(Hiob 40,15–24)


Einleitung

Im Buch Hiob spricht Gott aus dem Sturm zu Hiob – nicht, um seine Fragen zu beantworten, sondern um ihn in eine tiefere Erkenntnis seiner Macht und Weisheit zu führen. Dabei beschreibt Gott zwei gewaltige Wesen: Behemoth und Leviathan. Während Leviathan klar mit Satan identifiziert werden kann, ist Behemoth weniger dämonisch, sondern erscheint als mächtige, aber geordnete Kreatur innerhalb der Schöpfung. Trotz seiner gewaltigen Stärke, ist er keine Bedrohung wie Leviathan der nach ihm beschrieben wird:

"Lege deine Hand an ihn! An den Kampf wirst du denken und es nicht wieder tun!

Siehe, die Hoffnung, ihn zu bezwingen, ist trügerisch;

schon bei seinem Anblick fällt man nieder.

Niemand ist so kühn, dass er ihn reizen dürfte;

wer kann denn vor mir bestehen?“

(Hiob 41)

Aber wenn der Leviathan eine metaphorische Darstellung Satans ist – wer oder was ist dann der Behemoth?


Der Erstling der Wege Gottes

„Siehe, Behemoth, den ich gemacht habe wie dich; Gras frisst er wie ein Rind.“

(Hiob 40,15)

„Er ist der Erstling der Wege Gottes; der ihn gemacht hat, reichte ihm sein Schwert.“

(Hiob 40,19)

Behemoth wird als eines der größten Geschöpfe Gottes dargestellt, geschaffen „wie Hiob“ – also innerhalb der menschlichen Schöpfung. Doch er ist der Erstling der Wege Gottes – der Erste, der Höchste unter den irdischen Wesen.

Im Neuen Testament wird Jesus als der „Erstgeborene aller Schöpfung“ bezeichnet:

„Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist.“

(Kolosser 1,15)

Obwohl Christus nicht ein geschaffenes Wesen ist, wird er als der „Erstgeborene“ beschrieben, weil er die Stellung des Vorrangs innehat. Erstgeboren bedeutet eben nicht immer, dass eine Person zuerst geboren wurde, sondern dass die Person Vorrangstellung hat. Eine Machtposition hat. Ebenso ist Behemoth nicht einfach nur ein Tier, sondern ein Symbol für eine von Gott bevollmächtigte und erhöhte Gestalt. Behemoth ist der Erstling des Weges. Mit ihm hat alles angefangen.

Johannes 1,1:

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“


Behemoth empfängt das Schwert

„Der ihn gemacht hat, reichte ihm sein Schwert.“

(Hiob 40,19b)

Das Schwert in der Schrift ist oft Symbol für Richtervollmacht, Wortgewalt oder göttliches Gericht.

Jesus wird im Neuen Testament mehrfach mit dem Schwert Gottes identifiziert:

„Und aus seinem Mund ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert hervor.“

(Offenbarung 1,16)

„Er soll sie weiden mit eisernem Stab; und er tritt die Kelter des Weines des Grimmes und des Zornes Gottes, des Allmächtigen.“

(Offenbarung 19,15)

Das Bild des Behemoth, der von Gott selbst das Schwert erhält, passt damit auf den Menschensohn, der von Gott gesandt ist, um mit göttlicher Autorität zu richten – nicht aus eigener Kraft, sondern vom Vater bevollmächtigt (vgl. Joh 5,22–27).


Behemoth lebt aus Gottes Versorgung

„Denn Futter tragen ihm die Berge, wo alle Tiere des Feldes spielen.“

(Hiob 40,20)

Die Berge bringen Behemoth Nahrung – ein Bild für eine göttlich geordnete Versorgung. Die Berge sind in der Bibel Orte der Offenbarung Gottes (Sinai, Zion, Tabor) und Symbole für Stärke, Beständigkeit, Gottesnähe.

Jesus sagt von sich:

„Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.“

(Johannes 4,34)

Er empfängt seine „Nahrung“ – geistlich gesprochen – vom Vater. Nicht aus Mangel, sondern aus vollkommener Abhängigkeit und Gehorsam lebt Jesus als Mensch vor dem Vater. Behemoth frisst Gras – etwas Einfaches, Reines – so wie Jesus nicht begehrt, sondern dient (Mk 10,45).


Unerschütterlichkeit angesichts des Gerichts

„Siehe, der Strom schwillt mächtig an – er aber bleibt ruhig; ist der Jordan auch in seinen Rachen, er bleibt unbewegt.“

(Hiob 40,23)

Der Jordan ist in der Bibel immer wieder ein Symbol für Grenze, Übergang und Tod. Israel überquert ihn ins verheißene Land (Josua 3). Jesus wird darin getauft (Mt 3,13). Und bildlich steht er oft für das Hinübergehen in den Tod.

Behemoth fürchtet den Jordan nicht. Er bleibt ruhig, unbewegt.

→ Ein Bild für Christus, der in Gethsemane den „Kelch des Leidens“ sieht – und doch nicht weicht:

„Vater, nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!“

(Lukas 22,42)

„Er wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.“

(Philipper 2,8)

Behemoth nimmt den Jordan in sich auf – so wie Christus den Tod auf sich nimmt, aber nicht darin untergeht.


Behemoth als friedlicher Herrscher

„Sieh doch seine Kraft in seinen Lenden und seine Stärke in den Muskeln seines Bauches!“

(Hiob 40,16)

„Er streckt seinen Schwanz wie eine Zeder; die Sehnen seiner Schenkel sind fest verflochten.“

(Hiob 40,17)

„Unter Lotosgebüschen liegt er, versteckt im Rohr und Sumpf.

Lotosgebüsche bedecken ihn mit ihrem Schatten; die Bachweiden umgeben ihn.“

(Hiob 40,21–22)

Behemoth ist von gewaltiger Stärke, aber niemals aggressiv. Er verkörpert sanfte, gezügelte Kraft – ein Riese, der im Einklang mit der ihn umgebenden Welt lebt. Zugleich bleibt er verborgen in den Lotosgebüschen, was darauf hinweist, dass niemand seine wahre Natur kennt. Darin spiegelt sich Christus wider:

„Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und auf einem Esel reitend.“

(Matthäus 21,5)

„Er wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen.“

(Matthäus 12,20; vgl. Jesaja 42,2–3)

Christus ist mächtig – aber voll Demut und Sanftmut. Gleichzeitig ist er Gott im Fleisch. Behemoth – stark, aber nicht zerstörerisch – passt genau zu dieser messianischen Charakterisierung.


Behemoth – ein Schatten Christi

Wenn wir Behemoth im Licht des Neuen Testaments lesen, dann erkennen wir in ihm kein dämonisches Tier, sondern ein prophetisches Bild:

Der Erstling → Christus, der wahre Mensch, der über allem steht

Das Schwert → Christus, der von Gott eingesetzte Messias und letztlich Richter, mit göttlicher Vollmacht

Die Nahrung der Berge → Christus, der vom Vater lebt

Unerschütterlich im Gericht → Christus, der Tod und Leiden auf sich nimmt

Mächtig, aber sanft → Christus, der starke und demütige König

Behemoth ist verwurzelt in der Erde, trinkt vom Jordan – das Bild des inkarnierten Sohnes Gottes, der in die Tiefe geht, um den Tod zu überwinden, und erhoben wird über alles:

„Darum hat ihn auch Gott über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist.“

(Philipper 2,9)


Jesus ist das mächtigste Wesen auf Erden – wie Behemoth

Behemoth wird in Hiob 40,19 als der „Erstling der Wege Gottes“ bezeichnet – eine herausgehobene Stellung unter allen Geschöpfen. Er ist stark, unerschütterlich, furchtlos.

„Siehe doch seine Kraft in seinen Lenden und seine Stärke in den Muskeln seines Bauches!“

(Hiob 40,16)

Jesus trägt dieselbe Charakteristik – aber in noch vollkommenerer Weise.

Er ist Gott und Mensch, Herr über Himmel und Erde:

„Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.“

(Matthäus 28,18)


Jesus könnte Gewalt anwenden – tut es aber nicht

„Oder meinst du, ich könnte nicht jetzt meinen Vater bitten, und er würde mir mehr als zwölf Legionen Engel schicken?“

(Matthäus 26,53)

Eine Legion = etwa 6.000 Soldaten → mehr als 72.000 Engel

Jesus könnte sich verteidigen – er ist nicht Opfer aus Schwäche

Doch wie Behemoth, der stark und doch friedlich lebt, wendet Jesus seine Kraft nicht zum eigenen Vorteil an.


Die Sanftmut des Mächtigen – das wahre Bild des Messias

„Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird.“

(Jesaja 53,7)

„Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“

(Matthäus 11,29)


Jesus erfüllt exakt das, was Behemoth prophetisch andeutet:

unbesiegbar in Kraft

vollkommen im Gehorsam

frei von Zerstörung

bereit zu leiden

Das ist wahre Stärke: nicht, die Macht zu gebrauchen, sondern sie im Dienst des Vaters zu beherrschen.


Das Schwert, das Jesus trägt – Symbol für göttliche Vollmacht und Gericht

Behemoth erhält von Gott das Schwert (Hiob 40,19) – nicht, um selbst zu töten, sondern als Zeichen göttlicher Vollmacht.

Auch Jesus trägt das Schwert – aber es kommt aus seinem Mund:

„Aus seinem Mund ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert hervor.“

(Offenbarung 1,16)

„Mit Gerechtigkeit richtet er und führt Krieg.“

(Offenbarung 19,11)

Jesus wendet seine Macht nicht zur Selbstverteidigung an, sondern wird am Ende der Zeiten richten – gerecht, heilig, voll Vollmacht. In seiner menschlichen Form erträgt er aber alles als das geopferte Lamm.


Fazit: Behemoth – das Bild für den Messias in Sanftmut und Kraft

Ja, Behemoth ist eine Darstellung von Jesus – in seiner Kraft, seiner Ruhe und seinem tiefen Gehorsam.

Ja, er könnte zerstören, doch er trägt den Jordan, das Gericht und den Tod – still, furchtlos und unbewegt.

Und ja, er ist das mächtigste Wesen auf Erden, verzichtet aber freiwillig auf Gewalt, weil Liebe und Gehorsam sein Weg sind.


Behemoth kann man nur wirklich verstehen, wenn man die Trinität begreift

Jesus, der Sohn, ist ewig bei Gott und ist selbst Gott. Gleichzeitig wird er vom Vater als Mensch gesandt und „gemacht“ – im Sinne der Menschwerdung, der Inkarnation. Gott hat beschlossen, dass der Sohn Mensch wird, und deshalb wurde er gemacht.

Im Buch Hiob heißt es, dass Gott Behemoth gemacht hat.

Behemoth symbolisiert dabei Jesus in seiner menschlichen Gestalt

Der Vater übergibt dem Sohn – symbolisch dargestellt durch Behemoth – Vollmacht und Macht, zum Beispiel das Schwert (Hiob 40,19). Diese Vollmacht spiegelt sich im Neuen Testament in Jesu göttlicher Autorität und Gerichtsvollmacht wider.

Weil Vater und Sohn eins sind (Johannes 10,30), ist die Vollmacht Gottes zugleich auch die Vollmacht des Sohnes.

So verrückt ist die Behemoth-Analogie eigentlich gar nicht, oder?

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