Die Apokryphen lehren dass...
... die Vergebung der Sünden durch menschliche Anstrengung erfolgt
Tobit 4,11:
„Denn Almosen erretten von aller Sünde und vom Tod und lassen die Seele nicht in die Finsternis eingehen.“
Tobit 12,9:
„Denn Almosen retten vom Tod und reinigen von jeder Sünde; wer Almosen gibt, wird Barmherzigkeit und ewiges Leben finden.“
Biblische Wahrheit:
Wir wissen aus der Heiligen Schrift, dass Almosen (Geld oder Nahrung, die den Armen oder Bedürftigen aus Barmherzigkeit gegeben werden) uns nicht von Sünden reinigen.
Das Blut Christi ist es, das uns reinigt – nicht Geld oder Essen, das armen Menschen gegeben wird. Und vor Jesus wurde der echte Glaube und Vertrauen an und in Gott vor Gott als Gerechtigkeit angesehen im alten Testament:
1. Mose 15,6 (Altes Testament):
„Abram glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.“
Abraham wurde gerecht allein durch den Glauben, lange bevor das Gesetz kam (Mose) und lange bevor er Werke wie die Beschneidung tat.
„Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst worden seid von eurem nichtigen Leben, das ihr von euren Vätern empfangen habt, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, als eines makellosen und unbefleckten Lammes.
(1. Petrus 1,18)
„Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“
(1. Johannes 1,7)
1. Johannes 5,11–13
„Und das ist das Zeugnis: Gott hat uns ewiges Leben gegeben, und dieses Leben ist in seinem Sohn.
Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht.“
→ Ewiges Leben ist allein in Jesus Christus zu finden – nicht durch Almosen oder Gesetzeswerke.
Johannes 3,16
„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.“
→ Glaube an Jesus ist der Schlüssel zum ewigen Leben – keine menschliche Leistung.
Johannes 5,24
„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.“
→ Ewiges Leben beginnt jetzt, durch Glauben, nicht durch spätere Werke.
Römer 6,23
„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“
→ Ewiges Leben ist ein Geschenk Gottes, nicht etwas, das man sich erarbeitet.
Johannes 17,3
„Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.“
→ Ewiges Leben bedeutet Beziehung und Erkenntnis Gottes, nicht bloß ein zukünftiger Zustand.
1. Timotheus 1,16
„Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, damit Jesus Christus an mir als dem Ersten alle Geduld erweise, zum Vorbild für die, die künftig an ihn glauben würden zum ewigen Leben.“
→ Der Weg zum ewigen Leben ist Glaube an Christus, unabhängig von eigenen Taten.
... Magische Kunst ok ist
Tobit 6:5-8. „Da sagte der Engel zu ihm: Nimm die Eingeweide dieses Fisches und lege sein Herz, seine Galle und seine Leber aufbewahren. Denn diese sind notwendig für nützliche Arzneimittel… Da fragte Tobias den Engel und sagte zu ihm: Ich bitte dich, Bruder Asarja, sage mir, wozu diese Dinge gut sind, die du mir vom Fisch aufgetragen hast, sie aufzubewahren? Und der Engel antwortete ihm und sagte: Wenn du ein kleines Stück seines Herzens auf Kohlen legst, vertreibt der Rauch alle Arten von Teufeln, sowohl von Mann als auch von Frau, sodass sie nicht mehr zu ihnen kommen.“
Biblische Wahrheit:
5. Mose 18,10–12:
„Es soll niemand unter dir gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, Wahrsagerei treibt, Zeichendeuterei, geheime Künste, Zauberei oder Bannungen vornimmt [...] Denn wer das tut, ist dem HERRN ein Gräuel.“
→ Die Verwendung von Substanzen, um übernatürliche Wirkungen (wie Dämonenaustreibung) zu erzielen, fällt unter verbotene magische Praktiken.
Apostelgeschichte 8,18–20 (Magie kann Gottes Gaben nicht ersetzen)
Simon der Magier will die Kraft, den Heiligen Geist zu geben, mit Geld kaufen:
„Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, Gottes Gabe mit Geld erwerben zu können.“
Gottes Kraft ist nicht käuflich oder materiell manipulierbar – Rituale mit Fischorganen sind damit unvereinbar.
Tierverbrennungen in heidnischen Kontexten:
Mesopotamien & Babylonien:
Tieropfer wurden verbrannt, um Götter zu beschwichtigen und böse Geister zu vertreiben. Die Leber von Opfertieren wurde z. B. auch gelesen (Hepatoskopie), um göttlichen Willen zu deuten.
Altägyptische Religion:
Tiere wie Vögel, Rinder oder Fische wurden geopfert und Teile davon geräuchert, oft mit der Vorstellung, dass der Rauch zu den Göttern aufsteigt oder böse Einflüsse entfernt.
Griechische und römische Religion:
In der griechischen Magie (Magoi) wurden Tierherzen, Lebern und andere Organe verbrannt, um Flüche zu brechen oder Dämonen abzuwehren.
Afrikanischer und asiatischer Schamanismus:
In vielen schamanistischen Kulturen werden Tiere verbrannt oder Teile davon geräuchert, um böse Geister auszutreiben oder Heilung zu erwirken – oft analog zur Szene in Tobit.
... Gottes Engel auch manchmal lügen können
Der Engel erzählt eine Lüge.
Tobit 5:15-19. „Der Engel sagte zu ihm [Tobit]: Ich werde ihn [Tobits Sohn] dorthin führen und ihn wieder zu dir zurückbringen. Und Tobias sagte zu ihm [dem Engel]: Ich bitte dich, sage mir, aus welcher Familie oder welchem Stamm du stammst? Und Raphael, der Engel, antwortete: … Ich bin Azarias, der Sohn des großen Ananias. Und Tobias antwortete: Du bist aus einer großen Familie.“
Biblische Wahrheit:
In der Bibel wird jedoch klar gemacht, dass Engel keine Lügner sind und niemals falsche Aussagen treffen sollten, insbesondere nicht im Auftrag Gottes. Hier sind einige relevante Stellen:
Johannes 8,44: „Ihr seid vom Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Er war ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er Lüge redet, redet er aus seinem eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“
Engel sind Boten der Wahrheit. In der Bibel wird Lügen und Täuschung grundsätzlich mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Engel, die Gottes Boten sind, können daher nicht im biblischen Sinne lügen, da sie immer die Wahrheit Gottes weitergeben.
Psalm 91,11: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dich zu bewahren auf allen deinen Wegen.“
Engel sind also göttliche Boten, die im Auftrag Gottes handeln und keine Lügen verbreiten. Ihre Aufgabe ist es, Menschen zu schützen und sie auf dem Weg Gottes zu führen.
2. Korinther 11,14: „Und kein Wunder, denn der Satan selbst verstellt sich als ein Engel des Lichts.“
... das man es mit den Zeiten und Orten nicht so genau nehmen muss
Falsche geschichtliche Angabe in Judith:
Judith 1,5:
„Im zwölften Jahr seiner Regierung führte Nabuchodonosor, der König der Assyrer, der in der großen Stadt Ninive herrschte, Krieg gegen Arphaxad und überwand ihn.“
Faktischer Fehler:
Nebukadnezar war König von Babylon, nicht von Assyrien, und Ninive war zur Zeit seines Aufstiegs (um 605 v. Chr.) längst zerstört (Zerstörung ca. 612 v. Chr.).
Falsche Zeitangabe in Baruch:
Baruch 6,2:
„Wenn ihr aber nach Babylon gekommen seid, sollt ihr dort viele Jahre bleiben, und zwar eine lange Zeit, nämlich bis zu sieben Generationen; danach aber werde ich euch in Frieden von dort wegführen.“
Faktischer Fehler:
Sieben Generationen würden rund 140–210 Jahre bedeuten. Die Bibel sagt jedoch ausdrücklich:
Korrekte Zeitangabe in Jeremia:
Jeremia 25,11:
„Und dieses ganze Land soll zur Wüste und zum Entsetzen werden, und diese Völker werden dem König von Babel siebzig Jahre dienen.“
Richtig: Die babylonische Gefangenschaft dauerte 70 Jahre, wie sich auch historisch und biblisch bestätigen lässt (vgl. auch Jeremia 29,10; Daniel 9,2).
... Gebete für die Toten etwas bringen
2 Makkabäer 12:43-46. „Und er sammelte eine Sammlung und sandte zwölf tausend Drachmen Silber nach Jerusalem für ein Opfer, das für die Sünden der Toten dargebracht werden sollte, im guten und religiösen Gedanken bezüglich der Auferstehung, (denn wenn er nicht gehofft hätte, dass die, die getötet wurden, wieder auferstehen würden, wäre es überflüssig und vergeblich gewesen, für die Toten zu beten.) Und weil er der Ansicht war, dass diejenigen, die im Glauben eingeschlafen sind, große Gnade bei Gott aufbewahrt hätten. Es ist daher ein heiliges und wohltuendes Gedankengut, für die Toten zu beten, damit sie von ihren Sünden losgelöst werden.“
Biblische Wahrheit:
Lukas 16,26 (Schlachter 2000):
„Und auf diesem ganzen Abgrund ist ein großer Abgrund zwischen uns und euch, sodass die, die von hier zu euch hinüberkommen wollen, es nicht können, und auch niemand von dort zu uns herüberkommen kann.“
Die Geschichte von Lazarus und dem reichen Mann zeigt die Realität des Jenseits zur Zeit Jesu. Nach dem Tod gelangten alle Menschen in das Totenreich – den Scheol im Hebräischen bzw. Hades im Griechischen. Dort gibt es eine klare Trennung zwischen Gerechten und Ungerechten. Die Gerechten –die gläubigen Juden, denen Gott ihren Glauben als Gerechtigkeit angerechnet hat – befinden sich in einem geschützten Bereich: dem sogenannten „Schoß Abrahams“ (Lukas 16,22). Die Ungerechten hingegen leiden Qualen.
Nach seinem Tod stieg Jesus in den Scheol hinab und befreite die Gerechten aus dem Totenreich. In Epheser 4,8 heißt es: „Darum spricht er: ‚Er ist emporgestiegen zur Höhe, hat Gefangene weggeführt und den Menschen Gaben gegeben.‘“ Diese Gefangenen sind die alttestamentlichen Gläubigen, die auf die endgültige Erlösung warteten. Zudem heißt es in 1. Petrus 3,19, dass Jesus „den Geistern im Gefängnis“ gepredigt hat – eine Verkündigung an die Gefallenen Engel von Genesis 6.
Mit dem Kreuzestod und der Auferstehung Jesu änderten sich die geistlichen Bedingungen grundlegend: Der direkte Zugang zu Gott wurde durch das stellvertretende Opfer Jesu ermöglicht – für alle, die ihn aufrichtig annehmen.
Wie es in Hebräer 9,27 heißt: „Und wie den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“
Seitdem entscheidet sich das ewige Schicksal eines Menschen endgültig mit seinem Tod. Ein Wechsel zwischen den Bereichen – wie er in der Lazarusgeschichte beschrieben wird – war damals nicht möglich und heute schon gar nicht mehr! Auch nachträgliche Gebete können daran nichts mehr ändern.
... es neben Jesus Menschen gibt die ohne Sünde sind
Weisheit 8:19, 20. „Und ich war ein kluges Kind und hatte eine gute Seele empfangen. Und weil ich besser war, kam ich zu einem unbefleckten Körper.“
Katholiken verwenden diesen Text, um ihre Lehre zu stützen, dass Maria ohne Sünde geboren wurde.
Biblische Wahrheit:
Römer 3,10–12
„Wie geschrieben steht: »Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig ist, da ist keiner, der Gott sucht; sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer.«“
Römer 3,23
„Denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten.“
Prediger 7,20
„Denn kein Mensch auf Erden ist so gerecht, dass er Gutes tut, ohne zu sündigen.“
Psalm 143,2
„Und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht! Denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.“
Jesaja 64,5
„Wir sind allesamt geworden wie Unreine, und alle unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes Kleid; wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Missetaten tragen uns davon wie der Wind.“
Auch Maria wurde in Sünde geboren. Die Bibel lässt nichts anderes zu.
... Man Menschen in ihrer Not nicht helfen soll
Ekklesiasticus 12:6. „Gib nicht dem Gottlosen, halte dein Brot zurück und gib es ihm nicht.“
Biblische Wahrheit:
Kann sich jemand vorstellen, dass der Herr irgendeinen Menschen inspiriert hat, solch einen Rat zu geben? Hier ist, was in den echten heiligen Schriften steht:
Levitikus 19,18
„Du sollst Rache nicht üben und keinen Groll gegen die Kinder deines Volkes hegen, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR.“
Sprichwörter 3,27
„Hüte dich, Gutes zu tun, dem, dem es zusteht, wenn deine Hand es vermag.“
Sprichwörter 11,17
„Der gütige Mensch tut seinem eigenen Leib Gutes, der Grausame aber quält sein Fleisch.“
Sprichwörter 25,21–22
„Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm Brot zu essen; wenn er Durst hat, gib ihm Wasser zu trinken; denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln, und der HERR wird dir vergelten.“
Jesaja 58,7
„Du sollst dem Hungrigen dein Brot geben und die im Elend umherirrenden Armen aufnehmen; wenn du einen nackten Mann siehst, sollst du ihn bekleiden und dich vor deinem Fleisch nicht verbergen.“
Jesus über die Feindesliebe muss ich hier nicht noch explizit aufführen.
... der Mensch eigenmächtig Rache nehmen darf
Judith 9,2 (Apokryphen):
„O Herr, Gott meines Vaters Simeon, der du ihm ein Schwert gabst, um Rache an den Fremden zu üben.
Dieser Vers aus dem Buch Judith spricht von der göttlichen Unterstützung, die Simeon angeblich bei seiner Tat erhielt. Jedoch widerspricht diese Darstellung den biblischen Lehren des Alten Testaments, die klarstellen, dass die gewaltsame Rache von Simeon und Levi in 1. Mose 34 nicht im Einklang mit Gottes Willen stand.
Biblische Wahrheit:
Die Handlung von Simeon und Levi – 1. Mose 34
In 1. Mose 34 überfielen Simeon und Levi die Stadt Sichem, töteten alle Männer und nahmen Frauen und Kinder als Gefangene, um die Entführung und Vergewaltigung ihrer Schwester Dina zu rächen. Diese Tat war eine menschliche Reaktion, basierend auf Zorn und Rache, und keine göttlich verordnete Handlung.
Jakobs Verurteilung – 1. Mose 34,30
Jakob verurteilte das Handeln seiner Söhne:
„Ihr habt mir Kummer bereitet, mich unter den Einwohnern des Landes einen übel riechenden Ruf zu verschaffen.“
Jakob betonte, dass die gewaltsame Rache das Ansehen der Familie und des gesamten Volkes Israel gefährdete. Dies zeigt, dass er die Tat als unrechtmäßig und unheilig ansah.
Jakobs Segen – 1. Mose 49,5-7
In seinem sterbenden Segen verfluchte Jakob die Gewalt von Simeon und Levi:
„Ihre Zorn ist heftig, ihr Grimm grausam. Ich will sie unter Jakob nicht vereinen.“
Jakob spricht hier von der Sünde der gewaltsamen Tat, was zeigt, dass diese Rache nicht von Gott gewollt war.
Göttliche Rache im Alten Testament
Das Alte Testament lehrt, dass die Rache Gott allein gehört (vgl. 5. Mose 32,35). Simeon und Levi nahmen sich jedoch das Recht der Rache, was im Widerspruch zu Gottes göttlicher Ordnung steht.
...Gott die Erlösten züchtigt im Jenseits und er nach eigenem Ermessen danach die Menschen für würdig befindet.
Weisheit 3,1-9 (Schlachter 2000): „1 Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und keine Qual wird sie anrühren. 2 In den Augen der Unverständigen scheinen sie gestorben zu sein, und ihr Ausgang wurde für einen Unglücklichen gehalten. 3 Sie sind aber im Frieden. 4 Wenn sie auch in den Augen der Menschen bestraft wurden, so haben sie doch die Hoffnung, unsterblich zu sein. 5 Nachdem sie ein wenig gezüchtigt worden sind, werden sie große Wohltaten genießen, weil Gott sie geprüft und für würdig befunden hat.“
Biblische Wahrheit:
Im Unterkapitel «Gebete für die Toten etwas bringen» wird klar aufgezeigt, dass nach dem Tod die Trennung zwischen den Gläubigen und den Ungläubigen bereits vollzogen ist und das Gericht sofort stattfindet. Der reiche Mann wird bereits in den Flammen gepeinigt, während Lazarus im Schoß Abrahams auf den Messias wartet.
Dem Fegefeuer wird auf dieser Webseite noch einmal ein eigenens Kapitel gewidmet
Jesus lehnte die Apokryphen ab
Jesus lehnte die Apokryphen implizit als Schrift ab, indem er sich auf den gesamten akzeptierten jüdischen Kanon der Heiligen Schrift bezog. In Lukas 11,51 (vgl. Matthäus 23,35) sagt er:
„Vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, des Sohnes Barachias, der zwischen dem Altar und dem Haus Gottes ermordet wurde; ja, ich sage euch, es wird dieser Generation zugerechnet werden.“ (Lukas 11,51, Schlachter 2000)
Abel war der erste Märtyrer im Alten Testament, dessen Geschichte im Buch Genesis erzählt wird, während Zacharias der letzte Märtyrer im Buch der Chroniken war. Im hebräischen Kanon war das erste Buch Genesis und das letzte Buch Chronik, und sie enthielten genau die gleichen Bücher wie die 39 Bücher, die heute von den Protestanten anerkannt werden. Diese Bücher waren jedoch anders angeordnet. Zum Beispiel wurden alle 12 kleinen Propheten (von Hosea bis Maleachi) in einem einzigen Buch zusammengefasst. Deshalb umfasst die hebräische Bibel heute nur 24 Bücher.
Indem sich Jesus auf Abel und Zacharias bezog, deckte er den gesamten Kanon der hebräischen Schriften ab, der dieselben 39 Bücher wie die heutige protestantische Bibel beinhaltete. Da die Apokryphen nicht Teil dieses Kanons waren, lehnte Jesus sie implizit als Schrift ab.
Zusätzlich zeigt sich, dass Jesus und die Apostel nie auf die Apokryphen als autoritative Schriften verwiesen. Während sie häufig auf das alte Testament Bezug nahmen, insbesondere auf die hebräische Bibel, gibt es keine klaren Zitateoder Verweise auf die Apokryphen im Neuen Testament. Es gibt zwar Anspielungen auf verschiedene literarische Werke, die nicht Teil des kanonischen Textes sind, aber diese werden nie mit der gleichen Autorität wie die hebräischen Schriften behandelt.
Im Neuen Testament finden sich keine direkten Zitate wie „So spricht der Herr“, „Wie geschrieben steht“ oder „Die Schriften sagen“ aus den Apokryphen. Diese Formulierungen werden ausschließlich in Bezug auf das Alte Testamentverwendet, was die Bedeutung und Autorität der kanonischen Schriften unterstreicht. In der Apostelgeschichte 17,22-34etwa zitiert Paulus die griechischen Dichter, aber er tut dies nicht, um deren Schriften als göttliche Offenbarung zu erklären, sondern um mit den heidnischen Philosophen zu diskutieren. Ähnlich finden sich in der Judasbriefe 14-15Verweise auf Pseudepigraphen, also falsche Schriften, aber auch hier wird kein Anspruch erhoben, dass diese als göttliche Schrift anerkannt seien.
Im Gegensatz dazu zitieren die Autoren des Neuen Testaments das Alte Testament häufig, und zwar mit großer Autorität. Jesus selbst zitierte oft aus den Schriften des Alten Testaments und bestätigte ihre Gültigkeit als Wort Gottes. So finden sich in den Evangelien immer wieder Zitate wie „Es steht geschrieben“, „Wie es in den Schriften heißt“ oder „Der Herr spricht“, was auf die hohe Autorität und Gültigkeit der hebräischen Schriften hinweist.
Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel ist die Art und Weise, wie die Apostel in ihren Predigten und Briefen das Alte Testament zitierten. Sie stützten ihre Lehren und Argumente auf die Schriften des Alten Testaments und machten dabei deutlich, dass diese als göttliche Offenbarung anerkannt waren. Doch in all diesen Fällen wird nie auf die Apokryphen verwiesen.
Diese wiederholte Praxis, die Schriften des Alten Testaments als göttlich inspiriert anzuerkennen und dabei die Apokryphen zu ignorieren, zeigt eindeutig, dass Jesus und die Apostel die Apokryphen nicht als Teil des Kanons anerkannten. Auch wenn diese Schriften in einigen jüdischen Gemeinschaften verwendet wurden, gehörten sie nicht zum offiziellen Kanon der hebräischen Bibel, der für Jesus und die Apostel maßgeblich war.
Jesus kritisierte indirekt die Apokryhpen und die zukünftige katholische Kirche
Markus 7,1–23 – Die Reinheit des Herzens
Die Anklage der Pharisäer
Und es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und einige von den Schriftgelehrten, die aus Jerusalem gekommen waren.
Und sie sahen einige seiner Jünger mit unreinen, das heißt ungewaschenen Händen Brot essen.
Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, ohne sich vorher gründlich die Hände zu waschen, und halten so an der Überlieferung der Ältesten fest.
Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich gewaschen zu haben. Und es gibt viele andere Dinge, die sie zu halten übernommen haben: Waschungen von Bechern, Krügen, Kesseln und Bänken.
Da fragten ihn die Pharisäer und Schriftgelehrten:
„Warum leben deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Ältesten, sondern essen das Brot mit unreinen Händen?“
Jesu Antwort: Heuchelei und das Verlassen von Gottes Gebot
Er aber sprach zu ihnen:
„Jesaja hat trefflich geweissagt über euch Heuchler, wie geschrieben steht:
›Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen,
aber ihr Herz ist fern von mir;
vergeblich aber dienen sie mir,
weil sie Lehren vortragen,
die Menschengebote sind.
Zur Zeit von Jesus als Mensch wurden die Gebote bereits verdreht und es wurden viele unnötige Sachen hinzugefügt. Jesus kritisierte diese Zusatzlehren scharf:
Lukas 11,46 – Über schwere Lasten
„Weh auch euch Gesetzesgelehrten! Denn ihr ladet den Menschen unerträgliche Lasten auf und rührt sie selbst nicht mit einem Finger an.“
Es ist so traurig, dass viele Katholiken nicht erkennen, dass die katholische Kirche genau dasselbe mit ihnen macht – dass sie nicht sehen, wie viele unbiblische Forderungen an sie gestellt werden, die weder vorgeschrieben sind noch etwas zu ihrer Rettung beitragen.
Jesus kritisierte die Apokryphen indirekt, weil sie eben genau im Zeitraum zwischen dem Alten Testament und neuem Testament entstanden und zu Gottes Heiliger Schrift hinzugefügt wurden:
Die Apokryphen wurden zeitlich nach den Schriften des Tanach (des jüdischen Alten Testaments) verfasst und werden deshalb im Judentum nicht als kanonisch anerkannt. Während die Schriften des Tanach – bestehend aus Tora (Gesetz), Nevi'im (Propheten) und Ketuvim (Schriften) – spätestens bis ca. 400 v. Chr. abgeschlossen waren, stammen die Apokryphen aus der sogenannten intertestamentarischen Zeit, also aus dem Zeitraum zwischen etwa 300 v. Chr. und 70 n. Chr..
In dieser Epoche gab es laut jüdischer Überzeugung keine echten Propheten mehr, weshalb keine späteren Schriften mehr in den Kanon aufgenommen wurden. Die Apokryphen entstanden zum Großteil in einem hellenistisch geprägten Umfeld, meist außerhalb von Palästina, oft in griechischer Sprache, und spiegeln theologische und kulturelle Entwicklungen wider, die in der klassischen jüdischen Lehre keinen festen Platz hatten.
Der hebräische Kanon, wie er im Judentum überliefert wurde, wurde also bereits abgeschlossen, bevor die Apokryphen überhaupt verfasst oder verbreitet waren. Deshalb werden diese Texte im Judentum bis heute nicht als heilige, von Gott inspirierte Schriften betrachtet, sondern lediglich als religiöse Literatur mit historischem oder ethischem Wert. Auch die frühen Christen übernahmen zunächst den hebräischen Kanon, doch mit der Verbreitung der griechischen Bibelübersetzung (Septuaginta), die viele dieser Schriften enthielt, kamen die Apokryphen in die christliche Tradition.
Diese späte Entstehung ist somit der Hauptgrund für ihre Nichtanerkennung im Judentum und in vielen protestantischen Kirchen. Wie man oben genau sehen kann, widersprechen einige Verse in den Apokryphen sowohl dem alten und neuen Testament. Genau solche Hinzufügungen hat Jesus im neuen Testament kritisiert. Hinzufügungen die genau im Zeitraum zwischen dem Tanach und dem Neuen Testament entstanden ist.
Die Apokryphen waren bis zur Reformation umstritten
Eine Entscheidung zur Machterhaltung
Die Apokryphen waren in der frühen Christenheit alles andere als unumstritten. Ein verbindlicher Kanon existierte nicht – weder für das Alte noch für das Neue Testament. Welche Schriften als göttlich inspiriert galten, war über Jahrhunderte hinweg Gegenstand intensiver Auseinandersetzungen. Besonders beim Alten Testament klafften die Meinungen weit auseinander, abhängig davon, ob man sich an der jüdisch-hebräischen Überlieferung oder an der griechischen Septuaginta orientierte.
Die römisch-katholische Kirche erklärte erst 1546 auf dem Konzil von Trient die Apokryphen offiziell zum Teil des Bibelkanons. Diese Entscheidung war weniger eine theologische Klärung als eine gezielte Gegenmaßnahme zur Reformation, die zentrale katholische Lehren – wie das Fegefeuer, das Messopfer oder die Heiligenverehrung – nicht länger auf unklare oder umstrittene Schriften stützen wollte.
Trotzdem hält sich bis heute der Vorwurf, die Reformatoren hätten „Bücher aus der Bibel entfernt“. Diese Behauptung ist historisch unhaltbar. Zur Zeit der Reformation existierte kein allgemein verbindlicher Kanon des Alten Testaments. Die Vorstellung einer einheitlichen Bibel ist rückblickend konstruiert. Die Wahrheit ist: Es existierten verschiedene Bibeltraditionen – und es gibt sie bis heute.
Ein Blick auf die Orthodoxie reicht, um diesen Mythos zu entlarven. Die orthodoxen Kirchen haben einen eigenen, vom katholischen und protestantischen abweichenden Kanon. Sie akzeptieren sogar noch mehr Schriften des Alten Testaments als die römisch-katholische Kirche – etwa das 3. Buch Esra oder das Gebet des Manasse. Der Bibelkanon der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche umfasst über 80 Bücher – darunter das Buch Henoch und das Jubiläenbuch. Offenbar war also auch im Osten nie die Rede von einem geschlossenen, universellen Kanon.
Auch das Neue Testament war keineswegs von Anfang an unumstritten. Schriften wie der Hebräerbrief, die Offenbarung oder der 2. Petrusbrief wurden über Jahrhunderte diskutiert und teilweise abgelehnt. Erst im 4. Jahrhundert setzte sich ein gewisser Konsens durch – aber auch das nur innerhalb bestimmter kirchlicher Strömungen.
Wer also behauptet, Luther oder andere Reformatoren hätten „Bücher entfernt“, ignoriert die historische Realität. Man kann nichts entfernen, was nie allgemein anerkannt war. Die Reformatoren strichen nicht willkürlich Bücher – sie lehnten es ab, spätere katholische Erweiterungen und Machtansprüche zum Maßstab biblischer Wahrheit zu machen. Und genau darin lag die eigentliche Provokation.
Was dabei oft verschwiegen wird: Nur der protestantische Kanon des Alten Testaments entspricht dem jüdischen Tanach, also der Schriftensammlung, die auch von den Juden selbst als göttlich inspiriert anerkannt wird. Sowohl der katholische als auch der orthodoxe Kanon enthalten zahlreiche Schriften, die vom Judentum bewusst ausgeschlossen wurden – weil sie theologisch nicht überzeugten, Widersprüche zu den anerkannten Schriften aufwiesen oder gar eindeutig als spätere Zuschreibungen erkannt wurden.
Nur wenn man sich an den jüdischen Kanon des Alten Testaments hält, ergibt sich eine harmonische Verbindung zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Viele der apokryphen Schriften widersprechen der grundlegenden Lehre des Neuen Testaments und der christlichen Erlösungsbotschaft.
Nur der protestantische Kanon vereint die alttestamentlichen Schriften in einer harmonischen, innerlich kohärenten Sammlung, die mit dem Neuen Testament in voller Übereinstimmung steht. Alle späteren Erweiterungen brechen diese Einheit – theologisch, historisch und literarisch.
Die Reformation und die Ablehnung des Ablasshandels
Im Zentrum der Reformation stand die Kritik am Ablasshandel, einem der größten Machtinstrumente der katholischen Kirche. Gläubige konnten Sünden durch den Kauf von Ablassbriefen „vergessen“ – ein System, das die Kirche finanziell stärkte. Martin Luther kritisierte dieses Geschäftsmodell scharf und stellte die Rechtfertigung durch den Glauben allein in den Mittelpunkt seiner Thesen. Für Luther und andere Reformatoren war klar: Der Glaube an Jesus Christus allein rechtfertigt vor Gott, nicht Rituale oder materielle Zahlungen.
Reaktion der katholischen Kirche: Machterhaltung und Kanonbildung
Das Konzil von Trient reagierte auf die Reformation, indem es die Apokryphen als kanonisch bestätigte, um ihre religiöse Autorität zu verteidigen. Diese Entscheidung war nicht nur theologischer Natur, sondern eine strategische Maßnahme, um die Machtposition der Kirche gegenüber den Reformatoren zu stärken. Die Ablasspraxis, die die Kirche als ein finanzielles und spirituelles Kontrollmittel nutzte, war besonders im Visier der Reformatoren. Indem die katholische Kirche die Apokryphen im Kanon bestätigte, setzte sie sich von der protestantischen Kritik ab und hielt an ihrer Lehrautorität fest.
Spaltung und Machtpolitik
Die Entscheidung, die Apokryphen anzuerkennen, war also nicht nur eine theologische, sondern auch eine politische. Die katholische Kirche wollte den Einfluss der Reformatoren eindämmen und ihre Monopolstellung als religiöse Autoritätbeibehalten. Der Ablasshandel, das größte Machtinstrument der Kirche, stand unter starkem Beschuss. Die Bestätigung der Apokryphen war ein Versuch, diese Macht weiter zu legitimieren und die Reformation zu schwächen.
Machterhalt durch Kanonisierung
Die Entscheidung des Konzils von Trient, die Apokryphen als Teil des kanonischen Alten Testaments zu bestätigen, war eine reaktive Maßnahme zur Machterhaltung. Sie sicherte die spirituelle Hoheit der katholischen Kirche und stellte sich gegen die Reformatoren, die die biblische Wahrheit betonten, dass der Glaube allein zur Rechtfertigung vor Gott führt.
Konklusion
Wie in diesem Kapitel ersichtlich wird, ist es ein Leichtes, die Apokryphen als nicht inspirierte Schriften zu entlarven. Sie waren schon vor der Reformation umstritten und wurden von der jüdischen Gemeinschaft konsequent abgelehnt. Die weitverbreitete Behauptung, die frühe Kirche – insbesondere die römisch-katholische – habe den biblischen Kanon verbindlich definiert, ist damit klar widerlegt.
Zwar haben die Kirchenväter eine bedeutende Rolle bei der Sichtung heiliger Texte gespielt, doch der Prozess war weder abgeschlossen noch fehlerfrei. Gerade die Aufnahme der Apokryphen beweist, dass der Kanon zu einem späteren Zeitpunkt durch menschliche Interessen manipuliert wurde.
Die Entscheidung, die Apokryphen offizielle in den katholischen Bibelkanon aufzunehmen, war keine theologische Notwendigkeit, sondern eine Reaktion aus Angst – eine Torschlusspanik angesichts der wachsenden Bedrohung durch die Reformation. Es ging nicht um geistliche Wahrheit, sondern um Machterhalt. Der Schritt war getrieben von weltlichen, politischen und institutionellen Interessen – nicht vom Geist Gottes.
Noch deutlicher wird das Ausmaß der geistlichen Kontrolle, wenn man bedenkt, dass die katholische Kirche über Jahrhunderte alles daran setzte, die Bibel dem gewöhnlichen Volk vorzuenthalten. Übersetzungen in die Landessprachen wurden unterdrückt, die Messe blieb in Latein, und wer es wagte, die Schrift zugänglich zu machen, riskierte Verfolgung, Folter und Tod. Die Kirche wollte keine mündigen Gläubigen, sondern Abhängige – Menschen, deren gesamter Zugang zu Gott durch eine Institution vermittelt und kontrolliert wurde.
Die Kanonisierung der Apokryphen war daher kein Ausdruck göttlicher Führung, sondern Teil eines Systems, das Gnade nicht durch das Blut Jesu, sondern durch kirchliche Vermittlung definierte – ein System, das aus reformatorischer Sicht nicht anderes als eine satanische Irrlehre genannt werden kann.