Einführung
In diesem Kapitel wird untersucht wer Abaddon ist und ob er mit Satan gleichzusetzen ist, wie viele Christen behaupten.
Offenbarung 9,1–11:
Und der fünfte Engel stieß in die Posaune,
und ich sah einen Stern vom Himmel fallen auf die Erde; und ihm wurde der Schlüssel zum Schacht des Abgrunds gegeben.
Und er öffnete den Schacht des Abgrunds, und Rauch stieg auf aus dem Schacht wie der Rauch eines großen Ofens; und die Sonne und die Luft wurden verfinstert von dem Rauch des Schachts.
Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen wurde Macht gegeben, wie die Skorpione auf der Erde Macht haben.
Und es wurde ihnen gesagt, sie sollen den Gras der Erde nicht beschädigen, noch irgend etwas Grünes, noch irgendeinen Baum, sondern nur die Menschen, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirn haben.
Und ihnen wurde nicht gegeben, dass sie sie töten, sondern dass sie sie quälen fünf Monate; und die Qual, die sie quälen, ist wie die Qual eines Skorpions, wenn er einen Menschen sticht.
Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, und sie werden sich sehnlich wünschen zu sterben, aber der Tod wird von ihnen fliehen.
Und die Heuschrecken sehen aus wie Pferde, die für den Kampf bereit sind; und auf ihren Köpfen ist etwas wie Kronen, die aus Gold sind, und ihre Gesichter sind wie Menschen-Gesichter.
Und sie haben Haare wie Frauen-Haare und Zähne wie Löwen.
Und sie haben Panzer wie eiserne Panzer, und das Geräusch ihrer Flügel ist wie das Geräusch vieler Wagen, die zum Kampf laufen.
Sie haben einen König über sich, den Engel des Abgrunds; auf Hebräisch heißt er Abaddon, und im Griechischen heißt er Apollyon.
Der zentrale neutestamentliche Bezug zu Abaddon findet sich in Offenbarung 9:11
„Sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds; sein Name ist auf Hebräisch Abaddon und im Griechischen hat er den Namen Apollyon.“
(Offenbarung 9,11)
Hier wird Abaddon nicht als Dämon oder gefallener Engel dargestellt, sondern als ein beauftragter Engel, der über das Reich des Abgrunds gesetzt ist. Er führt eine Schar von Heuschrecken an, die nach Gottes Willen Gericht bringen. Die Heuschrecken:
• quälen Menschen, die nicht das Siegel Gottes tragen,
• töten nicht, sondern üben begrenzte Qual für fünf Monate,
• sind geistliche Werkzeuge des Gerichts, nicht weltliche Zerstörer.
Das zeigt: Abaddon handelt nicht eigenmächtig, sondern im Auftrag Gottes. Er ist ein Teil des geordneten, begrenzten und zielgerichteten Gerichts.
Das loyale Höllenpersonal wird für 5 Monate auf die Menschheit losgelassen.
Abaddon im Alten Testament
Auch im Alten Testament erscheint „Abaddon“ – jedoch nicht direkt als Person, sondern als Ausdruck für das Totenreich oder die Macht des Todes. Doch im Licht des Neuen Testaments wird deutlich: es geht nicht nur um einen Ort, sondern um eine geistliche Wesenheit mit richterlicher Funktion. Das alte Testament kann nur mit dem neuen Testament richtig gedeutet werden! Abaddon ist sowohl die Bezeichung für einen höllischen Ort als auch für den Leiter dieses Ortes.
Hiob 26,6
„Das Totenreich ist vor ihm aufgedeckt, und der Abaddon hat keine Decke.“
→ Abaddon ist entblößt vor Gott – ein Zeichen seiner völligen Unterordnung unter Gottes Herrschaft.
Hiob 28,22
„Der Abaddon und der Tod sprechen: Wir haben mit unseren Ohren nur ein Gerücht davon gehört.“
→ Abaddon wird hier personifiziert. Er spricht – hat aber keine volle Erkenntnis. Wie ein Engel, der dient, aber Gottes vollständigen Ratschluss nicht durchdringt.
Psalm 88,11
„Wird deine Gnade im Abaddon verkündigt, deine Treue im Ort des Verderbens?“
→ Abaddon ist ein Ort der Gottesferne – kein Ort des Lobes. Doch selbst dort herrscht keine Anarchie: Gott regiert auch den Abgrund.
Unheilbringende Engel im Gericht – Psalm 78,49
Der folgende Vers zeigt unmissverständlich: Gott sendet Engel zum Gericht.
„Er ließ seinen grimmigen Zorn gegen sie los, Grimm, Wut und Bedrängnis – eine Schar von Unglücksengeln.“
(Psalm 78,49)
Dieser Vers belegt:
• Gott sendet nicht nur segnende, sondern auch strafende Engel,
• Diese Engel sind nicht gefallen, sondern stehen im Dienst seines heiligen Zorns,
• Sie bringen Leid, Qual und Gericht, aber unter göttlicher Kontrolle.
Abaddon ist Teil dieser Schar – kein dämonischer Tyrann, sondern ein beauftragter Gerichtsengel.
Abaddon ist kein Dämon sondern der Anführer der Höllenengel
Das Neue Testament widerspricht populären Vorstellungen von Hölle und Dämonen:
Matthäus 25,41
„Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Weicht von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist!“
→ Die Hölle ist nicht das Reich des Teufels, sondern sein Gerichtsort. Er herrscht dort nicht, sondern wird selbst gequält.
Offenbarung 20,10
„Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo auch das Tier und der falsche Prophet sind; und sie werden gequält werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“
→ Satan wird nicht richten, sondern gerichtet.
Kein böser Geist
Darum kann Abaddon kein böser Geist sein. Er richtet nicht gegen Gott, sondern im Namen Gottes. Er ist vergleichbar mit dem Engel, der in Ägypten die Erstgeburt schlug, wie es in 2. Mose 12,23 heißt:
„Denn der HERR wird durchziehen, um Ägypten zu schlagen; und wenn er das Land sieht, so wird er vorgehen und die Erstgeburt schlagen, sowohl Menschen als auch Vieh im Land Ägypten; und es wird ein großes Geschrei im ganzen Land Ägypten sein, wie keines gewesen ist und wie keines mehr sein wird.“
Ebenso ist Abaddon vergleichbar mit den sieben Engeln, die die Zornschalen ausgießen, beschrieben in Offenbarung 16,1:
„Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Tempel zu den sieben Engeln: Geht hin und gießt die sieben Schalen des Zorns Gottes aus auf die Erde!“
Diese Engel führen Gottes heiliges Gericht aus, indem sie Zorn und Strafe bringen. Abaddon gehört zu dieser göttlichen Ordnung heiliger Strafengel, die im Auftrag Gottes wirken. Er ist kein rebellischer Dämon, sondern ein ausführender Diener des göttlichen Willens.
Engel im Endgericht – Matthäus 13,41–42
Jesus selbst spricht davon, dass Engel am Ende der Zeit aktiv das Gericht ausführen werden:
„Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle sammeln, die Anstoß erregen und Gesetzloses tun,
und sie werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.“
(Matthäus 13,41–42)
"er wird auch vom Wein des Grimmes Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in den Kelch seines Zorns,
und er wird mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm.“
(Offenbarung 14:10)
Diese Engel sind nicht böse, sondern heilige Werkzeuge des Endgerichts. Abaddon ist ein Vorbote und Teil dieses geistlichen Systems. Seine Aufgabe ist Teil des umfassenden Plans Gottes zur Abrechnung mit dem Bösen – nicht willkürlich, sondern heilig und gerecht.
Nahtoderfahrungen über eine übernatürliches Gefängnis
Viele Nahtoderfahrungen berichten, dass Menschen in der Hölle von dämonischen Wesen gequält werden. Dass sie in Zellen sind und Dämonen sie in ihren Zellen besuchen würden. Wer sind diese Wesen? Sind es Gottes Engel die Menschen foltern?
Es gibt keine Atheisten laut Bibel
Wer den christlichen Gott ablehnt, folgt zwangsläufig den Mächten dieser Welt – Satan und seinen Engeln.
Gott hat entschieden, dass diejenigen, die ihm nicht folgen wollen, denselben Bestimmungsort teilen wie die rebellischen Engel. Sie sollen bei ihren Herren sein – in ewiger Gemeinschaft mit jenen, denen sie gedient haben.
Doch gefallene Engel hassen den Menschen. Was also geschieht, wenn sie die Gelegenheit bekommen, ihm zu schaden?
Zur Diskussion stelle ich Folgendes
Engel sind aus Gottes Feuer geschaffen.
Hebräer 1,7
„Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen.“
Ich glaube nicht, dass die gefallenen Engel derzeit in der Hölle leiden – sie sind noch frei. Ihnen macht Gottes Feuer nichts. Den sie sind aus Gottes Feuer.
Gott hat die Hölle für diese Wesen vorbereitet: Geschöpfe, die ohne seine Liebe völlig verdorben sind.
In diesem Zusammenhang empfehle ich das Kapitel „Das Porträt eines übernatürlichen Psychopathen“.
Die Hölle ist ein Gefängnis – der Todestrakt für die Engel.
Sie warten dort auf ihre endgültige Strafe: den zweiten Tod, den Feuersee, in dem sie zusammen mit allen leiden werden, die Jesus abgelehnt haben.
Warum in Gefängnissen so viel Gewalt vorkommt
Was passiert, wenn gottlose Menschen zusammen eingesperrt werden – Menschen, die gemordet, vergewaltigt und gefoltert haben?
Sie werden weitermachen.
Ich behaupte: Solche Straftäter stehen unter schwerem dämonischen Einfluss. Sie haben so viel gesündigt, dass finstere Mächte die Kontrolle über sie übernommen haben. In ihnen ist kaum noch etwas Menschliches übrig – das wenige, das bleibt, wird vom Dämonischen unterdrückt.
Diese Dämonen handeln in der Hölle ohne Widerstand – bis zu ihrer endgültigen Verurteilung. Dort sind sie die Tyrannen, die sich an den Schwachen vergehen. Sie sind die Peiniger der Verdammten. Ja, Gott lässt dieses Gefängnis zu!
Kontrolliert von Abbadon und seinen Heuschrecken. Dem Gefängnispersonal.
Satan und Abaddon sind nicht die selben
Satan wird erst nach den Endzeit-Gerichten, wie in Offenbarung 20,1–3 beschrieben, für tausend Jahre im Abgrund gebunden:
„Und ich sah einen Engel … und ergriff den Drachen, die alte Schlange … und band ihn für tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund …“
Zum Zeitpunkt von Abaddons Wirken ist Satan also noch frei – Abaddon wird vor der Gefangenschaft Satans freigelassen. Das zeigt deutlich, dass Abaddon und Satan nicht dieselbe Gestalt sind.
Abaddon ist der königliche Engel über die Heuschrecken, die aus dem bereits geöffneten Abgrund kommen. Den Abgrund öffnet ein anderer Engel, der in Offenbarung 9,1–2 als „gefallener Stern“ beschrieben wird:
„Der fünfte Engel stieß in die Posaune … und ein Stern, der vom Himmel gefallen war, öffnete den Abgrund.“
Abaddon erscheint erst danach als König der Heuschrecken (Offenbarung 9,11).
Satan hingegen wird in Offenbarung 12,7–9 von Michael besiegt und aus dem Himmel auf die Erde geworfen – seine Gefangenschaft im Abgrund erfolgt erst später.
Der geöffnete Abgrund, Abaddons Führung der Heuschrecken und Satans spätere Gefangenschaft zeigen klar, dass Satan nicht mit Abaddon identisch ist.
Abaddon und Satan haben unterschiedliche Rollen und Autoritäten.
Die Heuschrecken werden bewaffnet
Ein weiterer spannender Aspekt ist die Bewaffnung der Heuschrecken:
"Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen wurde Macht gegeben, wie die Skorpione auf der Erde Macht haben."
"Und ihnen wurde nicht gegeben, dass sie sie töten, sondern dass sie sie quälen fünf Monate; und die Qual, die sie quälen, ist wie die Qual eines Skorpions, wenn er einen Menschen sticht."
Was heißt „die Macht der Skorpione“? Was sind Skorpione?
Lukas 10,19:
„Siehe, ich habe euch Macht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und über alle Gewalt des Feindes, und nichts wird euch schaden.“
Schlangen und Skorpione sind zwei Arten von Dämonen:
Schlangen stehen für Lüge, Verführung, Manipulation, okkultes Wissen und Irrlehren.
Skorpione stehen für Dämonen, die Menschen physisch quälen, zum Beispiel indem sie Besitz ergreifen, dass Menschen sich selbst verletzen, oder Krankheiten verursachen.
Ich nehme an, dass es ursprünglich verschiedene Engelarten waren.
Schon spannend, nicht?
Ihnen wurde die Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben. Die Heuschrecken aus Offenbarung 9 sind eben keine Skorpione, also keine Dämonen im üblichen Sinn.
Tieranalogien richtig verstanden
In der Bibel werden Tiere oft als Symbole für geistliche Mächte oder göttliches Gericht benutzt. Ein klassisches Beispiel sind Heuschrecken.
Altes Testament: Heuschreckenplagen (z. B. Joel 1, 2. Mose 10) erscheinen als reale Tiere, die Land und Menschen verwüsten. Sie stehen als Symbol für Gottes Strafe über Sünde und Ungehorsam.
Neues Testament – Offenbarung 9: Die Heuschrecken sind keine gewöhnlichen Tiere, sondern geistliche Wesen. Sie werden von Abaddon geführt und quälen gezielt diejenigen, die das Siegel Gottes nicht tragen. Ihre Macht ist von Gott gegeben, begrenzt und zielgerichtet.
Vergleich zu Schlangen und Skorpionen:
Schlangen und Skorpione (vgl. Lukas 10,19) sind Werkzeuge Satans, um Menschen zu täuschen, zu quälen oder zu verführen.
Heuschrecken hingegen sind Werkzeuge Gottes, um Gericht zu vollziehen.
Die Tieranalogien zeigen also ein zentrales Prinzip: Tiere oder tierische Metaphern symbolisieren geistliche Kräfte, deren Wirkung abhängig ist von der Autorität, die ihnen zugeschrieben wird. Während die Schlangen und Skorpione die Macht des Feindes verkörpern, repräsentieren die Heuschrecken in Offenbarung 9 die gezielt eingesetzte Macht Gottes.
Fazit: Heuschrecken als Bild für göttliche Werkzeuge verdeutlichen, dass Gottes Gericht geordnet, kontrolliert und heiliger Natur ist – im Gegensatz zu den destruktiven Mächten Satans.
Letzte Frage: Wer hat den Schlüssel in der Hand um den Abgrund zu öffnen?
In Offenbarung 1,17–18 sagt Jesus selbst, dass er die Schlüssel besitzt. Das macht Sinn – denn er ist Gott:
„Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.“
Das bedeutet: Jesus allein hat die Schlüsselgewalt über Tod, Hölle und Abgrund.
Wenn in Offenbarung 9 oder Offenbarung 20 von Engeln die Rede ist, die den Schlüssel benutzen, dann geschieht das nur, weil Christus es zulässt und ihnen seine Vollmacht überträgt.
Das Öffnen des Abgrunds ist also kein Zufall – der Schlüssel wird dem Engel von Jesus selbst gegeben.
„Und der fünfte Engel blies die Posaune. Da sah ich einen Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war; und ihm wurde der Schlüssel zum Schacht des Abgrunds gegeben.“ (Offb 9,1)
Fazit
Die Hölle ist ein übernatürliches Gefängnis für gefallene Engel und die Menschen, die ihnen im Leben gefolgt sind. Die Engel warten dort auf ihre endgültige Verurteilung. Sie sind völlig entartet und haben Freude daran, Gottes Schöpfung zu quälen.
Momentan können sie in der Hölle wirken, ohne unter Gottes Feuer zu leiden – im Gegensatz zu den Menschen. Im Feuersee jedoch wird sich das ändern.
Abaddon und seine Heuschrecken überwachen dieses Gefängnis.