Satanische Verdrehung
Wer auf dieser Seite aufmerksam liest, wird feststellen, dass ich dem Satan hier richtig die Maske runterreiße. Ich hasse ihn und er mich auch.
Kein biblisches Gesetz wurde von Satan stärker verdreht als das alttestamentliche Gesetz „Auge um Auge“.
In vielen Dialogen in Hollywood Serien und -Filmen klingen Heldendialoge etwa so: «Sie sind doch Christ — lehrt die Bibel nicht Feindesvergebung?» — «Nein, ich halte es alttestamentlich: Auge um Auge, Zahn um Zahn!»
Und dann zieht der Selbstjustizler in seinem Rachfeldzug los und tötet die „Bösen“.
Gott möchte nicht, dass wir uns selbst rächen:
Römer 12,19
„Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: »Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr.«“
Deuteronomium 32,35
„Mein ist die Rache und die Vergeltung, zur Zeit, wenn ihr Fuß wanken wird; denn der Tag ihrer Unglücksstunde ist nahe, und was ihnen widerfährt, wird bald kommen.“
Wie man sehen wird, ist das Hollywoodmuster eine krasse Verdrehung der Tatsachen.
3000 Jahre zuvor
Vor 3000 Jahren war eine andere Zeit. Eine Zeit, in der Menschen im großen Stil Inzucht betrieben, Sex mit Tieren hatten, ganze Familienclans aus Blutrache ausgelöscht wurden, geplündert, geraubt und massakriert wurde – und Kinderopfer an Dämonen an der Tagesordnung standen.
Das individuelle Recht des Stärkeren bestimmte das Leben. Das war die Zeit der großen, biblischen Patriarchen Abraham und Moses. Abraham selbst heiratete seine Halbschwester Sarah. Moses tötete aus Rache einen Ägypter. Der Pharao in Ägypten befahl die Tötung aller männlichen jüdischen Babys, weil die jüdische Bevölkerung zu stark anwuchs und er sie als Bedrohung wahrnahm.
Was zivilisierte christliche Länder heute als normal betrachten, war zur Zeit Mose überhaupt nicht normal. Und in dieser archaischen Zeit offenbarte sich Gott dem Mose und gab ihm sein Gesetz. Das Gesetz scheint aus heutiger Sicht brutal zu sein. Aber war es das wirklich?
«Wer einen Menschen schlägt, dass er stirbt, der soll unbedingt sterben. Hat er ihm aber nicht nachgestellt, sondern hat Gott es seiner Hand geschehen lassen, so will ich dir einen Ort bestimmen, wohin er fliehen soll. Wenn aber jemand gegen seinen Nächsten frevelhaft handelt, sodass er ihn vorsätzlich umbringt, [sogar] von meinem Altar sollst du ihn wegholen, damit er stirbt! Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, der soll unbedingt sterben. Wer einen Menschen raubt, sei es, dass er ihn verkauft oder dass man ihn noch in seiner Hand findet, der soll unbedingt sterben. Auch wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll unbedingt sterben. Wenn Männer miteinander streiten und einer schlägt den anderen mit einem Stein oder mit der Faust, dass er nicht stirbt, aber im Bett liegen muss: Wenn er so weit wiederhergestellt wird, dass er auf einen Stock gestützt ausgehen kann, so soll der, welcher ihn geschlagen hat, straflos bleiben; nur soll er ihn für das Versäumte entschädigen und für seine völlige Heilung sorgen. Und wer seinen Sklaven oder seine Sklavin mit einem Stock schlägt, sodass sie ihm unter der Hand sterben, der soll unbedingt bestraft werden; stehen sie aber nach einem oder zwei Tagen wieder auf, so soll er nicht bestraft werden, weil es sein eigener Schaden ist. Wenn Männer sich streiten und eine schwangere Frau stoßen, sodass eine Frühgeburt eintritt, aber sonst kein Schaden entsteht, so muss dem Schuldigen eine Geldstrafe auferlegt werden, wie sie der Ehemann der Frau festsetzt; und er soll sie auf richterliche Entscheidung hin geben. Wenn aber ein Schaden entsteht, so sollst du geben: Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule.
(2.Mose 21:12)
Göttliche Intervention
Für jüdische und christliche gelehrte war die Einführung des Gesetzes ein göttliche Intervention in einer Zeit wo eben nichts galt. Hier ist ein Perspektivenwechsel nötig. Die erste Frage die man sich stellen muss ist: Was wird von Gott eingefordert? – Moralisches Verhalten:
• „Wer einen Menschen schlägt, dass er stirbt, der soll unbedingt sterben.“
→ Moralische Forderung: Vorsätzliche, unkontrollierte Tötung ist absolut verboten; wer absichtlich einen Menschen tötet, muss die volle, staatlich verordnete Todesstrafe tragen. Die Gemeinschaft duldet keine private, willkürliche Vergeltung, sondern verlangt eine eindeutige, konsequente Sanktion gegen Mord.
• „Hat er ihm aber nicht nachgestellt, sondern hat Gott es seiner Hand geschehen lassen, so will ich dir einen Ort bestimmen, wohin er fliehen soll.“
→ Moralische Forderung: Es wird zwischen vorsätzlichem Mord und unglücklichem, unbeabsichtigtem Tod unterschieden. Für den Unfalltäter gibt es Schutzmechanismen (Zufluchtsstätten): die Gemeinschaft darf nicht willkürlich töten, sondern muss Verfahren und Orte anbieten, die Unrecht von Unfällen trennen. Rechtsstaatliche Trennung von Absicht und Unfall wird gefordert.
• „Wenn aber jemand gegen seinen Nächsten frevelhaft handelt, sodass er ihn vorsätzlich umbringt, [sogar] von meinem Altar sollst du ihn wegholen, damit er stirbt!“
→ Moralische Forderung: Selbst religiöse Schutzräume (Altar) schützen nicht vor der Bestrafung des vorsätzlichen Mörders. Die Gemeinschaft setzt die Gültigkeit des Gesetzes über private Fluchtversuche und religiöse Schutzrechte: kein Sonderrecht für Täter.
• „Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, der soll unbedingt sterben.“
→ Moralische Forderung: Respekt und Schutz gegenüber den Eltern sind höchstes Gebot; schwere Gewalt gegen die Eltern wird als so verwerflich angesehen, dass sie mit dem Tod zu bestrafen ist. Die Gemeinschaft muss familiären Zusammenhalt und Achtung erzwingen.
• „Wer einen Menschen raubt, sei es, dass er ihn verkauft oder dass man ihn noch in seiner Hand findet, der soll unbedingt sterben.“
→ Moralische Forderung: Menschenraub und Handel mit Menschen sind Kapitalverbrechen. Die Gemeinschaft verlangt Schutz der persönlichen Unverletzlichkeit; Versklavung durch Raub wird nicht toleriert und wird streng bestraft.
• „Auch wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll unbedingt sterben.“
→ Moralische Forderung: Auch schwere Verletzung der Ehre der Eltern (Beschimpfung, Verwünschung) wird als so schweres Sozialvergehen betrachtet, dass die Gemeinschaft härteste Sanktionen vorsieht — Ausdruck einer Kultur, die Ehre, Ordnung und Autorität schützt. Ehre Vater und Mutter ist wichtig für den Zusammenhalt der Gemeinschaft, inbesondere wenn Vater und Mutter alt werden.
• „Wenn Männer miteinander streiten und einer schlägt den andern mit einem Stein oder mit der Faust, dass er nicht stirbt, aber im Bett liegen muss: Wenn er so weit wiederhergestellt wird, dass er auf einen Stock gestützt ausgehen kann, so soll der, welcher ihn geschlagen hat, straflos bleiben; nur soll er ihn für das Versäumte entschädigen und für seine völlige Heilung sorgen.“
→ Moralische Forderung: Bei nicht-tödlicher Körperverletzung gilt ein Prinzip der Verhältnismäßigkeit: kein Todesurteil, sondern Wiedergutmachung (Schadensersatz, Pflegekosten, Ersatz für Verdienstausfall). Die Gemeinschaft verlangt Verantwortung des Schädigers für die Folgen seines Handelns statt exzessiver Rache.
• „Und wer seinen Sklaven oder seine Sklavin mit einem Stock schlägt, sodass sie ihm unter der Hand sterben, der soll unbedingt bestraft werden; stehen sie aber nach einem oder zwei Tagen wieder auf, so soll er nicht bestraft werden, weil es sein eigener Schaden ist.“
→ Moralische Forderung: Gewalt gegen Schutzbefohlene ist reglementiert: tötet der Besitzer seinen Sklaven durch Prügel, wird er bestraft; verursacht die Gewalt jedoch nur vorübergehende Verletzung, so bleibt die formale Strafe geringer — aber: Grundsatz ist Schutz der Schwachen und Verantwortlichkeit des Mächtigen. Moralisch verlangt die Gemeinschaft, dass Macht nicht zur willkürlichen Gewaltausübung gegen Schutzbefohlene benutzt wird; wo Gewalt geschieht, muss der Mächtige die Konsequenzen tragen.
• „Wenn Männer sich streiten und eine schwangere Frau stoßen, sodass eine Frühgeburt eintritt, aber sonst kein Schaden entsteht, so muss dem Schuldigen eine Geldstrafe auferlegt werden, wie sie der Ehemann der Frau festsetzt; und er soll sie auf richterliche Entscheidung hin geben.“
→ Moralische Forderung: Spezieller Schutz für Schwangere und Ungeborene: bei verursachter Frühgeburt wird finanzielle Wiedergutmachung verlangt (durch den Täter an den Ehemann, richterlich geprüft). Die Gemeinschaft verlangt Schutz der besonderen Verwundbaren und regelt kompensatorische Sanktionen.
• „Wenn aber ein Schaden entsteht, so sollst du geben: Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule.“
→ Moralische Forderung: Prinzip der principleden, proportionierten Vergeltung — Lex talionis: gleiche und verhältnismäßige Strafe statt willkürlicher oder übermäßiger Rache. Moralisch: Gerechtigkeit soll maßvoll und gleichbleibend sein; das Gesetz begrenzt Rache, macht sie berechenbar und staatlich.
Auf einmal sieht die Sache anders aus nicht?
Was Gott durch sein Gesetz einführte, war die Forderung nach Eigenverantwortung – das Aufzeigen von Grenzen, die es damals nicht gab. Bei „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ging es niemals darum, mit größter Brutalität zu strafen, sondern darum, verhältnismäßig zu reagieren. Plötzlich gab es Regeln für die Barbaren.
Diese Regeln waren so radikal und außergewöhnlich für ihre Zeit, dass sowohl jüdische als auch christliche Gelehrte, und ebenso ich, der Meinung sind, dass diese Gesetze vom Schöpfer selbst stammen. Wer könnte da widersprechen? Denn rings um die israelitische Gemeinschaft wurde weiterhin willkürlich gemordet, geraubt, vergewaltigt und nach Belieben gehandelt.
War die Bestrafungen für das Missachten der Regeln nicht denoch ein wenig übertrieben?
Nein, denn das Gesetz wirkte, und zwar aus zwei Gründen: Erstens weilte Gott unter den Israeliten. Er war mitten unter ihnen, und besonders der Innenbereich des Tabernakels war heiliges Gebiet. Es gab klare Regeln, und das Volk musste heilig bleiben vor dem heiligen Gott. Zweitens wurde das Gesetz größtenteils befolgt, weil es auch eine abschreckende Wirkung hatte.
Die moralische Botschaft war klar: Vorsätzliche, unkontrollierte Gewalt war verboten; wer handelte, musste Verantwortung übernehmen. Wo Schaden entstand, sollte er verhältnismäßig und gerecht ausgeglichen werden. Das Gesetz schützte die Schwachen, regelte das Verhältnis untereinander und verhinderte, dass persönliche Rache die Ordnung zerstörte. In einer Zeit von Barbarei und Chaos war dies ein revolutionärer Rahmen für Gerechtigkeit, Verantwortung und Heiligkeit.
In vielen, heutigen Regionen dieser Welt, würde dieses 3000 Jahre altes Gesetz die Menschenrechtssituation verbessern. Das muss man sich einmal vor Augen führen! Doch darum geht es mir nicht.
Gott hat seine eigenen Wege und seinen eigenen Plan, wie er zu den Menschen spricht und sich offenbart. Dies gilt es zu akzeptieren. Aber wie wir bald sehen werden, macht alles letztlich Sinn.
Der Gottkontext
Jesus war der Gott des Alten Testaments im Fleisch, der zu den Menschen kam und lehrte. Er war nicht „nur“ der Sohn Gottes oder ein Prophet, sondern der zweite Teil der Trinität – der Sohn, das Wort (Logos) – und somit vollständig Gott, der Fleisch wurde und lehrte. Es war nicht ein neuer Gott und auch keine neue Lehre, sondern die Verkörperung des Schöpfers, der schon immer die moralischen Gesetze gegeben hatte.
Wie Jesus noch einen drauf setzte, jetzt macht es Sinn
Jesus hat das Gesetz moralisch nicht aufgehoben, sondern erfüllt und teilweise verschärft. Jesus sagte klar er sei dafür gekommen:
Matthäus 5,17:
„Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“
Jesus verschärfte das Gesetz um zu zeigen, dass es um Moral geht und nicht einfach um das Befolgen von Gesetzen
Seine Lehre steht daher nicht im Widerspruch zum Alten Testament, sondern zeigt, woraus es moralisch bestand.
Beispiele für Verschärfungen:
Ehebruch
Altes Testament: „Du sollst nicht ehebrechen“ (2. Mose 20,14).
Jesus sagt: „Wer eine Frau nur schon ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch begangen“ (Matthäus 5,28).
→ Moralische Verschärfung: Nicht nur die Tat selbst, sondern auch die Haltung des Herzens zählt.
Gewalt und Vergeltung
Altes Testament: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (2. Mose 21,24).
Jesus sagt: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem Bösen nicht Widerstand; sondern wer dich auf die rechte Backe schlägt, dem biete die andere dar“ (Matthäus 5,38-39).
→ Moralische Verschärfung: Gewalt wird nicht nur staatlich reguliert, sondern Rache soll unterlassen werden; Liebe soll über Gerechtigkeit hinausgehen.
Feindesliebe
Altes Testament: Schutz und Achtung innerhalb des Volkes; gerechte Vergeltung gegenüber Feinden (z. B. 3. Mose 19,18).
Jesus sagt: „Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen“ (Matthäus 5,44).
→ Moralische Verschärfung: Nicht nur Neutralität, sondern aktive Liebe selbst gegenüber Feinden.
Ehrlichkeit und Schwur
Altes Testament: Wahrhaftigkeit und Bindung durch Schwüre (5. Mose 23,21-23).
Jesus sagt: „Habt aber nicht geschworen bei eurem Haupt; denn ihr könnt kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Eure Rede sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber hinausgeht, ist vom Übel“ (Matthäus 5,34-37).
→ Moralische Verschärfung: Ehrlichkeit soll immer gelten, ohne formale Schwüre.
Der Kern der Gesetzeserfüllung
Jesus zeigt durch diese Verschärfungen, worauf es ihm als Gott des Alten Testaments immer schon ankam: Liebe.
• Das wichtigste Gebot: „Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“
• Das zweitwichtigste: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18).
Wenn der Mensch seinen Nächsten wirklich liebt, erfüllt er alle moralischen Forderungen der Propheten. Es geht darum, einander nicht zu schaden, aufeinander Rücksicht zu nehmen und die individuellen Schwächen des anderen zu respektieren. Jesu Verschärfungen zeigen, dass Moral nicht nur aus äußerlichem Gesetzesgehorsam besteht, sondern aus innerer Haltung und Liebe.
Auch im alten Testament hat Gott die Moral hinter dem Gesetz eingefordert
Jesaja 1,11-17 (Auszug):
„Was wollt ihr mir mit euren vielen Opfern? spricht der HERR. Ich habe genug vom Brandopfer von Widdern und vom Fett der Mastkälber; und vom Blut von Stieren, Lämmern und Böcken habe ich kein Gefallen. Wenn ihr aber Recht tut, den Unterdrückten schützt, der Waise und der Witwe Recht verschafft, dann sollt ihr wohlgefällig sein. Lernt Gutes zu tun, trachtet nach Recht, helft dem Unterdrückten, schafft der Witwe Recht, führt die Sache der Waisen!“